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Weiswampach: Polemik um Pfarrhaus
Lokales 23.10.2020

Weiswampach: Polemik um Pfarrhaus

Das alte Pfarrhaus in Weiswampach findet sich urplötzlich im Zentrum der Debatte um den Denkmalschutz im Lande wieder. Sehr zum Erstaunen der Akteure vor Ort.

Weiswampach: Polemik um Pfarrhaus

Das alte Pfarrhaus in Weiswampach findet sich urplötzlich im Zentrum der Debatte um den Denkmalschutz im Lande wieder. Sehr zum Erstaunen der Akteure vor Ort.
Foto: John Lamberty
Lokales 23.10.2020

Weiswampach: Polemik um Pfarrhaus

John LAMBERTY
John LAMBERTY
In der Debatte um den Schutz historischen Bauerbes wird mit dem bösen Finger gezeigt - und wieder gerät Weiswampach ins Visier. Gemeinde und Kirchenfonds reagieren ihrerseits mit barem Erstaunen.

Die brodelnde Debatte um den fortschreitenden Verlust historischen Bauerbes  in Luxemburg steht aufgrund einer jüngst in der Abgeordnetenkammer erfolgten Petitionsanhörung zurzeit erneut im Fokus der Öffentlichkeit. Und mit Blick auf schlechte Beispiele rückt dabei wieder einmal die Gemeinde Weiswampach ins Fadenkreuz der Kritik.


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In einer Pressemitteilung prangert die Vereinigung „Luxembourg under destruction“ nun nämlich die bereits erfolgte Entkernung des dortigen alten Pfarrhauses an, einem architektonischen Zeugen des Barock. Das Gebäude sei leider weder national, noch kommunal geschützt worden, weshalb sein Schutz durch die Maschen des vom Kulturministerium angekündigten „Sicherheitsnetzes“ gefallen sei, so die Verfasser.

Eine Kritik, die bei der Gemeinde wie bei den lokalen Vertretern des Kirchenfonds als Besitzer des Gebäudes jedoch nur mit erstauntem Kopfschütteln quittiert wird.  

Das Pfarrhaus in Weiswampach ist in der Tat ein architektonisches Schmuckstück im Ortskern, das denn auch seinen äußeren Charakter behalten soll.
Das Pfarrhaus in Weiswampach ist in der Tat ein architektonisches Schmuckstück im Ortskern, das denn auch seinen äußeren Charakter behalten soll.
Foto: John Lamberty

Wie der für die Immobilienverwaltung des örtlichen Kirchenfonds zuständige Christian Arend gegenüber dem „Luxemburger Wort“ erklärt, habe man das Pfarrhaus im Hinblick auf die Schaffung zweier Wohnungen in der Tat entkernt. Dies vor allem, da der Innenzustand aus Sicht aller Beteiligten völlig desolat gewesen sei.

„Innenzustand war desolat“

„Die Böden waren von Würmern durchzogen, die Wände sind voller Schimmel“, sagt er. Selbst beim besten Willen sei - außer einer alten „Taque“, die später in die Außenfassade integriert werden soll - nichts zu retten gewesen.

Zuletzt hatte das Gebäude denn auch leer gestanden, um lediglich zu sporadischen Zusammenkünften auf Pfarrebene betreten zu werden.


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Im Sinne des Denkmalschutzes werde aber, unabhängig jeglicher Klassierung und dank der Unterstützung der Gemeinde, der äußere Charakter des Hauses gänzlich erhalten, sodass der Schutz des Bauerbes, die dringende Schaffung benötigten Wohnraums und die Generierung zusätzlicher Einnahmen für den Kirchenfonds auf exemplarische Weise vereint würden, so Arend, der sich als Vorstandsmitglied des Kulturvereins „De Cliärrwer Kanton“ auch selbst als Anhänger historischen Bauerbeschutzes sieht.

Bevor man in den sozialen Medien ohne Faktenkenntnis polemisiert, sollte man sich erst einmal mit den Akteuren vor Ort treffen und unterhalten“, betont er denn auch.

Wie Bürgermeister Henri Rinnen erklärt, solle das alte Pfarrhaus im Ortskern zudem in den Plänen für den neuen Bebauungsplan (PAG) auch kommunalen Schutz genießen.



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