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Waldbrand: Feuer ist gelöscht
Lokales 43 2 Min. 04.08.2018 Aus unserem online-Archiv

Waldbrand: Feuer ist gelöscht

Der Schaden ist deutlich zu erkennen.

Waldbrand: Feuer ist gelöscht

Der Schaden ist deutlich zu erkennen.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 43 2 Min. 04.08.2018 Aus unserem online-Archiv

Waldbrand: Feuer ist gelöscht

Weit mehr als 100 Feuerwehrkräfte bekämpften seit Freitag einen großen Waldbrand zwischen Schlindermanderscheid und Consthum. Insgesamt brannte eine Fläche von rund zehn Hektar. Am Samstagmorgen kam Entwarnung. Das Feuer galt um 9.20 Uhr offiziell als gelöscht.

(str/SH) - Stundenlang waren bis zu 150 Feuerwehrleute, vorwiegend freiwillige Helfer, wegen eines Waldbrandes zwischen Schlindermanderscheid und Consthum im Einsatz. Am Samstagmorgen durften sie aufatmen: Um 9.20 Uhr, nach einem mehr als 18-stündigen Einsatz, galt das Feuer offiziell als gelöscht.

Dennoch bleiben weiterhin einige Rettungskräfte vor Ort, um zu vermeiden, dass sich kleinere Brandnester erneut entzünden. Wie lange diese noch vor Ort bleiben werden, hängt von der weiteren Entwicklung ab. Verletzt wurde bei dem Brand niemand. In einer E-Mail bedankte sich am Samstag auch die Gemeinde Bourscheid, auf deren Territorium der Brand ausgebrochen war, bei den Helfern. Dank ihres Einsatzes hätte eine Katastrophe verhindert werden können.

Gegen 14.50 Uhr war am Freitagnachmittag eine Alarmmeldung bei der Leitstelle der Rettungsdienste eingegangen: Ein ganzer Hügel, trocken und bewaldet, stand zwischen Schlindermanderscheid und Consthum lichterloh in Flammen – mittendrin eine Hochspannungsleitung der Creos. 

Sofort wurden rund 100 Feuerwehr- und Rettungskräfte mit 30 Einsatzfahrzeugen aus 15 CGDIS-Stützpunkten mobilisiert: die Feuerwehren aus Alebësch, Bettendorf, Bissen, Bourscheid, Diekirch, Fels, Goesdorf, Hosingen, Lintgen, Mersch, Nothum, Ulflingen, Weiler, Wiltz und Wintger. Gegen 18 Uhr traf zudem ein Peloton mit rund 30 Feuerwehrleuten zur Ablösung ein.

Drei Stunden dauerte es, bis es den Feuerwehrkräften gelang, den Waldbrand zumindest einzukreisen und eine weitere Ausdehnung zu verhindern. Insgesamt wurden rund zehn Hektar Wald von den Flammen verschlungen.

Kleine Brandnester am Samstagmorgen

Die ganze Nacht über waren 30 Mann im Einsatz, um den Brand zu kontrollieren. Am Samstagmorgen wurden sie von weiteren Einsatzkräften abgelöst. Kurz vor 8 Uhr kam die Meldung, dass mittlerweile nur noch vereinzelte kleine Brandnester aktiv waren. Eine Drone sollte am Morgen über das Gebiet fliegen, um die Einsatzleute, die in dem Hang zu Fuß unterwegs sind, zu den Brandnestern zu leiten.

Am Freitagabend um 21.30 Uhr war der Brand noch nicht gelöscht. Ein steiler, dichtbedeckter Hang, über den sich das Feuer ausgebreitet hat, stellt die Feurwehrleute vor große Probleme. Bedingt durch das sehr heiße Wetter und die Tatsache, dass die Brandnester teilweise nur zu Fuß zu erreichen sind, erwiesen sich die Löscharbeiten als extrem anstrengend. Als Vorsichtsmaßnahme wurde ein weiterer Rettungswagen mit Notarzt zur Brandstelle geschickt, um die Feuerwehrleute zu betreuen.

Erschwert wurden die Löscharbeiten aber nicht nur durch die sehr hohen Temperaturen, sondern auch durch den Mangel an Löschwasser. Dieses wurde von einer Armada an Tanklastern herbeigeführt und dann zu den Brandherden gepumpt. 

Unterstützt wurden die Löschdienste dabei sowohl von Landwirten aus den umliegenden Ortschaften als auch von einem Privatunternehmen aus Ulflingen, das fünf Tanklastwagen mit einem Fassungsvermögen von 19.000 Kubikmetern zur Verfügung stellte. 

Eine weitere Verstärkung bestehend aus Teams aus Hobscheid, Contern und Kehlen wird die Brandstelle über Nacht bewachen und am Samstagmorgen, falls nötig, die Löscharbeiten weiterführen. 


Am Abend keine Züge auf der Nordstrecke

Die Rauchentwicklung hat auch Einfluss auf den Zugverkehr: Ab 21.00 Uhr verkehrten auf der Nordstrecke keine Züge mehr, ein Busersatzverkehr wurde organisiert. Nachdem das Feuer am Samstagmorgen gelöscht war, kann der Zugverkehr wieder aufgenommen werden.

Zur Brandursache liegen bisher noch keine Erkenntnisse vor.

Die Leitstelle der Rettungsdienste warnt aufgrund der anhaltenden Hitze und Trockenheit dringend davor, mit Fahrzeugen über trockene Felder zu fahren, Zigaretten und leere Glasflaschen achtlos wegzuwerfen und Feuer in der freien Natur zu entzünden. Zudem soll auch bei Barbecues besonders Acht gegeben werden.  






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