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Wärme und Strom für "Ban de Gasperich": Intelligente Energieversorgung
13 Jahre brauchte es von ersten Gesprächen bis zur Inbetriebnahme.

Wärme und Strom für "Ban de Gasperich": Intelligente Energieversorgung

Foto: Chris Karaba
13 Jahre brauchte es von ersten Gesprächen bis zur Inbetriebnahme.
Lokales 5 04.10.2016

Wärme und Strom für "Ban de Gasperich": Intelligente Energieversorgung

Rita RUPPERT
Rita RUPPERT
Am Dienstag wurde nahe des neuen Stadtviertels ein Bauwerk eingeweiht, das nicht nur den "Ban de Gasperich" mit Energie versorgen wird.

Von Rita Ruppert

Im „Ban de Gasperich“ entsteht aktuell ein neues Stadtviertel, dessen Gebäude mit Wärme und Strom versorgt werden müssen. Diese Energie wird von einem Gebäude namens ECCO am Boulevard F.W. Raiffeisen geliefert. Doch das neue Viertel ist nicht der einzige Kunde.

„Gut Ding will Weile haben“, sagte Stadtbürgermeisterin Lydie Polfer am Dienstag  bei der Einweihung des Gebäudes ECCO in Gasperich. In der Tat hat es von ersten Gesprächen bis zur Inbetriebnahme 13 Jahre gebraucht. Und noch sind nicht alle Leitungen und Rohre verlegt.

Im markanten Bauwerk am Boulevard Raiffeisen befinden sich eine Fernwärmezentrale der Stadt Luxemburg, betrieben von Lux-
Energie, und eine Transformatorstation des Unternehmens Creos. Alle neuen Gebäude, die im „Ban de Gasperich“ errichtet werden, werden an dieses Fernwärmenetz angeschlossen.

Wärme der Sidor sinnvoll genutzt

Die Wärme wird von der Müllverbrennungsanlage der Sidor in Leudelingen zum „Ban de Gasperich“ transportiert. Somit wird in Leudelingen nicht nur Strom produziert, auch die verbleibende Wärme wird sinnvoll genutzt. Die Zentrale beim Verteilerkreis in Gasperich umfasst nur Gaskessel, die bei Verbrauchsspitzen und im Fall von Wartungsarbeiten in Leudelingen genutzt werden.

80 bis 85 Prozent des Wärmebedarfs des „Ban de Gasperich“ und der Industriezone „Cloche d'Or“ sollen durch die Wärme aus Leudelingen abgedeckt werden. Die restlichen 15 bis 20 Prozent werden in der Fernwärmezentrale mittels Gaskesseln produziert. Bis Ende 2018 sollen alle Versorgungsrohre respektive -leitungen verlegt sein.

In der Creos-Transformatorstation wird Strom umgewandelt und sowohl an die Gebäude im „Ban de Gasperich“ als auch an die Viertel im Süden der Hauptstadt geliefert.

Im Innern des Gebäudes befinden sich eine Fernwärmezentrale und eine Transformatorstation.
Im Innern des Gebäudes befinden sich eine Fernwärmezentrale und eine Transformatorstation.
Foto: Lex Kleren

Für das architektonische Konzept des ECCO-Gebäudes zeichnet „BENG Architectes Associés“ verantwortlich.

Laut Kostenvoranschlag dürften sich die Kosten für das Gesamtprojekt auf 20 Millionen Euro belaufen. Allein das Gebäude mit der Fernwärmezentrale und den Anschlüssen dürfte mit 5,8 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Bautenschöffin Simone Beissel zufolge galt es, die Frage zu beantworten: Wie kann der „Ban de Gasperich“ auf intelligente Art mit Energie versorgt werden? Die 
umweltfreundliche Art mit der Wärme aus der Müllverbrennungsanlage in Leudelingen stelle einen neuen Meilenstein dar.




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