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Vor dem Bezirksgericht Luxemburg: Vier Jahre Haft für mutmaßlichen Vergewaltiger gefordert
Am Donnerstag ging der Prozess um eine mutmaßliche Vergewaltigung mit anschließenden Todesdrohungen zu Ende.

Vor dem Bezirksgericht Luxemburg: Vier Jahre Haft für mutmaßlichen Vergewaltiger gefordert

Am Donnerstag ging der Prozess um eine mutmaßliche Vergewaltigung mit anschließenden Todesdrohungen zu Ende.
Lokales 2 Min. 26.03.2015

Vor dem Bezirksgericht Luxemburg: Vier Jahre Haft für mutmaßlichen Vergewaltiger gefordert

Am Donnerstag ging der Prozess um eine mutmaßliche Vergewaltigung mit anschließenden Todesdrohungen zu Ende. Die Staatsanwaltschaft forderte vier Jahre Gefängnis sowie eine Geldstrafe für Christian B.

(mth) - Am Donnerstag ging der Prozess um eine mutmaßliche Vergewaltigung mit anschließenden Todesdrohungen zu Ende. Die Staatsanwaltschaft forderte vier Jahre Gefängnis sowie eine Geldstrafe für Christian B., der im Februar 2012 seine Nachbarin Vanessa R. vergewaltigt und bedroht haben soll.

Als erschwerender Umstand wird die Tatsache gewertet, dass das Opfer aufgrund einer chronischen Nervenkrankheit nicht in der Lage gewesen sein soll, sich in vollem Umfang zur Wehr zu setzen. Die Staatsanwaltschaft sieht die Tatbestände als erwiesen an, obwohl es keine materiellen Beweise gibt, da das mutmaßliche Opfer nach der Tat seine Kleidung und Bettwäsche entsorgt hatte und erst zwei Tage später Anzeige bei der Polizei einreichte.

Ein standardisierter Test hatte keine Vergewaltigungsspuren mehr hervorheben können. In der Ermittlungsakte gibt es allerdings Zeugenaussagen, die dem Angeklagten schon in der Vergangenheit ein rücksichtsloses und aggressives Verhalten bescheinigen.

Für den Sohn sowie die Tochter des Hauptbeschuldigten forderte die Anklage zwölf beziehungsweise neun Monate Gefängnis sowie jeweils eine Geldstrafe. Die Staatsanwaltschaft sieht es als erwiesen an, dass die beiden nach der vorübergehenden Verhaftung ihre Vaters massiven Druck auf das mutmaßliche Opfer ausgeübt hatten und auch vor Drohungen mit einem Messer, beziehungsweise dem Vorzeigen einer Schusswaffe oder einer Waffenattrappe nicht zurückschreckten.

Moralische Infragestellung der Klägerin

Die Verteidigung dagegen wies jegliche Vorwürfe zurück, mit dem Argument, es gebe keine materiellen Beweise. Die Verteidigerin Me Nicky Stoffel sagte in ihrem Plädoyer, das Gericht müsse im Zweifelsfall für die Angeklagten einen Freispruch erwirken: "Ich bin der Meinung, dass es vorzuziehen sein kann, einen Vergewaltiger auf freiem Fuß zu lassen, als einen Unschuldigen ins Gefängnis zu bringen".

Stoffel bezweifelte zudem die Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers aufgrund "freizügiger" Fotos, welche die 30-Jährige kurz nach dem angeblichen Zwischenfall auf Facebook gepostet habe. In den Augen der Verteidigerin sei die Klägerin zudem nicht glaubwürdig, da sie offenbar regelmäßig einen Swingerclub besucht habe - ob dieser Umstand eine Vergewaltigung rechtfertigt, darüber schwieg sich die Verteidigerin glücklicherweise aus.

Während der Verhandlung fiel allerdings auf, dass lediglich das mutmaßliche Opfer sowie ihr früherer Lebenspartner kohärente Aussagen gemacht hatten, die sich mit den Erkenntnissen der Ermittler deckten. Die Zeugen der Verteidigung - ein Nachbar sowie drei Freunde des Sohnes des Hauptbeschuldigten, stellten die Beschuldigten in ein schlechtes Licht, nachdem ihre Aussagen offensichtlich abgesprochen waren und sich während der Anhörung durch das Gericht nach kurzer Zeit als sehr wenig glaubwürdig erwiesen. Ob die Staatsanwaltschaft in diesem Zusammenhang eine Strafverfahren wegen Eidesverletzung anstreben wird, ist derzeit noch offen.

Das Urteil ergeht voraussichtlich am 30. April.



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12.03.10 justice tribunal, cite judiciaire gericht  saal,  photo: Marc Wilwert