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Von Einweihungen und vollen Terminkalendern
Lokales 12.10.2018

Von Einweihungen und vollen Terminkalendern

Nicht nur Einweihungen hatten in den vergangenen Wochen Hochkonjunktur.

Von Einweihungen und vollen Terminkalendern

Nicht nur Einweihungen hatten in den vergangenen Wochen Hochkonjunktur.
Foto: Matic Zorman
Lokales 12.10.2018

Von Einweihungen und vollen Terminkalendern

Maximilian RICHARD
Maximilian RICHARD
Zunächst waren es nur wenige Einzelfälle. Dabei sollte es aber nicht bleiben. Denn seit der Rentrée werden Gebäude eingeweiht, Spatenstiche getan und Grundsteine gelegt, als gäbe es kein Morgen mehr. Ein Rückblick auf die Veranstaltungen der vergangenen Wochen.

Alles begann auf einem Parkplatz. Am 17. September versammelten sich knapp 20 Wahlkandidaten auf dem P&R in Howald, um ein dreifarbiges Bändchen durchzutrennen. Damit weihten sie nicht bloß feierlich eine zubetonierte Fläche ein, sondern traten auch eine Lawine ungeahnten Ausmaßes los.

Denn seit der Rentrée gibt es kein Halten mehr. Jeden Tag werden Bauprojekte ihrer Bestimmung überführt; oder man findet etwa bei Grundsteinlegungen oder Spatenstichen einen anderen Grund zum Feiern.

Ganz egal, ob es sich dabei um ein Großprojekt wie eine Kläranlage, um einen Spielplatz oder nur um die Vorstellung einer vagen Idee handelt, die Presse ist geladen. Und so fanden bislang mehr als 60 solcher Veranstaltungen auf den Seiten des „Luxemburger Wort“ Niederschlag – im Schnitt drei pro Ausgabe.

Für einige Kandidaten steht nicht das Projekt, sondern das Gruppenfoto bei den Veranstaltungen im Vordergrund.
Für einige Kandidaten steht nicht das Projekt, sondern das Gruppenfoto bei den Veranstaltungen im Vordergrund.
Foto:Gerry Huberty

Aber nicht nur Einweihungen haben Hochkonjunktur. Allgemein stieg das Mitteilungsbedürfnis der Politiker hierzulande. Und so fanden unzählige Pressekonferenzen statt, bei denen noch nicht entwickelte Handyapplikationen und Pilotprojekte ohne Startdatum vorgestellt wurden.

Ein Foto zur Erinnerung

Für die Anwesenden, unter denen sich immer zahlreiche Kandidaten tummeln, steht aber nicht immer das Projekt im Vordergrund. Vielmehr erhoffen sich einige durch ihre Anwesenheit einen Platz auf einem abschließenden Gruppenfoto. Fällt dieses aus, ist die Enttäuschung groß und für manch einen entpuppte sich deshalb eine Veranstaltung bereits als totale Zeitverschwendung. Und so verabschiedete man sich einfach schnell, in der Hoffnung irgendwo anders vielleicht mehr Glück zu haben.

Dass an manchen Tagen nicht weniger als acht Pressekonferenzen mit Regierungsbeteiligung stattfanden, stellte auch die Redaktionen vor personelle Herausforderungen. Und so kamen manche Journalisten in den Genuss einer privaten Vorstellung durch einen Minister und manche Gastgeber mussten ihre Reden vor leeren Stühlen halten.

Aber auch für die Politiker waren die vergangenen Wochen nicht wirklich angenehm. Wenn man von einer Einweihung zu einer Pressekonferenz und dann zu einer Wahlveranstaltung hechten muss, bleibt für eigentliche Pflichten oder ein Privatleben kaum Zeit.

In drei Tagen dürfte es aber ruhiger werden. Die Folgen der Einweihungsflut werden LW-Leser aber noch einige Tage zu spüren bekommen. Aus Planungsgründen kann nämlich nicht immer jede Veranstaltung am nächsten Tag in der Zeitung erscheinen. Oder wie ein Kollege es vor Kurzem während der Redaktionskonferenz ausdrückte: „Mir hunn hei nach e puer Aweiunge leien.“


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