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Volkskrankheit Migräne: Nervtötende Kopfschmerzen
Lokales 3 Min. 20.09.2014

Volkskrankheit Migräne: Nervtötende Kopfschmerzen

Migränepatienten stoßen oft auf Verständnislosigkeit bei ihren Mitmenschen.

Volkskrankheit Migräne: Nervtötende Kopfschmerzen

Migränepatienten stoßen oft auf Verständnislosigkeit bei ihren Mitmenschen.
Foto: Shutterstock
Lokales 3 Min. 20.09.2014

Volkskrankheit Migräne: Nervtötende Kopfschmerzen

Sogar bei Persönlichkeiten wie Charles Darwin, Sigmund Freud, Marie Curie und Alfred Nobel kannte sie kein Erbarmen – die Volkskrankheit Migräne.

(AH) - Sogar bei Persönlichkeiten wie Charles Darwin, Sigmund Freud, Marie Curie und Alfred Nobel kannte sie kein Erbarmen – die Volkskrankheit Migräne. Früher glaubte man, dass sie sich besonders gerne bei begabten Menschen mit leistungsfähigem Gehirn einnistet. In Luxemburg plagen sich etwa 60 000 Menschen mit diesen hämmernden Kopfschmerzen herum, dabei sind dreimal mehr Frauen als Männer davon betroffen.

Sie können einem den letzten Nerv rauben, die hämmernden und mit jedem Pulsschlag stärker werdenden Kopfschmerzen. In der Medizin unterscheidet man zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen. Die Migräne zählt zu dem primären Typ und macht 38 Prozent aller Kopfschmerzformen aus. 58 Prozent sind Kopfschmerzen vom Spannungstyp, der Rest gehört selten auftretenden Arten an.

Wie Migräneschmerzen entstehen

Die Migräne ist eine angeborene Besonderheit der Reizverarbeitung im Gehirn. Das Nervensystem steht ständig unter Spannung, sodass Reize früher und schneller vom Gehirn aufgenommen und flinker verarbeitet werden. Bei zu schneller oder zu lang andauernder Überlastung kann ein Zusammenbruch der Energieversorgung der Nerven verursacht werden. Daraufhin entgleist die Steuerung der Nervenfunktionen, Schmerz auslösende Botenstoffe werden von den Nervenzellen ungehindert freigesetzt und verursachen die hämmernden Migräneschmerzen.

„Oft wissen Menschen mit Migräne sofort, wenn eine Migräne sich anbahnt. Eine Überregbarkeit des Nervensystems in Form von Ankündigungssymptomen signalisiert bei vielen die nahende Attacke. Tage oder nur wenige Stunden im Voraus verspüren Betroffene eine bleierne Müdigkeit, häufiges Gähnen, starke Reizbarkeit, Heißhunger, Konzentrationsschwäche und eine traurige depressive Verstimmung. Andere erleben genau das Gegenteil: Sie bemerken eine überschäumende Kreativität, einen sprühenden Einfallsreichtum, Rastlosigkeit und Durchhaltekraft“, erklärt Violaine Neuser, Psychologin und Kursleiterin im „ZithaGesondheetsZentrum“.

Die vier Phasen der Migräne

Die Migräne besteht aus vier Phasen: 1. Podromi, 2. Aura, 3. Kopfschmerzen und 4. Rückbildung. Die erste Phase beinhaltet die Ankündigungssymptome wie Gemütsverstimmungen und Heißhunger. Die Auraphase betrifft nur zehn Prozent der Patienten. Hier beginnt die Migräneattacke mit neurologischen Störungen, wie z. B. einseitige Gesichtsfeldausfälle, Zickzacklinien sowie Flimmern und Flackern in den Augen oder Sprachstörungen. Die Dauer der Auraphase beträgt 30 bis 60 Minuten.

In der dritten Phase setzen die Kopfschmerzen ein. Typischerweise machen sie sich durch ein einseitiges Auftreten bemerkbar. Beidseitiges Auftreten ist allerdings nicht ausgeschlossen. Der Schmerz ist meistens pulsierend, hämmernd oder pochend. Er wird durch körperliche Belastung verstärkt. Zudem kann eine Lärm-, Licht- und Geruchsempfindlichkeit eintreten.

Die letzte der vier Phasen ist die Rückbildung. Die Migräne verschwindet allmählich und ein Gefühl von Müdigkeit und Erschöpfung macht sich breit. Immer noch können Geplagte in dieser Phase von Reizbarkeit und Konzentrationsschwierigkeiten betroffen sein.

Ursprung in den Genen

„Die Veranlagung für Migräne tragen die Betroffenen bereits in ihren Genen. Erst nach fünf Attacken kann die Diagnose Migräne gestellt werden. Hinzu kommt, dass nicht jeder die gleiche Form von Migräne hat, sie hat viele Gesichter und Ausdrucksformen: Migräne mit Aura, Migräne ohne Aura, Migräne ohne Kopfschmerzen und chronische Migräne (mehr als 15 Attacken pro Monat). Die Auslöser dafür sind individuell verschieden. Es kann extremer Stress sein, Trauer, starke Emotionen, psychische Belastungen, usw. Sobald diese Faktoren sich im Leben eines Migränegeplagten bemerkbar machen, gerät das Gehirn außer Kontrolle und es kommt früher oder später zur Attacke“, unterstreicht Violaine Neuser.

Um diese oftmals vernichtenden Kopfschmerzen zu lindern, bedarf es der richtigen Therapie und dazu gehören nicht zwingend Medikamente. „Im ,ZithaGesondheetsZentrum' bieten wir einen Kurs zur Migräne-Prävention an. Ziel ist es, das Wissen der Menschen über Migräne zu erweitern, ihnen zu erklären, wie sie entsteht, welche Maßnahmen zur Prävention oder Behandlung Sinn machen und wie sie ihre eigenen Verhaltensweisen im Umgang mit Migräne positiv beeinflussen können. Der Kurs besteht aus sechs Sitzungen von je einer Stunde und beginnt am 19. September“, schildert Kursleiterin Violaine Neuser.


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