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Vor dem Berufungsgericht: Roy Redings Ehre auf dem Spiel
Lokales 14.03.2016

Vor dem Berufungsgericht: Roy Redings Ehre auf dem Spiel

Die US-Fastfoodkette „Hooters“ ist bekannt für den ausgefallenen Kleidungsstil ihrer Bedienungen.

Vor dem Berufungsgericht: Roy Redings Ehre auf dem Spiel

Die US-Fastfoodkette „Hooters“ ist bekannt für den ausgefallenen Kleidungsstil ihrer Bedienungen.
Foto: dpa
Lokales 14.03.2016

Vor dem Berufungsgericht: Roy Redings Ehre auf dem Spiel

Michel THIEL
Michel THIEL
Am Montagnachmittag beschäftigte sich das Berufungsgericht mit einer Verleumdungsklage des luxemburgischen Anwalts und Abgeordneten Roy 
Reding (ADR) gegen drei frühere Geschäftspartner.

(mth) - Drei frühere Geschäftspartner aus Deutschland, die Reding unlautere Geschäftspraktiken bei der Vergabe von Lizenzen der US-Fastfood-Kette „Hooters“ unterstellt hatten, müssen sich wegen Verleumdung verantworten.

In erster Instanz hatte das Bezirksgericht sich im vergangenen Oktober für nicht zuständig erklärt und die Klage abgewiesen. Reding war daraufhin in Berufung gegangen.

Die Hintergründe der sogenannten „Hooters-Affäre“ gehen auf April 2013 zurück. Die US-Restaurantkette, deren Markenzeichen leicht bekleidete Kellnerinnen sind, funktioniert nach dem bekannten „Franchising“-Prinzip.

Dies bedeutet, dass Drittunternehmer die Marke und das Konzept der Kette gegen eine Lizenzgebühr nutzen können, indem sie sich an vertraglich festgelegte Bedingungen halten.

Handel mit illegalen Lizenzen?

Im April 2013 eröffneten Staatsanwaltschaften in Frankfurt, Saarbrücken und Karlsruhe Ermittlungen wegen Verdachts auf Betrug gegen ein deutsches und ein luxemburgisches Franchise-Unternehmen. Es bestand der Verdacht, dass die „Hooters“-Lizenznehmer „Flying Wings S.A“ aus Luxemburg und „Wings of Germany“ mehreren Betreibern in Deutschland unerlaubterweise Unterlizenzen verkauft hatten.

Die US-Kette, die in den Staaten über 450 Restaurants betreibt, war offenbar nicht über den Weiterverkauf der Lizenzen informiert worden. Ein diesbezügliches Verfahren ist in Deutschland anhängig. Zudem bestand der Verdacht, dass Reding und seine deutschen Geschäftspartner durch überhöhte Lizenzgebühren und gefälschte Gutachten zur Rentabilität der Restaurants den Lizenznehmern geschadet hätten. Von den neun Restaurants mussten acht schließen.

Verfahren gegen Reding eingestellt

Reding wies sämtliche Anschuldigungen wiederholt zurück und wurde nie rechtlich belangt. Ein diesbezügliches Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main wurde im vergangenen Januar ohne Folgen eingestellt. Reding stellte wiederholt in der Presse klar, dass er Nichts mit den Restaurants, die Konkurs anmeldeten, zu tun hatte. Er sei lediglich in die Lizenzierung eines "Hooters"-Restaurants am Frankfurter Flughafen impliziert gewesen, welches weiterhin funktioniere und bei dessen Eröffnung der Vizepräsident von "Hooters of America" sogar anwesend gewesen sei. Demnach sei Nichts an dieser Transaktion auszusetzen.

Im vergangenen Oktober reichte er zudem eine Verleumdungsklage gegen drei frühere Lizenznehmer ein, nachdem diese ihm eine Verwicklung in die Betrugsaffäre unterstellt hatten. Das Berufungsgericht muss nun entscheiden, ob die in erster Instanz abgewiesene Klage zulässig ist. Laut der Anwältin Redings sei die Ehre ihres Mandanten durch die Anschuldigungen beschmutzt worden. Das Urteil soll am 20. April ergehen.

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