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Wegweiser zum 21. Sonntag im Jahreskreis
Lokales 2 Min. 22.08.2015 Aus unserem online-Archiv

Wegweiser zum 21. Sonntag im Jahreskreis

Frühschristliche Darstellung Jesu, England, Mitte 4. Jh. nach Christus.

Wegweiser zum 21. Sonntag im Jahreskreis

Frühschristliche Darstellung Jesu, England, Mitte 4. Jh. nach Christus.
Lokales 2 Min. 22.08.2015 Aus unserem online-Archiv

Wegweiser zum 21. Sonntag im Jahreskreis

Jesus ist schwierig. Er verlangt viel. Gottfried Bachl hat es eindrücklich in seinem Büchlein „Der schwierige Jesus“ beschrieben. Mit dieser Thematik befasst sich Paul Galles in seinem Wegweiser.

Ich habe gut reden oder schreiben. Ich war damals nicht dabei, als viele Jesus und seine Aussagen für unerträglich hielten und ihn verließen. Ich lese diese Zeilen in meinem Liegestuhl oder höre sie von weitem in der Kirche. Aber an sich sind sie nicht unerträglich. Ich kann sie immer noch so leben und interpretieren, wie es mir gefällt.

Damals hingen viele Menschen ihr Leben an Jesus (heute übrigens auch noch viele!). Und manche hielten es plötzlich nicht mehr aus. Er verlangte zu viel. Nahm er sich zu wichtig? Es wurde ihnen zu unsicher. Ist er Brot des Lebens? Oder nur ein Möchtegern-Heiland?

Jesus ist schwierig. Er verlangt viel. Gottfried Bachl hat es eindrücklich in seinem Büchlein „Der schwierige Jesus“ beschrieben. Und doch gilt zweierlei. Zum einen: je näher man Jesus kommt, desto schwieriger erlebt man ihn. Ihn als schwierig zu erleben, ist also ein Zeichen von Nachfolge. Und zum anderen: nur große Ziele sind schwierig. Für kleinere Ziele lohnt es sich gar nicht jemand nachzufolgen.

Für viele wurde er unerträglich. Aber wer dann noch dabei bleibt, der findet Zugang zum wahren Geheimnis Jesu: er ist kein Magier, Showmaster, Warmduscher oder Demagoge. Er besucht Menschen, verzeiht, heilt, berührt, öffnet Herzen, Ohren und Augen, entknotet schwierige Situationen und vor allem: schenkt uns Gott. Er hat nicht nur „eine tolle Message“, sondern „Worte des ewigen Lebens“ (Petrus in Joh 6,68).

Manchmal fragen mich Menschen: muss man Christ sein, um ein guter Mensch zu sein? Meine Antwort: Warum sollte man? Ein guter Mensch ist, wer auch wirklich aus Überzeugung gut sein will und es auch in schwierigen Momenten bleibt. Bei den Christen weiß ich, dass sie einen Herrn und Gott haben, der mit Schwierigkeiten umgehen kann. Deswegen: man muss ein wirklich guter Mensch sein wollen, um Christ zu sein.

Ich habe zwar immer noch gut reden oder schreiben, aber ich will in Jesu Nachfolge bleiben, auch wenn es schwierig wird. Ich gebe mein Bestes.


Paul Galles, Young Caritas Luxembourg, "Coordinateur du bénévolat solidaire"

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