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Vor Beginn des Fuchsjagdverbots: Routenplanung für Reineke
Lokales 1 2 Min. 01.04.2015 Aus unserem online-Archiv

Vor Beginn des Fuchsjagdverbots: Routenplanung für Reineke

Lokales 1 2 Min. 01.04.2015 Aus unserem online-Archiv

Vor Beginn des Fuchsjagdverbots: Routenplanung für Reineke

Bei den Debatten um das Fuchsjagdverbot scheinen die Warnungen der Jägerschaft vor einem sprunghaften Anstieg der Fuchspopulationen doch nicht spurlos an der Regierung vorbeizugehen. In Knaphoscheid wird Luxemburgs erster "Fuchstunnel" getestet.

(jl) - Nach den hitzigen Debatten um das Fuchsjagdverbot scheinen die Warnungen der Jägerschaft vor einem sprunghaften Anstieg der Fuchspopulationen doch nicht spurlos an der Regierung vorbeizugehen. Um sich gegen eine zunehmende Tötung von Füchsen im Straßenverkehr zu wappnen, wird nun in Knaphoscheid jedenfalls Luxemburgs erster "Fuchstunnel" getestet.

Die Lockung des Fuchses als Kinderspiel

Langsam aber zielsicher bewegen sich die in der Nachtsichtkamera funkelnden Augen an der Böschung entlang bis zu dem dunklen Loch direkt am Straßenrand. Ein kurzes Schnuppern und schon huscht der Fuchs durch die tunnelartige Unterführung hinüber in das dichte Gras der jenseits der Straße gelegenen Weide.

Das Prinzip des nach einem erfolgreichen Vorbildprojekt aus den USA angelegte Fuchstunnels ist denkbar einfach. "Der Fuchs ist ein abend- und nachtaktiver Einzelgänger und verfügt daher über hervorragende Sinnesorgane. Seine Nase ist 400 Mal sensibler als die des Menschen. Ihn über Riechköder auf einen gewünschten Pfad zu locken, ist daher im Grunde ein Kinderspiel", erklärt Professor John Bergdahl von der University of Vermont.

Und der erfahrene Wildbiologe weiß, wovon er spricht, hat er den Fuchstunnel doch nach dem Fuchsjagdverbot im liberalen US-Bundesstaat Vermont zum allgemein als Erfolg erarchteten Bauwerk gemacht.

In Knaphoscheid begleitet er daher nun Bau und Erprobung des ersten, von der Natur- und Forstverwaltung angelegten Fuchstunnels. Bei der Klimakonferenz in Peru war Staatssekretär Camille Gira auf den US-Professor und seine Methodik aufmerksam geworden.

"Angesichts des von uns beschlossenen Fuchsjagdverbots werden wir nun auch in Luxemburg bis zur Sommer einen ersten Fuchstunnel erproben, dies in der fuchsreichen Gegend rund um Knaphoscheid", bestätigte Gira nun auf Nachfrage des "Luxemburger Wort". Vor ersten belastbaren Erfolgsdaten habe man das Vorhaben allerdings noch nicht an die große Glocke hängen wollen.

Geschätzte Kosten von 27.500 Euro

Dies dürfte auch daran liegen, dass Gira die ohnehin emotionalen Debatten um die Fuchsjagd zurzeit wohl nicht noch weiter anheizen will. Immerhin werden die Kosten für den 15 Meter langen und 80 Zentimeter Durchmesser umfassenden Pilot-Fuchstunnel  auf 27.500 Euro geschätzt...

Von einem Fehlschlag geht Camille Gira nach den ersten Tests aber bereits nicht mehr aus. "Der an zwei Stellen mit einer Duftstoff-Sprühvorrichtung versehene Tunnel lockt den Fuchs bisher erstaunlich erfolgreich mit Mäusegeruch an."

Des Fuchses Recht auf Sicherheit im Straßenverkehr

Seitens des "Mouvement écologique" reagierte man gestern bereits euphorisch auf das Projekt. "Auch bei einem Emporschnellen der Fuchspopulation müsste auf jeden Fall dafür gesorgt werden, dass es nicht zu häufigeren Wildunfällen kommt", sagt Blanche Weber. Immerhin habe auch der Fuchs ein Recht auf Sicherheit im Straßenverkehr.

Der "Mouvéco" zweifelt denn auch nicht daran, dass es auch seitens der Mitglieder der Vereinigung finanzielle Unterstützung für das Projekt geben werde. Infos hierzu können von interessierten Tierfreunden bereits jetzt unter Tel. 69 17 48-288 eingeholt werden.

"Der Fuchs ist unser Freund und wir müssen ihm jetzt beistehen", sagt auch Professor John Bergdahl. "Da seet de Fuuss och Merci!"