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Vor Gericht: Kreditkartendiebe mit verräterischer Brille
Um ihre Identität zu verschleiern, benutzten die Kreditkartendiebe beim Geldaufheben oder Bezahlen immer dieselben Verkleidungen – darunter auch eine dunkle Baseballkappe und eine modische Brille. Die Polizei brauchte nur die Bilder abzugleichen, um die Täter als Bande zu identifizieren.

Vor Gericht: Kreditkartendiebe mit verräterischer Brille

Foto: Polizei / LW-Archiv
Um ihre Identität zu verschleiern, benutzten die Kreditkartendiebe beim Geldaufheben oder Bezahlen immer dieselben Verkleidungen – darunter auch eine dunkle Baseballkappe und eine modische Brille. Die Polizei brauchte nur die Bilder abzugleichen, um die Täter als Bande zu identifizieren.
Lokales 17.01.2019

Vor Gericht: Kreditkartendiebe mit verräterischer Brille

Einer der Beschuldigten im Prozess um eine organisierte Bande von Kreditkartendieben musste vor Gericht das Gelächter seiner Mitangeklagten über sich ergehen lassen. Seine Frau hatte ihn bei der Polizei auf Fahndungsfotos erkannt und sich über seine Verkleidung gewundert.

25 Fälle von Kreditkartendiebstählen werden vier Männern vorgeworfen, die sich derzeit vor dem Bezirksgericht Luxemburg verantworten mussten. Laut Ermittler dürfte die Dunkelziffer jedoch in keinem Verhältnis zu den nachgewiesenen Taten stehen.

2016 und 2017 hatte eine aus Algerien stammende Bande, die der internationalen organisierten Kriminalität zugerechnet wird, hauptsächlich in Bars in der Oberstadt, die PIN-Nummer von Kunden beim Bezahlen ausgespickt. Dann stahlen die Täter die Karten und hoben binnen Minuten sehr hohe Geldsummen ab.

Dieselbe Kappe, dieselbe Brille

Durch minutiöse Kleinstarbeit bei der Auswertung von Kreditkartendaten und Bildern von Überwachungskameras konnte die Kriminalpolizei mehrere Tatverdächtige ermitteln. Die Beschuldigten fielen unter anderem dadurch auf, dass sie beim Geldabheben mit gestohlenen Karten stets die gleichen Verkleidungen benutzten, etwa eine modische schwarze Brille mit Fensterglas.

Selbst auf dem Fahndungsfoto ist zu erkennen, dass die Brille mit Fensterglas bestückt war.
Selbst auf dem Fahndungsfoto ist zu erkennen, dass die Brille mit Fensterglas bestückt war.
Foto: Polizei / LW-Archiv

Die vier Beschuldigten, die sich seit Mittwoch auf der Anklagebank wiederfinden, betonten am Donnerstag, dass sie niemals Karten gestohlen hätten. Sie hätte diese jeweils von Bekannten, deren vollständigen Namen sie vergessen hätten, erhalten.


Lokales, Shouldersurfing, Pin Code, Pincode, Kredikartenbetrug, Illustration: Lex Kleren/Luxemburger Wort
Kreditkartendiebstahl: Nur ein Blick über die Schulter
25 Fälle von Kreditkartendiebstahl, vorrangig in hauptstädtischen Bars, werden vier Männern vorgeworfen, die sich nun vor dem Bezirksgericht Luxemburg verantworten müssen. Sie sollen mehr als 33.000 Euro erbeutet haben.

Sie selbst hätten nur in deren Auftrag Geld abgehoben – und nur einen sehr geringen Teil der Beute als Bezahlung erhalten. Höchstens ein paar hundert Euro. Dabei liegt der Schaden bei den 25 vor Gericht verhandelten Fällen bereits bei mehr als 30.000 Euro.

Zudem und das wurde mehrfach von der vorsitzenden Richterin hervorgehoben, gaben sie stets nur die Taten zu, bei denen sie auf Fotos zweifelsfrei identifiziert wurden. Weitere Straftaten hätten sie nie begangen.

„Wir schwören auch“

„Ich schwöre, dass ich sonst nichts getan habe“, wiederholte einer der Angeklagten mehrfach vor dem Richterpult. – „Und wir schwören, dass wir ihnen glauben“, hielt ihm die Vorsitzende mit einem Augenzwinkern entgegen.

Sie wies den Angeklagten zudem darauf hin, dass er ihrer Sicht der Dinge nach wohl nur die Aufhebungen und nicht die Diebstähle zugebe, weil es von letzteren keine Fotos gibt.

Ein anderer Angeklagter musste zudem am Donnerstag das Gelächter und Gespött seiner Mitbeschuldigten über sich ergehen lassen, als die Richterin ihm vorführte, dass er auf einer Reihe von Beweisfotos von seiner eigenen Ehefrau identifiziert worden war, die sich zudem noch bei der Polizei über seine Verkleidungen gewundert hatte.

Der Prozess wird am Freitagmorgen mit dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft abgeschlossen. Hierbei dürfte vor allem der Tatbestand der Bildung einer kriminellen Vereinigung beim geforderten Strafmaß ins Gewicht fallen.


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