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"Was ich daraus machen kann"
Lokales 2 Min. 03.12.2014 Aus unserem online-Archiv
Abtei Neumünster

"Was ich daraus machen kann"

Abtei Neumünster

"Was ich daraus machen kann"

Foto: Shutterstock
Lokales 2 Min. 03.12.2014 Aus unserem online-Archiv
Abtei Neumünster

"Was ich daraus machen kann"

Im Rahmen des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung findet im Grund die Veranstaltung „Außergewöhnliche Menschen – außergewöhnliche Projekte“ statt.

(dho) - Im Rahmen des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung laden die Vereinigungen Info-Handicap, Alan, Tricentenaire und „Wäertvollt Liewen“ zu der Veranstaltung „Außergewöhnliche Menschen – außergewöhnliche Projekte“ am Mittwoch von 18.30 bis 21 Uhr in der Abtei Neumünster in Grund ein.

Der Deutsche Michael Herold ist Animationszeichner, Personaltrainer und Weltenbummler. Seit seiner Kindheit leidet er an Muskelschwund und ist daher auf einen Rollstuhl angewiesen. Er wird von seinen unzähligen Abenteuern berichten, die er trotz seiner Erkrankung bisher erleben konnte. Hierzu zählen beispielsweise seine Arbeit als Animationszeichner für „Nickelodeon“ in Neuseeland, unzählige Auslandreisen, Drachenfliegen und Fallschirmspringen.

Des Weiteren wird das Kochbuch „Wäertvollt Iessen“ vorgestellt. Ein bemerkenswertes Kochbuch von einer bemerkenswerten Frau, die trotz ALS- (Amyothrophe Lateralsklerose) Erkrankung noch einige Pläne für ihre weitere Zukunft hat. Der Ferien- und Freizeitdienst „3,2,1 Vakanz“ der Vereinigung Tricentenaire zeigt auf, welche Ferienmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung bestehen.

Die „Association luxembourgeoise d'aide aux personnes 
atteintes de maladies neuromusculaires et de maladies rares“ (ALAN) stellt ihren neuen Kalender vor, den einige Künstler in Zusammenarbeit angefertigt haben. Außerdem werden Informations- und Verkaufsstände in der Abtei Neumünster zu finden sein. Der Dachverband Info-Handicap (in Zusammenarbeit mit den Vereinigungen Alan und „Wäertvollt Liewen“) möchte mit seiner diesjährigen Botschaft die Menschen zum Selbstansporn motivieren.

... oft eine Kopfsache

Äußere Barrieren gibt es für Menschen mit Behinderung immer noch viele. Auch im Bereich von psychologischen Schranken in Form von Vorurteilen und Stereotypen besteht oft noch wesentlicher Handlungsbedarf. Aber es gibt auch Barrieren, die uns alle direkt betreffen.

Es sind die, die wir uns selbst setzen – die in unserem Kopf. Diese zu überwinden, kostet jeden Menschen nicht nur Mut, sondern auch Ausdauer. Dass es sich lohnt, sollen die heutigen Vorträge im Stadtgrund uns allen vor Augen führen. Info-Handicap ist bemüht, die unsichtbaren Hindernisse, die viele Menschen mit Behinderung sich selbst einreden, oder ihnen eingeredet werden, zu beseitigen. Seit dem Jahr 1993 bietet der Dachverband seine Beratung an.

Rechte in der Arbeitswelt

Einen regen Zulauf kann das Büro im hauptstädtischen Bahnhofsviertel seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention durch Luxemburg 2011 verzeichnen. Die Menschen mit Behinderung werden aktiver. Sie wollen über ihre Rechte, vor allem in der Arbeitswelt, aufgeklärt und informiert sein. Betroffene finden in der Abtei Neumünster Informationen und Beratung.

Der heutige Abend soll aber nicht nur den Betroffenen gelten, es sollen vielmehr alle Menschen zusammen gebracht werden. Daher ist es auch kein Zufall, dass das gewählte Thema uns alle betrifft. Im Mittelpunkt stehen am Mittwochabend nicht die Behinderung, sondern die Menschen, und das, was sie trotz Behinderung täglich leisten.

Behinderung ist Verantwortung

Jeder Mensch muss ab und an Grenzen überwinden. Bei einigen kostet dies mehr Kraft und Ausdauer, zumeist auch eine ganze Portion mehr Kreativität. Gastredner Michael Herold drückt es wie folgt aus: Er 
habe erkannt, dass seine Behinderung seine Verantwortung ist – dass niemand etwas dafür kann. Was er aber daraus mache, dafür könne er niemand anderem die Verantwortung geben als sich selbst. Ein Satz, der uns sicherlich allen als Inspiration dienen kann.