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Waffenhandel in Luxemburg : Kalaschnikow per Mausklick
Lokales 2 Min. 17.03.2016

Waffenhandel in Luxemburg : Kalaschnikow per Mausklick

Eine slowakische Firma bietet ihre Waffen auch in Luxemburg an.

Waffenhandel in Luxemburg : Kalaschnikow per Mausklick

Eine slowakische Firma bietet ihre Waffen auch in Luxemburg an.
Foto: AP
Lokales 2 Min. 17.03.2016

Waffenhandel in Luxemburg : Kalaschnikow per Mausklick

Maxime LEMMER
Maxime LEMMER
In Luxemburg soll es problemlos möglich sein, sich per Internet via eine slowakische Firma Feuerwaffen zu beschaffen. Neun EU-Staaten haben die Lieferungen verboten. Luxemburg zählt nicht dazu.

(ml) - Die Europäische Union arbeitet derzeit strengere Regeln aus, um den illegalen Waffenhandel wirksamer zu bekämpfen. Dies bestätigen die Minister Jean Asselborn (Außenpolitik), Etienne Schneider (innere Sicherheit) und Félix Braz (Justiz) in ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage. Die Arbeiten hätten während der luxemburgischen EU-Ratspräsidentschaft begonnen und sollen spätestens im Juni abgeschlossen werden, heißt es weiter.

Waffen per Internet zu kaufen, sei in Luxemburg sehr einfach, berichtet die französischsprachige Zeitung "Le Quotidien" in ihrer Donnerstag-Ausgabe. Die slowakische Firma AFG Security biete auf ihrer Homepage ein ganzes Repertoire von Sturmgewehren an. Im Angebot stünden u. a. Kalaschnikows und Tokarey Pistolen, die z. B. im Januar 2015 vom islamistischen Terroristen Amedy Coulibaly in Paris benutzt wurden. Die Lieferzeit betrage lediglich sieben Tage. Kunden, deren Bestellung mehr als 1.000 Euro beträgt, bekommen einen Vorzugspreis.

Ein Kinderspiel für Experten

Der Zugang zur besagten Homepage der Firma sei ohne Schwierigkeiten zu bewerkstelligen, heißt es im Artikel. Die Kunden würden lediglich darauf aufmerksam gemacht werden, dass sich die Internetseite an Fachbesucher und Waffenfirmen richte. Im Prinzip könnten die von AFG Security angebotenen Waffen nur Platzpatronen abfeuern. Die slowakischen Normen, um derartige Waffen unbrauchbar zu machen, seien allerdings sehr lasch. Für einen Experten sei es ein Kinderspiel, diese Waffen wieder für scharfe Munition tauglich zu machen.

Im vergangenen Jahr hat die französische Regierung alle Lieferungen der Firma AFG Security untersagt. In neun anderen EU-Mitgliedsstaaten gilt das gleiche Verbot. Luxemburg sah bis jetzt diesbezüglich noch keinen Handlungsbedarf, obwohl die drei zuständigen Minister am Dienstag beteuerten, dass das Großherzogtum sich auf die Seite der Länder stellen werde, die den Erwerb von Feuerwaffen erschweren wollen.

Waffenwerkstatt ausgehoben

In seinem Bericht blickt der "Quotidien" auch auf einen Zugriff zurück, der am 10. Februar in Rümelingen stattfand. Die Ermittler hatten damals eine Waffenwerkstatt ausgehoben, die die Unterwelt mit Waffen versorgte. Ein Großteil der 546 Waffen, die beschlagnahmt wurden, hätten aus der Slowakei gestammt. 70 Personen wurden in dem Zusammenhang in Luxemburg und in Frankreich verhaftet. Nähere Einzelheiten dazu verraten die Regierungsmitglieder in ihrer Antwort auf die parlamentarische Anfrage nicht. Die Minister verweisen auf die Ermittlung, die noch nicht abgeschlossen ist.



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