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Von Mitfahrgelegenheiten und Billigfliegern
Lokales 4 Min. 07.11.2019

Von Mitfahrgelegenheiten und Billigfliegern

Wer Flugzeug oder Zug nutzt, kann unterwegs arbeiten. Die Kosten sind unter Umständen aber hoch.

Von Mitfahrgelegenheiten und Billigfliegern

Wer Flugzeug oder Zug nutzt, kann unterwegs arbeiten. Die Kosten sind unter Umständen aber hoch.
Foto: dpa
Lokales 4 Min. 07.11.2019

Von Mitfahrgelegenheiten und Billigfliegern

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Mitfahrgelegenheiten sind für viele Studenten, die es ins nicht allzu weit entfernte Ausland gezogen hat, willkommen. Doch auch Billigflieger liegen hoch im Kurs.

Zwischen Luxemburg und München liegen rund 430 Kilometer Luftlinie. Wer die Strecke mit dem Wagen fährt, muss einige Kilometer mehr zurücklegen. Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Insbesondere Studenten kann dies schnell ein Loch ins Budget reißen. Muss es aber nicht, wenn man sich die Fahrtkosten teilt. 

Eben deshalb suchen viele junge Luxemburger, die es für ihr Studium ins mehr oder weniger weit entfernte Ausland gezogen hat, nach Mitfahrgelegenheiten. In München passiert dies über eine Facebook-Gruppe der Luxemburger Studentenvereinigung. Dort können Studenten, die einen Wagen haben, angeben, wann sie ihre Hin- und/oder Rückfahrten planen und wie viele freie Plätze sie haben. Mitfahrer können sich daraufhin melden. 

„Es ist die billigste und einfachste Methode“, erklärt Max Ganser, einer der Luxemburger Studenten in München. Für eine Fahrt ist mit 10 bis 15 Euro zu rechnen. Je nach Verkehrslage verbringt man dann fünf bis sechs Stunden gemeinsam im Wagen. Das hat einen weiteren Vorteil: „Man lernt sich in dieser Zeit kennen“, sagt Max Ganser. Dies sei insbesondere der Fall, wenn sich die Wege der Mitglieder der Fahrgemeinschaft in München nur selten oder überhaupt nicht kreuzen. 

Flexibilität gefragt

Steht kein Wagen oder keine Mitfahrgelegenheit zur Verfügung, so können die Studenten immer noch auf den Zug oder das Flugzeug zurückgreifen. Wer flexibel ist, kann dabei recht günstige Zugtickets finden. Für spontane Fahrten muss jedoch mit einem Preis von um 100 Euro gerechnet werden. Zudem ist die Fahrt langwierig und mit einem oder zwei Umstiegen verbunden. „Das Flugzeug ist die schnellste Alternative und oft nicht einmal teurer als der Zug“, sagt Max Ganser, betont jedoch: „Man muss aber auch an den ökologischen Hintergrund denken.“ In diesem Kontext sind Flugreisen nicht die beste Alternative.

Ohnehin würden die meisten Studenten aber nur selten – vielleicht ein bis zweimal pro Semester – von München nach Luxemburg fahren. „Es nimmt eben Zeit in Anspruch“, erklärt Max Ganser.

Eine Nacht im Fernbus

Auch in anderen Städten schließen sich viele Luxemburger Studenten zusammen, um ihre Familie und Freunde im Großherzogtum zu besuchen. „Wir haben eine öffentliche Facebook-Gruppe, in der jeder Fahrten anbieten oder anfragen kann. Details werden dann unter den Betroffenen ausgemacht“, erklärt etwa Pit Bechtold, Webmaster der Luxemburger Studenten in Zürich

„Fast jedes Wochenende fährt ein Luxemburger mit seinem Wagen nach Hause“, heißt es denn auch in der Informationsbroschüre der Züricher Studentenvereinigung. Das Auto wird deshalb als interessantestes Transportmittel ausgewiesen, insbesondere dann, wenn mehrere Personen sich die Kosten teilen. 

Dennoch weisen die Studenten auf die anderen Möglichkeiten hin. Zürich ist sowohl mit dem Zug als auch mit dem Flugzeug gut an Luxemburg angebunden. Allerdings gilt hier ebenso wie für München: Wer günstig reisen will, sollte etwas Flexibilität mit sich bringen – und bei Zugreisen auf Jahreskarten setzen, mit denen Studenten für das Teilstück durch Frankreich von Vergünstigungen profitieren. Die viereinhalbstündige Zugreise bietet den Studenten zufolge aber den Vorteil, dass man unterwegs lernen kann. 


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Mit rund 25 Euro ist die Fahrt mit dem Fernbus weitaus günstiger. Nur Vorteile bietet allerdings auch sie nicht: Die Busse fahren meist über Nacht. Schlafmangel ist demnach vorprogrammiert.

Alternative Billigflieger 

Während für Studenten in München und Zürich das Privatauto das günstigste Verkehrsmittel ist, ist dies für junge Menschen, die es in Städte gezogen hat, die sich etwas weiter von Luxemburg entfernt befinden, nicht der Fall.

Gleich zwei Billigfluggesellschaften fliegen von Luxemburg nach Berlin.
Gleich zwei Billigfluggesellschaften fliegen von Luxemburg nach Berlin.
Foto: Shutterstock

So bietet etwa die Studentenvereinigung aus Berlin über soziale Netzwerke eine Mitfahrerbörse mit interaktivem Kalender an, allerdings werden dort nur noch in beschränktem Maße Plätze angeboten. Denn gleich zwei Billigfluggesellschaften verbinden die deutsche Hauptstadt mit Luxemburg. „Die Mitfahrgelegenheiten sind daher seltener geworden. Die Autofahrt lohnt sich vom Preis her einfach nicht“, sagt Stéphanie Schmitz, Präsidentin der Berliner Studentenvereinigung. 

Félix Bonne, Vorsitzender der Luxemburger Studenten in Aix-en-Provence, kann dem zustimmen. Zwar gibt es von Findel aus keine täglichen Direktflüge in die historische Hauptstadt der Provence, allerdings gibt es zweimal in der Woche recht günstige Verbindungen zum Flughafen Marseille-Provence. Von diesem aus zirkulieren Pendelbusse in das etwa 30 Kilometer entfernt liegende Aix-en-Provence. 

Ein Hin- und Rückflug sei für rund 90 Euro zu bekommen. Vom Preis-Zeit-Verhältnis her können hier weder das Privatauto noch der Zug mithalten. „Die Autofahrt von Aix-en-Provence nach Luxemburg wird mit Kraftstoff und Maut teurer als der Flug“, sagt Félix Bonne. Sie sei allerdings dann eine Alternative, wenn sich mehrere Studenten zusammenschließen und sich die Kosten teilen. Dies sei meist zu Ferienzeiten der Fall.

Einen direkten Schnellzug zwischen Luxemburg und Aix-en-Provence gibt es nicht. Über Paris kann man Südfrankreich allerdings in weniger als sieben Stunden erreichen. Wohl gibt es Vergünstigungen für Studenten, richtig preiswert ist die Fahrt mit dem TGV allerdings nicht.

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