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Wachendes Kameraauge vs. Datenschutz
Lokales 2 Min. 07.11.2019

Wachendes Kameraauge vs. Datenschutz

Seit 2017 wird der Bahnhofsvorplatz kameraüberwacht.

Wachendes Kameraauge vs. Datenschutz

Seit 2017 wird der Bahnhofsvorplatz kameraüberwacht.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 2 Min. 07.11.2019

Wachendes Kameraauge vs. Datenschutz

Diana HOFFMANN
Diana HOFFMANN
Kameras in Bus, Zug und Bahnhöfen dienen dem Schutz der Allgemeinheit. Doch auch der Datenschutz muss beachtet werden.

In etwa anderthalb Jahren, im Zeitraum zwischen Mai 2018 und Ende September 2019, wurden 382 Anfragen bei der CFL eingereicht, um Zugriff auf das Videomaterial aus Bussen, Zügen oder von Bahnhöfen zu bekommen.

Die Gründe für eine Anfrage sind, etwa bei den Videoaufnahmen aus den Zügen, dass ein CFL-Mitarbeiter bedroht oder angegriffen wurde (13 Fälle), Diebstähle (53) oder sexuelle Belästigung (zehn). Insgesamt wurden dort 114 Anträge zur Sichtung gestellt.

Bei den Aufnahmen aus den Bahnhöfen war dies 246 Mal der Fall. Als Motiv wurde unter anderem Diebstahl (129 Fälle), Gewalt (46), davon 16 physischer Natur, oder Vandalismus (20) angegeben. Auch die Kamerabilder aus CFL-Bussen wurden 22 Mal abgerufen. Dies, da Mitarbeiter angegriffen wurden oder auf Anfrage der Polizei.

Diese Zahlen gehen aus der Antwort von Kommunikationsminister Xavier Bettel (DP) und Mobilitätsminister François Bausch (Déi Gréng) auf eine parlamentarische Frage des Abgeordneten Marc Goergen (Piraten) hervor.

Die Bilder der Überwachungskameras wurden entweder vom beigeordneten Chef des Service exploitation et infrastructure, dem Bereitschaftsdienst dieses Dienstes, dem Délégué à la protection des données, einem Mitglied der Direktion der CFL und/oder der Polizei abgerufen.

Schutz des Datenmaterials

Die CFL ist verantwortlich für das Material der Videoüberwachung in Zügen, Bahnhöfen und Bussen. In Zügen werden die Aufnahmen, je nach Zug, zwischen 72 Stunden und zehn Tagen gespeichert. In Bussen liegt die Zeit je nach System zwischen 15 Tagen und einem Monat. Die Aufzeichnungen aus den Bahnhöfen werden maximal während 20 Tagen registriert.

In den Zügen befinden sich die Kassetten in einem abgeschlossenen Bereich und die Daten können nur mit einem speziellen Programm ausgewertet werden. Busse verfügen über ein Aufzeichnungsgerät mit einem Harddisk. Auch dieses ist nicht frei zugänglich und die Daten sind verschlüsselt.


überwachungskamera - Photo : Pierre Matgé
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Wer genau befugt ist, die Bilder aus den Überwachungskameras der CFL abzurufen, möchte der Abgeordnete zudem wissen. Es heißt etwa, dass die Aufnahmen aus den Zügen von Technikern, die spezialisiert sind, dem Délégué à la protection des données, der Personalvertretung (falls ein CFL-Mitarbeiter betroffen ist), Personen, die befugt sind zu überwachen, aber auch von sonstigen „Personen, die befugt sind“, gesichtet werden dürfen.


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Das Videomaterial aus den Bahnhöfen, den Park&Rides, den Quais, den Fahrstühlen, dem Funiculaire und bei Notrufsäulen wird in der Centrale de télésurveillance der CFL überwacht. Die Bilder werden in Echtzeit gesichtet. Die Live-Bilder sind lediglich in der Zentrale einzusehen. Die Aufnahmen werden maximal 20 Tage auf einem Server gespeichert. Sie sind verschlüsselt und können nachträglich nur von befugten Personen durchgesehen werden.


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