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"Abpraller sind unberechenbar"
Lokales 2 Min. 27.09.2016 Aus unserem online-Archiv
Waffenexperte Freylinger

"Abpraller sind unberechenbar"

 Waffenexperte Gaston Freylinger: Eine verirrte Kugel kann gefährlich bleiben.
Waffenexperte Freylinger

"Abpraller sind unberechenbar"

Waffenexperte Gaston Freylinger: Eine verirrte Kugel kann gefährlich bleiben.
Foto: shutterstock
Lokales 2 Min. 27.09.2016 Aus unserem online-Archiv
Waffenexperte Freylinger

"Abpraller sind unberechenbar"

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Eine verirrte Kugel bleibt selbst auf größere Distanz gefährlich. Waffenhändler Gaston Freylinger über verschiedene Grundregeln beim Schießen.

(jag) - Vorausgesetzt, die Frau, die am Samstag in Fentingen auf ihrer Terrasse verletzt wurde, ist wirklich von einer Jagdkugel getroffen worden, stellen sich eine Reihe von Fragen, was die Jagd betrifft.

Es gibt zwar keine vorgeschriebene Mindestdistanz zu Wohngebieten, allerdings sind Schüsse in Richtung von Häusern und Wohnungen komplett untersagt.

Das bestätigt auch Waffenhändler Gaston Freylinger: "Der Schuss muss immer "begraben" werden, das heißt, die Kugel muss von oben nach unten abgeschossen werden und am Ende ihrer Bahn im Boden landen. Zumindest muss ein Kugelfang vorhanden sein, der verhindert, dass das Geschoss unkontrolliert weiter fliegt. Schüsse über den Horizont sind dabei tabu. Man sollte immer sehen, wo die Kugel aufschlägt. Geht die Schussbahn trotzdem nach oben, habe ich ein Problem".

Patronen für Schwarzwild

Freylinger geht zudem auf die verwendete Munition ein. Im Gegensatz zur Jagd auf Niederwild wie Hasen oder Fasane wird bei der Schwarzwildjagd kein Schrot sondern Kugeln eingesetzt.  

Vor Jahren prallte in Frankreich eine Kugel vom Kopf eines Rehs ab, durchschlug in einem Dorf die Vitrine eines Wirtshauses, schlug gegen den Tresen und rollte dann unter einen Tisch.

"Bei der Jagd werden üblicherweise  Teilmantelgeschosse eingesetzt. Diese Kugeln werden mit einer Geschwindigkeit von 800 Metern pro Sekunde abgeschossen. Das kleinste Hindernis kann die Schussbahn komplett verändern ohne dass die Geschwindigkeit verringert wird," so Freylinger. "So prallte vor Jahren bei einem Zwischenfall in Frankreich eine Kugel vom Kopf eines Rehs ab, durchschlug in einem Dorf die Vitrine eines Wirtshauses, schlug gegen den Tresen und rollte dann unter einen Tisch. Der Jäger hatte zu keinem Zeitpunkt in Richtung der Ortschaft gezielt." 

Abpraller sind immer möglich

"Selbst wenn die Jäger alle Sicherheitsmaßnahmen eingehalten haben, was ich nicht weiß, so kann eine Kugel vom jetzt sehr trockenen Boden oder einem Stein abprallen. Es gibt dokumentierte Fälle in denen selbst ein Weizenfeld oder eine Hecke die Schussbahn veränderte. Da kann auch ein Maishalm reichen. Die bei der Jagd üblichen mittleren Kaliber bleiben dann auch noch in einer Distanz von zwei Kilometern für den Menschen gefährlich. In Extremfällen ist diese Distanz ohne äußere Bremseinwirkung sogar noch größer."

Laut Freylinger hätte die Kugel im vorliegenden Falle genau so gut tödlich sein können. Freylinger kennt den vorliegenden Fall zwar nicht, er vermutet aber dass es sich um ausgebildete Jäger handelte^, denen einfach ein Fehler unterlaufen ist.

"Der verletzten Person wird es nicht helfen", so Freylinger, "der Vorfall ist schlimm genug. Aber ich kann mir nur vorstellen, dass die Kugel durch einen unglücklichen Zufall abgelenkt wurde."  


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