Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Vorsicht, Wild!
Lokales 2 Min. 02.11.2015 Aus unserem online-Archiv
Auto gegen Hirsch und Co.

Vorsicht, Wild!

Fuß vom Gas bei Wildwechsel.
Auto gegen Hirsch und Co.

Vorsicht, Wild!

Fuß vom Gas bei Wildwechsel.
Foto: Guy Jallay
Lokales 2 Min. 02.11.2015 Aus unserem online-Archiv
Auto gegen Hirsch und Co.

Vorsicht, Wild!

Seit dem 17. Oktober ist die Treibjagdsaison in Luxemburg eröffnet. Demnach sind auch Autofahrer zu erhöhter Aufmerksamkeit aufgefordert. Denn Wildunfälle sind oft folgenschwer.

(SH) - Hirsch, Wildschwein und Co. lassen seit einigen Tagen zwar die Herzen der Jäger höher schlagen, den meisten Autofahrern sind die Tiere jedoch eher ein Dorn im Auge. Rund 1 200 Wildunfälle werden jedes Jahr vermerkt.

Ist während der Treibjagd mit besonderer Gefahr zu rechnen?

Mit dem Auftakt der Treibjagd hat am 17. Oktober wieder die Jahreszeit begonnen, in der es gilt, auf den Straßen besonders aufmerksam zu sein. Auch wenn Wildunfälle durchaus das ganze Jahr über möglich sind, so stellen sie zur Jagdzeit eine besondere Gefahr dar.

In der Regel sind die Wildtiere vor allem in der Dämmerung aktiv. Sind jedoch Jäger hinter ihnen her, sind die Tiere den ganzen Tag über aufgescheucht. In ihrem Kampf ums Überleben machen sie zwischen Wald und Straße keinen Unterschied.

Wie können Autofahrer Unfälle vermeiden?

Der Automobile Club rät Autofahrern, ihre Geschwindigkeit anzupassen. Auf Landstraßen und Streckenabschnitten, die durch Wald führen, sollten sie den Fuß vom Gaspedal nehmen – insbesondere wenn Schilder auf Wildwechsel oder eine Jagd hinweisen.

Denn je schneller ein Auto rollt, umso länger ist der Bremsweg. Und je höher die Geschwindigkeit ist, wenn es zu einem Zusammenstoß kommt, umso mehr Kräfte wirken ein. Bei Tempo 60 entspricht die Wucht, mit der ein Rothirsch in die Frontpartie eines Autos einschlägt, dem Gewicht eines ausgewachsenen Elefanten.

Das Tempo zu drosseln alleine reicht jedoch nicht aus. Autofahrer sollten zudem den nötigen Sicherheitsabstand zu dem sich vor ihnen befindenden Wagen einhalten.

Zudem sollten sie die Fahrbahnränder beobachten und stets damit rechnen, dass vor ihnen ein Tier auftauchen könnte. Denn wer das Wild früh bemerkt, hat mehr Zeit, zu reagieren.

Wild auf der Straße - was nun?

Wer Wild erblickt, sollte möglichst stark abbremsen, dabei aber die Kontrolle über den Wagen nicht verlieren.

Ausweichen ist meist keine gute Option. Zu groß ist hierbei die Gefahr, in den Gegenverkehr zu geraten oder in einem Baum zu landen. Im Zweifelsfall sei es besser, ein Tier anzufahren, als die Kontrolle über den Wagen zu verlieren und möglicherweise in ein anderes Auto zu fahren, heißt es beim ACL.

Wer neben Bremsen und Kontrolle behalten noch Zeit hat, kann auch versuchen, durch Hupen die Tiere zu verscheuchen. Lichtsignale sollten hingegen vermieden werden. Hierdurch wird das Wild zwar verblendet, nicht aber verscheucht.

Hat ein Autofahrer den Zusammenstoß mit einem Tier vermieden, sollte er aufmerksam bleiben. Denn Wild ist oft in Gruppen unterwegs, es lauert also weiterhin Gefahr.

Entgegenkommende Fahrer dürfen gewarnt werden.

Es hat gekracht - was nun?

Auch im Falle eines Unfalls müssen die anderen Verkehrsteilnehmer gewarnt werden. Heißt: Blinker an, Warndreieck aufstellen. Auf keinen Fall sollte ein verletztes Tier angefasst werden, denn ist dieses in Panik, könnte es zubeißen. Auch totes Wild darf nicht einfach abtransportiert werden, sonst droht eine Anklage wegen Wilderei.

Stattdessen gilt es, die Polizei zu rufen. Ist der Unfall erst einmal gemeldet und verfügt der Fahrer über eine Kaskoversicherung, kommt diese für den Schaden auf. Der ACL gestattet seinen Mitgliedern ebenfalls eine Entschädigung.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Rund 1.200 Kollisionen mit Wildtieren registriert die Polizei in Luxemburg jedes Jahr. Dabei gibt es so einiges, was Autofahrer tun können, damit solche Unfälle gar nicht erst passieren.
ARCHIV - 30.10.2014, Niedersachsen, Hannover: Ein totes Reh liegt nach einem Unfall am Straßenrand. (zu dpa: «MLV stellt Piep-Projekt gegen Wildunfälle vor» vom 09.10.2018) Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Verhaltensregeln bei Unfällen
Ein kleiner Moment der Unaufmerksamkeit und schon hat es gekracht. Unfälle mit Tieren sind keine Seltenheit. Dennoch wissen Autofahrer nicht immer, wie sie sich in solchen Situationen verhalten sollen.
Diese Geschichte hat leider kein Happy End. Obwohl ein Verkehrsteilnehmer alles richtig gemacht hatte, konnte einem Rehkitz, das er verletzt an der N4 entdeckt hatte, nicht mehr geholfen werden. Das Tier musste mittlerweile eingeschläfert werden.
Das Reh wurde auf der N4 verletzt aufgefunden.
Wildunfälle häufen sich
Zwischen Oktober und Dezember kommt es vermehrt zu Verkehrsunfällen mit Wild. Dann findet auch die Treibjagd statt. Doch worauf können Autofahrer achten? Und was soll man tun, wenn ein Tier angefahren wurde?
Noch bis Ende Januar findet in Luxemburg die Treibjagd statt.