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Virus mit begrenztem Risiko
Lokales 3 Min. 28.01.2020

Virus mit begrenztem Risiko

Internationale Flughäfen wie hier im Fall Heathrow sind die Einfallstore für das Virus.

Virus mit begrenztem Risiko

Internationale Flughäfen wie hier im Fall Heathrow sind die Einfallstore für das Virus.
dpa
Lokales 3 Min. 28.01.2020

Virus mit begrenztem Risiko

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Die luxemburgischen Gesundheitsbehörden sehen keine direkte Gefährdung durch das neue Corona-Virus

 Das neuartige Corona-Virus ist in China weiterhin auf dem Vormarsch. Mehr als 3000 Menschen haben sich bisher infiziert, offiziell werden 80 Todesfälle gemeldet. Außerhalb Chinas  wurden bisher 29 Fälle in zehn Ländern beobachtet, darunter die USA, Frankreich, Japan und  Thailand. Die ersten Infektionsfälle gehe auf den 31. Dezember, ein Markt in der chinesischen Stadt Wuhan gilt als erster Übertragungsort. Seitdem wurde die Millionenstadt praktisch komplett unter Quarantäne gestellt.

Doch was weiß man überhaupt über den Erreger? Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO ist das Corona-Virus genetisch eng verwandt mit dem SARS-Virus, das im Jahre 2002 in China auftrat und rund 1000 Todesopfer kostete.

Vom Tier auf den Menschen

"Das aktuelle Virus wurde von einem bisher unbekannten Tier auf den Menschen übertragen, es kann zudem direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden", so Dr. Pierre Weicherding, Leiter der Inspection sanitaire. Wie dies genau passiert und wie leicht die Übertragung vonstatten geht, ist noch nicht klar. Höchstwahrscheinlich handelt es sich aber um eine Tröpfcheninfektion, die beim Husten, Niesen oder Spreche ausgestoßen werden.

"Das Virus wird von Mensch zu Mensch übertragen, aber es springt nicht so leicht über wie das zum Beispiel bei der Grippe der Fall ist. Zudem ist die Todesrate mit drei Prozent deutlich niedriger als bei der Grippe. Das Virus ist also als deutlich weniger gefährlich einzustufen als der SARS-Erreger", erklärt Weicherding der zudem begrüßt, dass die chinesischen Autoritäten sehr schnell und transparent gehandelt haben. Allerdings könne niemand sagen, wie lange diese Epidemie anhalten wird.


TOPSHOT - This photo grabbed from a video taken and handout on January 23, 2020 by Rome's Fiumicino Airport Authority (ADR) shows passengers scanned by thermal imaging for body temperature as they go through  health measures and procedures against deadly SARS-like virus outbreak risks, after they landed at Rome's Fiumicino airport on a southern airlines flight from Wuhan, China. - China banned trains and planes from leaving a major city at the centre of a virus outbreak on January 23, seeking to seal off its 11 million people to contain the contagious disease that has claimed 17 lives, infected hundreds and spread to other countries. (Photo by Handout / AEROPORTO DI ROMA / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / ROME AIRPORT AUTHORITY / AEROPORTO DI ROMA" - NO MARKETING - NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS
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Die Inkubationszeit beträgt zwischen zwei und 14 Tagen wobei noch nicht ganz geklärt ist, ob das Virus bereist übertragen werden kann bevor erste Symptome auftreten. Dies würden Quarantänemaßnahmen extrem erschweren. Zum Krankheitsbild gehören hohes Fieber über 38 Grad, Kopf- und Halsschmerzen, eine laufende Nase sowie Muskelschmerzen. In schwierigeren Fällen gesellen sich Atemwegsprobleme und Entzündung des Lungengewebes hinzu. Todesfälle traten bisher nur bei Personen auf, die ohnehin bereits schwere Grunderkrankungen aufwiesen.

Situation in Luxemburg

Das Virus hat sich laut den Gesundheitsbehörden bisher schnell verbreitet und im Prinzip ist in einer globalisierten Welt kein Ort mehr unerreichbar. Trotzdem geht das Gesundheitsministerium von einem sehr geringen Risiko aus, dass das Virus in Luxemburg auftaucht. „Trotzdem kann man nicht ausschließen, dass eine Touristengruppe das Virus einschleppt, so Weicherding.

Einfallstor Flughafen

Potenzielle Einfallstore sind insbesondere Städte mit internationalen Flughäfen. Von Luxemburg aus besteht keine direkte Flugverbindung nach China, Cargolux-Flüge ausgenommen. Cargolux fliegt China 23 mal pro Woche an, die chinesische Metropole Wuhan gehört aber nicht zu den Zielflughäfen. Auf Nachfrage hin erklärte die Gesellschaft aber bereits letzte Woche, man habe Vorsichtmaßnahmen getroffen, um die Besatzungsmitglieder und Personal zu schützen. So erhält das Cargolux-Personal vor dem Abflug eine persönliche Schutzausrüstung. "Das Cargolux Health & Safety-Team verfolgt die Empfehlungen der WHO", teilt die Luxemburger Luftfrachtgesellschaft mit. Auch stehe man in engem Kontakt zum Luxemburger Gesundheitsministerium.


TOPSHOT - A man wears a protective facemask to help stop the spread of a deadly SARS-like virus which originated in the central city of Wuhan, as he walks on the outskirts of the Forbidden City and a New Year instalation displaying a fish and the number 2020 in Beijing on January 25, 2020. - China announced it will close a section of the Great Wall and other famous Beijing landmarks to control the spread of a deadly virus that has infected hundreds of people across the country. (Photo by NICOLAS ASFOURI / AFP)
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Sollte es zu einer Pandemie kommen, so würde ein Krisenplan in Kraft treten der seit 2006 besteht. Dieser regelt die Zusammenarbeit der einzelnen Behörden Organisationen und sieht eine Reihe von konkreten Maßnahmen vor. Der Plan war insbesondere für den Fall einer Grippepandemie erarbeitet worden. Er sieht insgesamt 187 Maßnahmen vor, die während und nach einer Pandemie zur Anwendung kommen sollen. So informiert die Gesundheitsdirektion Ärzte und Gesundheitseinrichtungen darüber, was bei Infektionsfällen zu tun ist. das Nationale Gesundheitslaboratorium erarbeitet dann eine Diagnosemethode, Verdachtsfälle aufzudecken. Zudem besteht eine Zusammenarbeit mit der Berliner Universitätsklinik Charité. Diese kann Proben des neuen Virus im Auftrag des nationalen Gesundheitslaboratoriums untersuchen, bis das LNS selbst dazu in der Lage ist.

"Gibt es Verdachtsfälle in Luxemburg, so werden Personen welche erste Symptome wie Huste oder Fieber zeigen auf ihre Reisegeschichte hin befragt besonders was die letzten beiden Wochen betrifft", erklärt Weicherding. "Jeder Verdachtsfall muss umgehend die Santé gemeldet werden. War die betroffene Person zudem in den vergangenen Tagen in der betroffenen chinesischen Provinz unterwegs, so wird sie sofort in speziell dafür eingerichteten Räumen im Centre hospitalier isoliert." Allgemein rät die Gesundheitsverwaltung aktuell von Reisen nach China ab.


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