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Vorfall vor genau zwei Jahren: Brudermord kommt vor Gericht
Der Mord geschah im dritten Stock dieses Mehrfamilienhauses an der Place Stalingrad in Esch/Alzette

Vorfall vor genau zwei Jahren: Brudermord kommt vor Gericht

Foto: Chris Karaba
Der Mord geschah im dritten Stock dieses Mehrfamilienhauses an der Place Stalingrad in Esch/Alzette
Lokales 2 Min. 20.12.2016

Vorfall vor genau zwei Jahren: Brudermord kommt vor Gericht

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Um den Giftmord an seinem schwer behinderten Bruder zu vertuschen, soll ein Mann vor genau zwei Jahren ein Feuer in einem Mehrfamilienhaus an der Place Stalingrad in Esch/Alzette gelegt haben.

(str) - Es soll ums liebe Geld gegangen sein, davon sind die Ermittler überzeugt und diese Hypothese wird wohl auch ab dem 11. Januar die Staatsanwaltschaft vertreten, wenn einem heute 27-jährigen Mann aus Esch/Alzette der Prozess wegen des Mordes an seinem behinderten und unter Vormundschaft stehenden, fünf Jahre älteren, Bruder gemacht wird.

Gegen 1 Uhr früh wird am 20. Dezember 2014 Großalarm bei der Escher Feuerwehr ausgelöst: An der Ecke der Place Stalingrad mit der Rue du Viaduc gibt es ein Feuer. Im dritten Stock des Mehrfamilienhauses steht eine Wohnung lichterloh in Flammen, dichter Rauch quillt durch das Gebäude.

Die Hausbewohner können rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden und das Feuer ist recht zügig gelöscht. Doch dann entdecken die Feuerwehrleute eine Leiche in einem der Zimmer.

Zwei Brandherde

Sehr schnell ist klar, dass hier etwas nicht stimmt. Denn offensichtlich ist das Feuer an mindestens zwei Stellen in der Wohnung gleichzeitig ausgebrochen. Der Verdacht liegt also nahe, dass es sich um Brandstiftung handeln könnte.

Noch in dieser Nacht wird die Mordkommission mit Ermittlungen befasst. Die Staatsanwaltschaft beantragt zudem eine Autopsie des Opfers.

Die Untersuchungsergebnisse sind unmissverständlich: Es war Brandstiftung und der tote 30-jährige Mann ist vergiftet worden.

Am 7. Januar 2015, also knapp drei Wochen nach der Tat, veröffentlicht die Staatsanwaltschaft einen knapp gefassten Zeugenaufruf. Darin wird erstmals offiziell bestätigt, dass das Feuer kriminellen Ursprungs war. Wer Hinweise zu den Geschehnissen aus der Nacht zum 20. Dezember liefern kann, wird dringend gebeten, sich mit der Kriminalpolizei in Verbindung zu setzen. Und ganz wichtig: Die Hinweise werden auf Wunsch vertraulich behandelt.

Die Polizei hat zu diesem Zeitpunkt aber längst einen hochgradig Verdächtigen im Visier: den jüngeren Bruder des Opfers.

Zeugenaufruf mit Hintergedanken

Der Zeugenaufruf verfolgt also auch das Ziel, den Fahndungsdruck auf den Täter drastisch zu erhöhen. Die Ermittler lauern darauf, dass er einen Fehler begeht. Gleichzeitig hoffen sie auf neue Erkenntnisse durch den Zeugenaufruf.

Ihre Rechnung geht auf: Als sich zeigt, dass der Tatverdächtige sich wenige Tage später ins Ausland absetzen will, schlagen die Mordermittler zu. Im Verhör legt der Bruder ein umfassendes Geständnis ab: Es war eine vorsätzliche Tat.

Vom 11. bis zum 17. Januar, wird der 27-Jährige sich nun vor Gericht verantworten müssen. Die Anklage lautet auf Mord. Zudem wird ihm sicherlich auch angelastet werden, dass er, als er mit der nächtlichen Brandstiftung in einem bewohnten Gebäude versuchte, seine Mordtat zu vertuschen, mehr als ein Dutzend andere Menschen in höchste Gefahr brachte.



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