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Wegen abwesender Zeugen: "School-Leaks“-Prozess ausgesetzt
Der Prozess wird erst im Januar weitergeführt.

Wegen abwesender Zeugen: "School-Leaks“-Prozess ausgesetzt

Illustrationsfoto: Marc Wilwert
Der Prozess wird erst im Januar weitergeführt.
Lokales 22.09.2016

Wegen abwesender Zeugen: "School-Leaks“-Prozess ausgesetzt

Michel THIEL
Michel THIEL
Weil Erziehungsminister Claude Meisch sowie eine Reihe von Beamten aus seinem Ministerium nicht zum Gerichtsverfahren in der so gannnten „School-Leaks“-Affäre erschienen, wurde diese am Donnerstagmorgen ausgesetzt und voraussichtlich erst im Januar fortgesetzt.

(mth) - Das Gerichtsverfahren in der so genannten „School-Leaks“-Affäre wurde am Donnerstagmorgen ausgesetzt und wird voraussichtlich erst am 9. Januar fortgesetzt.

Der Grund für die Aussetzung ist, dass die Anwälte der Verteidigung darauf bestanden, Erziehungsminister Claude Meisch sowie weitere Beamte aus dessen Ministerium vor Gericht als Zeugen anzuhören Der Minister und seine Beamten waren trotz Vorladung per eingeschriebenem Brief nicht zur Auftaktsitzung am Mittwoch erschienen, da der Staat die Meinung vertrat, bereits als Zivilkläger in dem Verfahren ausreichend durch seinen Anwalt vertreten zu sein.

Eine Strafe wegen Nichterscheinens riskieren die Zeugen, die von der Verteidigung einberufen worden waren, dennoch nicht. Dazu wäre es notwendig gewesen, dies über eine Gerichtsvollzieher einzuberufen und nicht wie in diesem Fall durch ein Einschreiben. Nach langem juristischem Geplänkel und der Anhörung des Hauptermittlers der Kriminalpolizei entschied das Gericht am Donnerstag dann eine Aussetzung.

Die Staatsanwaltschaft wird demnach die fehlenden Zeugen erneut auffordern, vor Gericht zu erscheinen. Auf der Anklagebank sitzen drei Lehrerinnen des „Lycée classique d’Echternach“ (LCE) sowie der Ehemann einer der Angeklagten. Sie sollen um den 16.  März 2015 unerlaubterweise die Prüfungsfragen des Leistungstests verbreitet haben, welcher den Übergang von der Grundschule in die Sekundarunterricht begleitet.

Vorwürfe, welche die vier Angeklagten während ihrer Anhörung durch den Untersuchungsrichter auch zugegeben hatten. Die drei wegen Verletzung des Berufsgeheimnisses angeklagten Lehrerinnen waren zuvor bereits zu hohen Disziplinarstrafen verurteilt worden. Eine weitere Lehrerin, gegen die kein Strafverfahren angestrengt wurde, kam mit einer leichteren Disziplinarstrafe davon.


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