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Vorerst keine Routine-Kontrollen in CFL-Zügen: "Wir bräuchten dazu viel mehr Polizisten"
In Luxemburg gibt es keine Bahnpolizei. Minister Bausch hat eine Polizei-Spezialeinheit für den öffentlichen Transport angeregt.

Vorerst keine Routine-Kontrollen in CFL-Zügen: "Wir bräuchten dazu viel mehr Polizisten"

Foto: Marc Wilwert
In Luxemburg gibt es keine Bahnpolizei. Minister Bausch hat eine Polizei-Spezialeinheit für den öffentlichen Transport angeregt.
Lokales 2 Min. 25.08.2015

Vorerst keine Routine-Kontrollen in CFL-Zügen: "Wir bräuchten dazu viel mehr Polizisten"

Das vereitelte Attentat in einem Thalys-Zug von Amsterdam nach Paris vom Wochenende wirft auch in Luxemburg die Frage nach der Sicherheit im Eisenbahnverkehr auf. Eine Polizeieinheit speziell für Züge gibt es hierzulande nicht.

(MF/vb/dpa) – Das vereitelte Attentat in einem Thalys-Zug von Amsterdam nach Paris vom Wochenende wirft auch in Luxemburg die Frage nach der Sicherheit im Eisenbahnverkehr auf. Eine Polizeieinheit speziell für Züge gibt es hierzulande nicht.

Bei der CFL setzt man auf den Einsatz von Kameras zur Kriminalitätsbekämpfung. Rund 2000 von ihnen befinden sich an Bahnhöfen und an Bord von Zügen. Die CFL möchte ihre Zahl laut eigenen Angaben noch erhöhen. Mehr Polizisten oder Sicherheitsbeamte nach dem geplanten Thalys-Anschlag soll es aber nicht geben, sagt Mike van Kauvenbergh, Projektleiter in der CFL-Kommunikationsabteilung. Zwar sind auf jedem Zug Schaffner anwesend, doch die seien für die Fahrkartenkontrolle und Fahrplanauskünfte zuständig und könnten nicht überprüfen, ob Fahrgäste Waffen oder Drogen bei sich hätten, sagt van Kauvenbergh.

Bei der Polizei heißt es, es würden sporadisch Kontrollen auf Zügen durchgeführt, aber meist auf einen konkreten Anlass hin. „Es handelt sich nicht um regelmäßige oder geplante Einsätze“, sagt Polizeisprecher Daniel Back. Das „Centre d'intervention“ der Polizei am Luxemburger Bahnhof hat 35 Beamte, aber „eine spezielle Einheit für die Sicherheit auf den Zügen gibt es nicht“, erklärt Back.

Trotzdem könnte diese Vision vielleicht eines Tages Realität werden. Infrastrukturminister François Bausch hat die Idee einer Spezialeinheit der Polizei für den öffentlichen Transport vorgestellt. „Das würde allerdings einen hohen zusätzlichen Bedarf an Polizeibeamten bedeuten“, erklärt Daniel Back.

Minister beschäftigen sich mit der Sicherheit in Zügen

Die Sicherheit im Bahnverkehr wird auch bei einem Treffen der EU-Verkehrs- und Innenminister am Samstag in Paris thematisiert. Dies kündigte Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve am Mittwoch in einem Interview des Senders France Inter an. Es gehe um die Frage, ob Reisende systematischer und koordiniert kontrolliert werden können.

Zur Diskussion steht demnach beispielsweise, die Kontrolle der Papiere von Reisenden vorzuschreiben. Auch über zufällige Gepäckkontrollen und multinationale Polizeiteams für Züge solle gesprochen werden. Konkrete Vorschläge müssten aber noch ausgearbeitet werden. „Das kann man machen, ohne Schengen zu verändern“, meinte er. Mit dem Schengener Abkommen wurden die Grenzkontrollen zwischen den teilnehmenden europäischen Ländern abgeschafft.


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31.3.Gare Luxemburg / TER Zug / Foto:Guy Jallay