Weinbauminister probiert sich als Erntehelfer
Weinbauminister probiert sich als Erntehelfer
(if) - Traditionsgemäß stattet der Weinbauminister jedes Jahr während der Traubenlese den Winzern an der Mosel einen Besuch ab. Auch in diesem Jahr wurde an dieser Tradition nicht gerüttelt: Fernand Etgen informierte sich am Mittwoch bei einer Tour durch den Markusberg in Schengen und beim Besuch der Privatkellerei Krier-Bisenius in Bech-Kleinmacher über den Stand der Lese und die Traubenqualität.
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Im Beisein von Henri Streng, Präsident des „Fonds de solidarité viticole“ und der „Commission de promotion des Vins et Crémants Luxembourg“, Marc Gales, Präsident der "Fédération luxembourgeoise des vins et spiritueux", und anderen Vertretern der Branche erhielt Weinbauminister Fernand Etgen einen Einblick in die Arbeit eines Erntehelfers und schaute der Traubenablieferung in der Privatkellerei Krier-Bisenius in Bech-Kleinmacher zu.
Außerdem konnte er das erste Produkt des Weinjahrgangs 2014, den Federweißen, probieren. Am Ende der Visite in der Genossenschaftskellerei von Vinsmoselle in Remerschen zeigte sich der Minister zufrieden: "Früher dachte ich, dass der Höhepunkt der Weinlese Weinfeste sind oder wenn die Weinkönigin gekrönt wird. Heute habe ich die Schnittstelle Weinberge - Kellereien kennengelernt und für mich ist das eine Art 'Crashkurs' für den Weinanbau", sagte der Minister schmunzelnd.
Untypisches Wetter
Die Winzer selbst zeigten sich mit der Qualität und Quantität der diesjährigen Ernte "sehr zufrieden". Das Klima in diesem Jahr mit mildem Winter, extrem trockenem Frühjahr und nassem August sei zwar untypisch gewesen, doch gerade dies habe den Weinreben gut getan, sagte Freddy Sinner, technischer Direktor bei der Kellerei Bernard Massard.
Im August, als der Regen gekommen sei, hätten die Trauben einen starken Wachstumsschub bekommen, so Sinner weiter. Auf dem Markusberg in Schengen bewirtschaftet das Tochterunternehmen von Bernard Massard, Domaines Thill, 4,5 Hektar Weinanbaufläche. Fünf Weinrebsorten werden hier angebaut: der Auxerrois, der Weiß - und Grauburgunder, der Riesling und der Gewürztraminer.
IVV-Prognose: Ertragsmenge dieses Jahr bei 130.000 Hektolitern
"Wir kommen dieses Jahr durch den guten Ertrag auf unseren zehnjährigen Durchschnitt", sagte auch Jean-Paul Krier, der mit seiner Ehefrau die gleichnamige Kellerei in Bech-Kleinmacher betreibt. Der Privatwinzer baut Wein auf sieben Hektar Fläche in den Weinlagen von Remich bis nach Wintringen an. "Wir haben bis jetzt noch nicht alles geerntet, aber nach den Ertragsmengen, die in den vergangenen zwei Jahren unter unseren Erwartungen lagen, können wir endlich unsere fast leeren Keller auffüllen", so Krier weiter.
Laut den Prognosen des Weinbauinstituts (IVV) in Remich wird der Ertrag der diesjährigen Traubenernte an der Mosel bei ungefähr 130.000 Hektolitern liegen. Im vergangenen Jahr hatten die Winzer 100.888 Hektoliter geerntet, was zu Ertragseinbußen von 24 Prozent im Vergleich zu den vergangenen 20 Jahren geführt hat. Die diesjährige Traubenlese wird voraussichtlich noch drei Wochen dauern.
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