Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Warum Luxemburger Geldautomaten bei Plofkrakern so beliebt sind
Lokales 27.04.2022
14 Sprengungen in vier Jahren

Warum Luxemburger Geldautomaten bei Plofkrakern so beliebt sind

Zuletzt wurde am 22. März der Geldautomat der Post in Esch/Sauer gesprengt.
14 Sprengungen in vier Jahren

Warum Luxemburger Geldautomaten bei Plofkrakern so beliebt sind

Zuletzt wurde am 22. März der Geldautomat der Post in Esch/Sauer gesprengt.
Foto: Gerry Huberty
Lokales 27.04.2022
14 Sprengungen in vier Jahren

Warum Luxemburger Geldautomaten bei Plofkrakern so beliebt sind

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Seit 2018 wurden in Großherzogtum insgesamt 14 Bankautomaten gesprengt. Hierzulande ist deren Dichte deutlich höher als im Ausland.

Nur wenig Neues ist der Antwort der Regierung auf eine parlamentarische Anfrage der ADR-Abgeordneten und Fernand Kartheiser und Fred Keup zu den Sprengungen von Geldautomaten in Luxemburg zu entnehmen. Bis auf einen Punkt – und der mag womöglich etwas überraschen. 


Sprengung Geldautomat Bancomat Raiffeisenkasse Weiswampach / Foto: John LAMBERTY
Fünf neue Erkenntnisse zu Geldautomatensprengungen
Seit der erste Bankautomat in Luxemburg gesprengt wurde, haben die Täter ihr Vorgehen angepasst. Die Bedrohungslage wurde dadurch größer.

Kartheiser und Keup wollten von Polizeiminister Henri Kox (Déi Gréng) und Finanzministerin Yuriko Backes (DP) unter anderem Dinge wissen, die längst in aller Ausführlichkeit in der Zeitung zu lesen waren. So wollten sie etwa in Tabellenform erfahren, wann welche Bankinstitute von Sprengungen betroffen waren. Ebenso wollten sie von der Regierung wissen, welche Erkenntnisse die Polizei zu „gut organisierten Tätergruppen“ hat, über die das „Luxemburger Wort“ berichtet hatte und, welche Summen erbeutet wurden. 

Bei den 14 Anschlägen auf Bankautomaten ist jedes Mal erheblicher Sachschaden entstanden.
Bei den 14 Anschlägen auf Bankautomaten ist jedes Mal erheblicher Sachschaden entstanden.
Foto: John Lamberty

Da es sich dabei um vertrauliche Erkenntnisse aus laufenden Ermittlungsverfahren handelt, bleiben zumindest die beiden letztgenannten Fragen erwartungsgemäß unbeantwortet. 


Erstmals Automatensprenger verurteilt
20 Jahre Haft hatte die Staatsanwaltschaft aus Diekirch für einen 29-jährigen Mann gefordert. Am Ende wurden es zehn.

Dass die Luxemburger Polizei eng mit der Bankenvereinigung ABBL und mit ausländischen Sicherheitskräften zusammenarbeitet, dürfte zudem ebenso wenig überraschen, wie dass die Regierung keine Statistiken darüber führt, welche Banken nach einer Sprengung einen neuen Automaten installieren und welche nicht. 

Auch kommerzielle Informationen, wie die Höhe der Versicherungsprämien, welche die jeweiligen Geldinstitute zahlen, lägen der Regierung nicht vor. Die Frage, ob die Verbreitung von Bargeld nicht drohe, durch die Sprengung von Automaten nicht drohe, eingeschränkt zu werden, ließ Yuriko Backes unbeantwortet. 

Interessant ist aber ein anderer Punkt aus dem von der Finanzministerin verfassten Antwortschreiben, der wohl eine Erklärung dazu darstellt, warum die sogenannten Plofkraker-Banden binnen knapp vier Jahren 14 Mal in Luxemburg zugeschlagen haben: 2020 gab es im Großherzogtum 107 Bankautomaten pro 100.000 Einwohner, während es in der restlichen Euro-Zone nur 64 sind. Und die Zahl sei in den letzten 15 Jahren relativ konstant geblieben. 

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.