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Von Küsschen, Krisen und kichernden Damen
Lokales 3 Min. 20.10.2013

Von Küsschen, Krisen und kichernden Damen

Das Interesse der Auslandspresse an den Wahlen ist in diesem Jahr besonders groß.

Von Küsschen, Krisen und kichernden Damen

Das Interesse der Auslandspresse an den Wahlen ist in diesem Jahr besonders groß.
Foto: Guy Jallay
Lokales 3 Min. 20.10.2013

Von Küsschen, Krisen und kichernden Damen

Mehr als bei vergangenen Wahlen beschäftigen sich auch ausländische Medien in der ganzen Welt mit dem politischen Schicksal des Großherzogtums. Und wundern sich über so manche unserer Wahlkampfrituale.

(CBu) - Nicht nur in Luxemburg sind die Nationalwahlen am Sonntag ein großes Thema. Mehr als bei vergangenen Wahlen beschäftigen sich auch ausländische Medien in der ganzen Welt mit dem politischen Schicksal des Großherzogtums.

Während die vergangenen Wahlen der Auslandspresse meist nur eine kurze Meldung am Tag nach der Wahl wert waren, findet man in diesem Jahr bereits im Vorfeld eine Fülle von Vorberichten, politischen Analysen und Porträts. Wohl noch nie sind die luxemburgischen Parlamentswahlen im Ausland auf solch ein großes Echo gestoßen.

Der Grund dafür ist einfach, denn noch nie waren die Wahlen bei uns wohl so spannend und folgenreich wie in diesem Jahr. Hinzu kommt die Tatsache, dass vorgezogene Neuwahlen in Luxemburg bisher eher selten vorgekommen sind. Und, dass diesen Neuwahlen eine "Regierungskrise" und "bizarre Geheimdienstaffäre" vorausgegangen ist, wie "Zeit Online" schreibt.

Juncker: "Unermüdlich", "unersetzbar" ...

Im europapolitischen Kontext steht demnach oft das Schicksal von Premierminister Jean-Claude Juncker im Mittelpunkt der Berichterstattung. Der Ausgang der Wahlen und damit die Frage, was aus dem dienstältesten Regierungschef in der EU nach diesem Sonntag wird, interessiert vor allem unsere direkten Nachbarn.

Unter dem Titel "L'infatigable Juncker, en quête de réélection au Luxembourg" nimmt sich etwa die französische Tageszeitung "Le Monde" des Themas an. Eine etwas andere Perspektive nimmt die französische Finanzzeitung "Les Échos" ein und titelt über den wahlkämpfenden, "unersetzbaren" Luxemburger Premier ("l'inamovible Jean-Claude Juncker vise un nouveau mandat").

Doch nicht nur unsere direkten Nachbarn beschäftigt das Wahlgeschehen in Luxemburg. Auch in Portugal, Spanien, Schweden oder Polen, und selbst im fernen Peru, wird über den hiesigen Wahlkampf und den ungewissen Ausgang des Wählervotums am Sonntag geschrieben.

"Küsschen links, Küsschen rechts"

Insgesamt fällt auf, dass sich einige Medien wirklich im Detail mit den Begebenheiten im Großherzogtum beschäftigen. Die einen schicken eine "envoyée spéciale" nach Luxemburg, die anderen verfolgen die Wahlveranstaltungen der Spitzenkandidaten in Esch und Diekirch aus allernächster Nähe.

Wie einige andere Medien auch hat die "FAZ" ihren Brüssel-Korrespondenten mit der Wahlberichterstattung aus Luxemburg beauftragt. Dieser schreibt dann auch in Kenntnis der wichtigsten politischen Fakten eine nicht nur für "Outsider" lesenswerte Analyse. Dabei spielen sowohl ein "um den Machterhalt kämpfender" Premier, ein von gewissem Gedächtnisverlust betroffener LSAP-Herausforderer als auch ein "die Rolle des Scharfmachers" übernehmender Sozialisten-Parteichef eine herausragende Rolle. Und auch der "Traum" von einer mittlerweile so genannten "Gambia-Koalition" darf nicht fehlen.

Wie schön und amüsant man als Auslandskorrespondent den hiesigen Wahlkampf begleiten kann, zeigt schließlich die Politik-Redakteurin des "Tagesspiegel", Elisa Simantke, mit ihren ganz besonderen Luxemburger Beobachtungen:

"Jean-Claude Juncker nimmt seine Wähler in den Arm. Küsschen links, Küsschen rechts, Küsschen links. Fast tausend Menschen sind an diesem Oktoberabend gekommen, um ihn zu sehen – und alle wollen ein Foto. 'Jean-Claude', wie sie ihn nennen dürfen, nimmt sich Zeit. Ältere Damen kichern wie junge Mädchen, wenn der Premier ihnen zulächelt."


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