Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Wegweiser zum 6. Sonntag der Osterzeit
Lokales 05.05.2018 Aus unserem online-Archiv

Wegweiser zum 6. Sonntag der Osterzeit

Kornelius ist im Gebet versunken und erlebt eine Engelsvision, die ihm den Willen Gottes kundtut.

Wegweiser zum 6. Sonntag der Osterzeit

Kornelius ist im Gebet versunken und erlebt eine Engelsvision, die ihm den Willen Gottes kundtut.
Foto: Wikipedia
Lokales 05.05.2018 Aus unserem online-Archiv

Wegweiser zum 6. Sonntag der Osterzeit

Wer kann zur christlichen Gemeinschaft gehören und welche Regeln gibt es, mit dieser Frage setzt sich Martine Regenwetter auseinander.



Alle unsere Wegweiser im Überblick
Wegweiser für die Woche - so nennt  sich eine Rubrik auf wort.lu, die wir jedes Wochenende online stellen. Darin finden Sie einen spirituellen Gedanken, einen wertvollen Wegweiser für die Woche.

Die heutige erste Lesung besteht aus einigen herausgepickten Versen der längsten Erzähleinheit der Apostelgeschichte: die Begegnung des Petrus mit dem Hauptmann Kornelius (Apg 10,1-11,18). Diese Ausdehnung unterstreicht die Wichtigkeit des behandelten Themas: wer kann zur christlichen Gemeinschaft gehören und welche Regeln gibt es? Das dem zugrunde liegende, praktische Problem war, dass Juden-Christen wegen der Reinheitsgebote keine Tischgemeinschaft mit nicht-jüdischen Christen haben konnten, ohne unrein zu werden.

Der Schreiber der Apostelgeschichte stellt die Szene mit Ernst und trockener Ironie dar, die auch uns zeigt, dass Gott weder zur Verfügung steht, noch nach Kategorien verfährt.

Kornelius ist im Gebet versunken und erlebt eine Engelsvision, die ihm den Willen Gottes kundtut. Damit wird er, obwohl er weder Jude noch Mitglied einer christlichen Gemeinschaft ist, in eine Reihe gestellt mit Maria, der Mutter Jesu, Joseph und Maria Magdalena, denen auch ein Engel erschienen ist. Dem gegenüber steht Petrus, Jude und ein Leiter der neuen christlichen Gemeinde, den sein Hunger aber vom andächtigen Gebet abhält. Doch trotzdem dringt Gott zu ihm vor durch eine Vision, die ihm klarmacht, dass der Mensch nicht befugt ist, das, was Gott zusammen erschaffen und für gut befunden hat, als unrein einzustufen.

Wo Gottes Wille ist, ist auch ein Weg: das was Petrus durch seine Vision begriffen hat, wird durch das Herabkommen des Heiligen Geistes auf die Familie des Kornelius bekräftigt. Petrus, der Jesus noch in der Nacht des Verrates drei Mal aus Furcht verleugnet hat, ist nun stark im Glauben geworden. Obwohl er weiß, dass er sich in Jerusalem vor seinen Mitbrüdern dafür verantworten muss, traut er sich, die Entscheidung zu fällen und Kornelius und seine Familie zu taufen.

Gibt es Punkte, an denen unsere christliche Gemeinde in starren Regeln festgefahren ist? Was sagt uns Gott im Gebet dazu? Haben wir den Mut, dort zu handeln, wo Er es uns eingibt?

Martine Regenwetter, partage.lu – Bridderlech Deelen