Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Wanteraktioun geht erneut in die Verlängerung
Lokales 2 Min. 27.05.2020

Wanteraktioun geht erneut in die Verlängerung

Die Obdachlosen können sich noch bis Ende Juni tagsüber und nachts in Findel aufhalten.

Wanteraktioun geht erneut in die Verlängerung

Die Obdachlosen können sich noch bis Ende Juni tagsüber und nachts in Findel aufhalten.
Foto: Chris Karaba
Lokales 2 Min. 27.05.2020

Wanteraktioun geht erneut in die Verlängerung

Nadine SCHARTZ
Nadine SCHARTZ
Normalerweise dauert die Wanteraktioun für Menschen ohne Wohnsitz vom 1. Dezember bis zum 31. März. Aufgrund der Corona-Pandemie bleibt das Nachtfoyer in Findel nun aber bis Ende Juni geöffnet.

Die Wanteraktioun (WAK) für Menschen ohne Unterkunft wird aufgrund der Corona-Pandemie noch bis zum 30. Juni fortgesetzt. Normalerweise haben Obdachlose in den kalten Wintermonaten - vom 1. Dezember bis zum 31. März - die Möglichkeit im Nachtfoyer in Findel zu schlafen. Aufgrund der Sicherheitsmaßnahmen und der Tatsache, dass die Menschen zu Hause bleiben sollten, wurde Ende März entschieden die WAK weiterhin zu öffnen. 

Aus diesem Grund habe man denn auch entschieden, das Foyer du Jour, das sich üblicherweise in Bonneweg befindet, ebenfalls in die Räumlichkeiten in Findel zu verlegen. "So konnten wir gewährleisten, dass die Obdachlosen sich täglich und rund um die Uhr am gleichen Standort befinden", erklärt Stéphanie Goerens, Pressesprecherin des Ministeriums für Familie und Integration auf Nachfrage.  Dementsprechend sei sichergestellt worden, dass auch die Menschen ohne Unterkunft sich gemäß der Anordnung des „Bleif doheem“ ebenfalls ohne Risiko an einem Ort aufhalten könnten. Eine Neuerung, die aber ohne große Probleme angenommen worden sei, so Stéphanie Goerens. 

So haben etwa am Montag 86 Personen mittags eine Mahlzeit im Foyer erhalten, in der Nacht haben 115 Menschen im Nachtfoyer geschlafen. Eine Zahl, die in den vergangenen Wochen fast konstant gewesen sei.  Insgesamt gibt es übrigens dort 250 Betten, verteilt auf zwölf Schlafräume.

22 Personen positiv auf Covid-19 getestet

Doch auch in der WAK mussten einige Sicherheitsmaßnahmen vorgenommen werden. So wurde etwa im Speisesaal jeweils nur eine reduzierte Anzahl an Personen zugelassen und statt einem Tisch werden zwei Tische zusammengerückt, um den erforderlichen Abstand zwischen den Menschen zu gewährleisten. In den Schlafräumen soll, wenn möglich, nur jedes zweite Bett benutzt werden, während im Außenbereich Zelte aufgestellt wurden, in denen die Obdachlosen sich tagsüber aufhalten können.

Im Außenbereich wurden Zelte installiert, in denen die Obdachlosen sich aufhalten können.
Im Außenbereich wurden Zelte installiert, in denen die Obdachlosen sich aufhalten können.
Foto: Chris Karaba

Doch auch auf die Hygiene wird streng geachtet: "Die Menschen werden immer wieder darauf hingewiesen, sich regelmäßig die Hände zu waschen", erklärt Goerens weiter. Zu diesem Zweck wurden denn auch im Außenbereich zusätzliche Wasserhähne installiert. Seit der Einführung der Maskenpflicht erhalten die Obdachlosen ebenfalls Masken.

Insgesamt wurden in der WAK übrigens bislang 22 Personen positiv auf Covid-19 getestet, 15 davon sind wieder genesen. Der letzte positive Test wurde am 14. Mai festgestellt. 


Lok , Report Strossen Englen , Strossenengelen , Anges de la Rue , Hilfe für Obdachlose , beim Abrigado  , Foto:Guy Jallay/Luxemburger Wort
"Stroossen Englen": Freiwillige Helfer
Auch in der Krisenzeit stehen die freiwilligen Helfer der Vereinigung bedürftigen Menschen in der Hauptstadt zur Seite.

Umbauarbeiten in Findel

Vom 1. Juli an wird das Erdgeschoss eines der Gebäude an der Rue de Neudorf in Findel für Übernachtungsmöglichkeiten umgebaut, während die erste Etage weiterhin Personen, die Symptome des Covid-19 vorweisen und auf einen Test warten, zur Verfügung.  Das Nachtfoyer, das vom Luxemburger Roten Kreuz verwaltet werden soll, bietet Obdachlosen die Möglichkeiten, sich nachts auszuruhen und sich zu waschen. Zudem erhalten sie dort eine Mahlzeit.  

 

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Von wegen Randerscheinung
Menschen am Rand der Gesellschaft sind in der Corona-Krise einer besonderen Belastung ausgesetzt, warnt Marie-Josée Jacobs. Der Caritas-Vorsitzenden bereiten zwei Szenarien erhebliches Kopfzerbrechen.
Telecran, Marie Josée Jacobs, Foto: Lex Kleren/Telecran