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Wegen Luxemburg: Nachbarregion fehlen Pflegekräfte
Lokales 17.10.2020

Wegen Luxemburg: Nachbarregion fehlen Pflegekräfte

Eine Krankenschwester im André-Grégoire-Krankenhaus in Montreuil: Gewerkschaften klagen über schlechte Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte in Frankreich.

Wegen Luxemburg: Nachbarregion fehlen Pflegekräfte

Eine Krankenschwester im André-Grégoire-Krankenhaus in Montreuil: Gewerkschaften klagen über schlechte Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte in Frankreich.
Foto: AFP/Christophe Archambault
Lokales 17.10.2020

Wegen Luxemburg: Nachbarregion fehlen Pflegekräfte

Wegen besserer Arbeitskonditionen bewerben sich immer mehr französische Krankenpfleger lieber im Großherzogtum als in Metz oder Thionville.

(AFP/jt) - Verantwortliche des Gesundheitswesens in der französischen Nachbarregion sind wegen der zunehmenden Abwanderung von Pflegekräften nach Luxemburg alarmiert. Ein Drittel der 350 Krankenschwestern, die jedes Jahr die drei Schulen im Departement Moselle mit einem Diplom verlassen, bewerbe sich sofort in Luxemburg oder anderswo im Ausland, heißt es in einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP. 

"Luxemburg rekrutiert wie wild. Ich bekomme gar keine Bewerbungen mehr zugeschickt", sagt Régis Moreau, Direktor der Uneos-Gruppe, die die Hôpitaux privés de Metz betreibt. Die Folge sei, dass Betten geschlossen werden müssten.

Neue Konvention gefordert

Luxemburg brauche unter anderem wegen des neuen Südspidol in Esch/Alzette eine große Anzahl von Pflegekräften und bietet „doppelt oder sogar dreifach höhere Gehälter“, so Marie-Odile Saillard, Direktorin des Regionalkrankenhauses Metz/Thionville. Sie fordert eine neue Konvention zwischen Frankreich und Luxemburg für den Pflegesektor. "Frankreich bildet aus, und das sogar gut. Aber es gibt keine Gegenleistung", kritisiert Saillard. Gewerkschafter der CGT beklagen ihrerseits die mangelnde Attraktivität des Pflegeberufs in Frankreich.


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Wie in vielen anderen Teilen Frankreichs steigen auch im Département Moselle die Corona-Zahlen, seit Donnerstag ist das Gebiet wieder als "rote Zone" eingestuft. Es werden auch wieder mehr Covid-19-Fälle im Krankenhaus behandelt. Die Situation ist aber noch unter Kontrolle. Am Freitag waren lediglich zwölf Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt, während der ersten Welle im Frühjahr waren es an die 200.  

Auch für Luxemburgs Krankenhäuser steht der Personalmangel seit Jahren ganz oben auf der Agenda. Bei einer Debatte in der Chamber im vergangenen Juli sprachen sich mehrere Abgeordnete für eine bessere Ausbildung von Pflegekräften in Luxemburg aus. Auch die Schaffung eines grenzüberschreitenden Lyzeums für Gesundheitsberufe in direkter Nachbarschaft zu Esch/Belval wurde als möglicher Lösungsweg diskutiert.   

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