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Vor zwei Jahren: Schüsse aus unmittelbarer Nähe
Lokales 9 07.01.2017

Vor zwei Jahren: Schüsse aus unmittelbarer Nähe

Lokales 9 07.01.2017

Vor zwei Jahren: Schüsse aus unmittelbarer Nähe

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Mit mehreren Schüssen aus
nächster Nähe tötete ein Mann am 
7. Januar 2015 in Esch/Alzette seine Frau. In Kürze wird er wegen der Bluttat vor Gericht gestellt.


(str) - Als die Polizei gegen 16.40 Uhr am Tatort eintrifft, ist es bereits zu spät: Die 49-jährige Frau liegt in ihrem Wagen im eigenen Blut, sie hat alles Leben ausgehaucht. Mit mehreren Schüssen aus nächster Nähe regelrecht hingerichtet vom eigenen Ehemann.

Den Täter sehen die Polizisten gerade noch in einen Wagen steigen und flüchten. So wird das Geschehen in einem Hinterhof in der Escher Rue du Fossé heute genau vor zwei Jahren am Tatort geschildert.

Die Polizisten nehmen sofort die Verfolgung auf. Eine ebenso rasante wie gefährliche Irrfahrt durch mehrere Stadtviertel von Esch/Alzette, endet schließlich am Boulevard Kennedy unweit des Bahnhofsgebäudes. Hier hält der Fluchtfahrer seinen Wagen plötzlich an.

Stand-off am Bahnhof

Dass er zu allem bereit ist, hat der Mann durch die tödlichen Schüsse auf seine Frau unwiderlegbar klar gemacht. Die Polizisten müssen jede weitere Flucht unterbin
den. Deshalb blockieren sie alle 
möglichen Fluchtwege und umstellen das Fahrzeug in gediegenem Sicherheitsabstand.

Der Täter erschoss die Frau in ihrem Fahrzeug.
Der Täter erschoss die Frau in ihrem Fahrzeug.
Polizei

In den Minuten, die folgen, wird der gesamte Straßenzug gesperrt. Der Bus- und Bahnverkehr wird eingestellt, das Bahnhofsgebäude geräumt. Es gilt für die Polizisten, nicht nur sich selbst, sondern auch Anwohner und Passanten zu schützen.

Die Spezialeinheit der Polizei ist auf dem Weg: Elitepolizisten, Scharfschützen, ein Verhandlungsführer. Etwa zweieinhalb Stunden später knickt der Mann ein. Er sagt zu, sich zu ergeben.

Die Polizisten wollen sich nicht auf sein Wort verlassen. Aus Sicherheitsgründen zünden sie eine Blend- und Knallgranate. Sekundenbruchteile später erfolgt der Zugriff. Der Todesschütze wird festgenommen.

In diesem Frühjahr wird es nun zum Prozess gegen den Mann kommen – wann genau, steht noch nicht fest. Die Anklage lautet auf vorsätzlichen Mord.


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