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Vor 40 Jahren: Ein Unfall mit Folgen
Lokales 2 2 Min. 28.12.2018 Aus unserem online-Archiv

Vor 40 Jahren: Ein Unfall mit Folgen

Vor 40 Jahren: Ein Unfall mit Folgen

Lokales 2 2 Min. 28.12.2018 Aus unserem online-Archiv

Vor 40 Jahren: Ein Unfall mit Folgen

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Am 26. Dezember 1978 kommt es in Berg zu einem schweren Unfall, der ein weiteres Unglück in der Hauptstadt zur Folge haben wird. Am Ende sind vier Menschen tot. Darunter ein Kind und zwei Polizisten.

Tragisch ist ein Prädikat, das eigentlich jedem Unfall anhaftet, bei dem Menschen verletzt werden oder gar zu Tode kommen. Manche dieser Unfälle bewegen aber so sehr, dass sie Teil der Geschichte eines Landes werden und auch nach 40 Jahren schmerzhafte Erinnerungen wecken. So auch die Geschehnisse vom zweiten Weihnachtstag 1978.


Sie starben im Dienst
Heute vor genau 30 Jahren wurde der Polizist Patrice Conrardy erschossen. Er ist kein Einzelfall: Seit dem Zweiten Weltkrieg starben zehn Beamte in Ausübung ihrer Pflicht. Erst im Juni dieses Jahres verlor mit Yasmine Grisius eine junge Kommissarin ihr Leben. Ein historischer Überblick.

Der 26. Dezember ist in jenem Jahr ein schöner sonniger, fast frühlingshafter Tag. Am späten Vormittag ist eine Gruppe Kinder aus dem Weihnachtsferienlager der Croix-Rouge in Berg auf dem Rückweg von einer Wanderung. Die Gruppe läuft abseits der Fahrbahn die Böschung entlang. Die Nationalstraße 1 ist damals die Hauptverkehrsachse zwischen Trier und der luxemburgischen Hauptstadt.

Autofahrer rast in Kindergruppe

Gegen 11.40 Uhr fährt ein Wagen aus Weckergrund kommend in Richtung der Kindergruppe. Wie sich später zeigen wird, ist der 42-jährige Fahrer stark betrunken. Er verliert die Kontrolle über seinen Wagen, kommt von der Fahrbahn ab. Dabei erfasst er ein Kind mit voller Wucht. Der Junge wird 20 Meter durch die Luft geschleudert und prallt gegen ein Verkehrsschild.

Gendarmen bei der Unfallaufnahme an der N1 in Berg.
Gendarmen bei der Unfallaufnahme an der N1 in Berg.
Foto: Lé Sibenaler/LW-Archiv

Es ist Eile geboten. Der 14-Jährige aus Bartringen ist sehr schwer verletzt. Um schneller zum Krankenhaus zu kommen, fordert die Ambulanzbesatzung aus Mertert eine Polizeieskorte an. Damit nimmt das tragische Geschehen an diesem Tag seinen weiteren Lauf.


Tod im Kugelhagel
Mit dem kaltblütigen Mord an einem Polizisten endete vor 30 Jahren die aufsehenerregendste Serie von Banküberfällen der Luxemburger Kriminalgeschichte.

Die Polizisten Marc Krantz und Paul Frantzen erwarten den Krankenwagen am Ende der Kirchberger Autobahn, in Senningerberg. Von dort an machen sie mit Blaulicht und Sirene den Weg für den Verletzten frei. Die Fahrt geht am Glacisfeld vorbei zur Place de l'Etoile.

Fataler Irrtum

Da die Polizisten nicht wissen, dass es sich bei dem Verletzten um ein Kind handelt, biegen sie vom Boulevard de la Foire nach links in die Avenue Emile Reuter zur Clinique Sainte Elisabeth ein. Der Krankenwagen biegt nach rechts in die Route d'Arlon, um zur Kinderklinik zu gelangen.

Als die Polizeibeamten sich ihres Irrtums bewusst werden, wenden sie. Als sie dann erneut die Place de l'Etoile überqueren, wird ihr VW-Bus von einem mit sehr hoher Geschwindigkeit kreuzenden Toyota erfasst. Der Polizeiwagen wird durch die Wucht des Aufpralls in hohem Bogen durch die Luft geworfen, bevor er wieder auf den Rädern landet.

Die beiden Polizisten werden durch die Windschutzscheibe geschleudert. Polizeibrigadier Marc Krantz, 25 Jahre alt, seit fünf Jahren im Dienst, stirbt noch an Ort und Stelle. Sein Kollege Paul Frantzen erleidet ebenfalls schwerste Kopfverletzungen. Er wird das Bewusstsein nie wieder erlangen.

Sinnloses Opfer

Ihr Opfer bleibt sinnlos. Der 14-jährige Junge stirbt wenige Augenblicke später, noch bevor der Krankenwagen die Kinderklinik erreicht. Der Fahrer des Toyota bleibt hingegen unverletzt. Es zeigt sich, dass auch er unter starkem Alkoholeinfluss steht.

Der Fahrer des Toyota blieb bei dem Unfall unverletzt. Er war nicht nur mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit unterwegs, sondern auch alkoholisiert.
Der Fahrer des Toyota blieb bei dem Unfall unverletzt. Er war nicht nur mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit unterwegs, sondern auch alkoholisiert.
Foto: Lé Sibenaler/LW-Archiv

Jener Mann, der den Unfall in Berg verursacht hat, nimmt sich zwei Tage später in Berburg das Leben. Presseberichten zufolge hatte er bereits zuvor in alkoholisiertem Zustand einen tödlichen Unfall verursacht. Wie es heißt, habe er seinen Führerschein erst wenige Wochen zuvor zurückerhalten.

Am 13. Februar 1979, sieben Wochen nach dem Unfall, erliegt auch der zweite Polizist seinen schweren Verwundungen. Polizeiagent Paul Frantzen ist gerade Mal 20 Jahre alt und erst seit zwei Monaten im Polizeidienst.

Krantz und Frantzen sind zwei von zwölf Luxemburger Gendarmen und Polizisten, die ihren Einsatz mit dem Leben bezahlten.


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