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Vorsicht, Wildwechselsaison
Lokales 3 Min. 02.11.2020 Aus unserem online-Archiv

Vorsicht, Wildwechselsaison

Wer das Gefahrenschild am Fahrbahnrand sieht, sollte seine Fahrweise anpassen. Denn die Schilder werden bevorzugt an Orten angebracht, an denen es bereits zu Wildunfällen gekommen ist.

Vorsicht, Wildwechselsaison

Wer das Gefahrenschild am Fahrbahnrand sieht, sollte seine Fahrweise anpassen. Denn die Schilder werden bevorzugt an Orten angebracht, an denen es bereits zu Wildunfällen gekommen ist.
Foto: Guy Jallay/LW-Archiv
Lokales 3 Min. 02.11.2020 Aus unserem online-Archiv

Vorsicht, Wildwechselsaison

Pierre SCHOLTES
Pierre SCHOLTES
Schlechte Sicht und aufgescheuchte Tiere – in diesen Tagen steigt die Gefahr von Unfällen mit Wild.

Mit der Zeitumstellung am vergangenen Wochenende ist die dunkle Jahreszeit endgültig in Luxemburg angekommen. Auch in der Natur macht sich der Winter langsam bemerkbar. 

Tiere finden weniger Futter und müssen mehr Strecke zurücklegen, um satt zu werden. Zusammen mit den zu dieser Jahreszeit schlechten Sichtverhältnissen kann der Wildwechsel für Autofahrer schnell zur Gefahr werden. Dies bestätigt auch die Unfallstatistik der Polizei: Sie geht von mehr als 1.000 Wildunfällen im Jahr aus. 

Zwischen dem 1. September und dem 20. Oktober hat die Polizei dieses Jahr 39 Unfälle registriert, in die Wild verwickelt war. 

Langsam fahren und Straßenrand im Blick halten 

Vor allem dämmerungsaktives Wild nutzt die frühen Abendstunden, um sich auf die Suche nach Futter oder einem Liegeplatz zu machen. Deshalb gilt im frühen Morgen und Abend besondere Vorsicht. Mit dem Beginn der Jagdsaison und den vielen Treibjagden kann aufgescheuchtes Wild aber auch am Tag die Fahrbahn kreuzen. Bei schlechter Sicht wegen Nebels oder Regens ist das für Autofahrer noch gefährlicher. Denn selbst ein vermeintlich kleines Reh entwickelt bei einer Kollision enorme Kräfte – bei einem Tempo von 70 km/h wirkt eine Aufprallwucht von 850 Kilogramm auf das Auto ein. 


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Kaum überraschend, dass ein Zusammenstoß nicht selten mit dem Tod des Tieres und erheblichem Schaden am Auto endet. Deshalb empfiehlt die Polizei Autofahrern, ihre Geschwindigkeit anzupassen und beide Straßenränder stets im Blick zu haben, besonders wenn die Straße durch ein Waldstück führt. 

Außerdem sind viele Wildtiere – wie etwa Rehe oder Wildschweine – Rudeltiere. Man sollte also immer mit mehreren Tieren rechnen. Begegnet man einem Tier, das auf der Fahrbahn steht, sollte man den Wagen abbremsen und hupen

Eher kontraproduktiv ist hingegen das Betätigen des Fernlichts oder der Lichthupe. Dadurch werden die Tiere geblendet und an der Suche nach einem Fluchtweg gehindert. Ist eine Kollision unausweichlich, hilft nur noch eine Vollbremsung. Hierbei sollte nicht versucht werden, dem Tier auszuweichen, da solch ein Manöver das Risiko birgt, dass der Wagen ins Schleudern gerät. 

 Eigene Sicherheit sollte immer Priorität haben 

Nach einem Wildunfall sollte man zunächst die Unfallstelle absichern und versuchen ruhig zu bleiben. Der erste Griff gilt dabei den Warnblinkern des Wagens. Dann sollte man ein Warndreieck aufstellen – auf einer Landstraße sollte dieses mit einem Mindestabstand von 50 Metern zur Unfallstelle platziert werden. 

Dabei gilt es natürlich den Verkehr im Auge zu behalten, denn eigene Sicherheit sollte höchste Priorität haben. Erst dann sollte die Polizei (113) oder, wenn es Verletzte gibt, der Notruf (112) kontaktiert werden. Wer nach einem Wildunfall einfach weiterfährt, der macht sich strafbar. „Laut Straßenverkehrsordnung muss ein Unfall auf einer öffentlichen Straße polizeilich gemeldet werden“, erklärt eine Polizeisprecherin auf Nachfrage. 


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Bei einem Wildunfall kommt erschwerend hinzu, dass davon auszugehen ist, dass man, wenn man die Unfallstelle im Wissen verlässt, ein verletztes Tier zurückgelassen zu haben, man dessen qualvollen Tod in Kauf nimmt. Hier greife das Tierschutzgesetz von 2018, das jeden verpflichtet einem Tier in Not zu helfen, so die Sprecherin weiter. 

Zudem stellt ein verletztes, umherirrendes Tier oder auch ein Tierkadaver auf der Fahrbahn ein erhebliches Unfallrisiko für andere Verkehrsteilnehmer dar. Ist der Polizei der Unfall gemeldet worden, kontaktiert diese den zuständigen Förster. 


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Die Polizei ist kontaktiert und die Unfallstelle abgesichert, trotzdem kann man auch jetzt noch einiges falsch machen. So ist etwa dringend davon abzuraten, das verletzte Tier anzufassen. Dies auch, um sich selbst vor möglichen Verletzungen und Krankheitserregern zu schützen. 

Ebenso untersagt ist der eigenmächtige Abtransport des Tieres. „Tote Tiere dürfen nur nach einer behördlichen Freigabe abtransportiert werden. Wer auf eigene Faust einen Kadaver mitnimmt, macht sich demnach der Wilderei schuldig und verstößt gegen das Jagdgesetz“, mahnt die Polizeisprecherin zum Schluss. 

Termine für Treibjagd gibt es online

Die Jagdsaison hat landesweit begonnen. In zahlreichen Jagdlosen finden ab Oktober wieder sogenannte Treibjagden statt. Diese müssen 15 Tage im Voraus bei der Naturverwaltung angemeldet werden. Alle Termine für die jeweiligen Lose sind auf den Karten des nationalen kartografischen Dienstes wiederzufinden. 

Es sei angemerkt, dass es verboten ist, eine Jagd wissentlich zu stören. Wer unsicher ist, ob gerade eine Jagd stattfindet, sollte zudem die Straßenschilder beachten. Denn ein Jagdveranstalter ist dazu verpflichtet, diese mit Schildern zu kennzeichnen.

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24.10.Dudelange / Warnschild Wildwechsel Foto:Guy Jallay