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Vigilnat-Übung: Bataclan-Szenario in der Rockhal

Vigilnat-Übung: Bataclan-Szenario in der Rockhal

Foto: Guy Wolff
Lokales 105 12.01.2019

Vigilnat-Übung: Bataclan-Szenario in der Rockhal

Steve REMESCH
Steve REMESCH
In Luxemburgs größter Veranstaltungsarena in Esch-Belval wurde am Samstag der Ernstfall geprobt: ein Anschlag auf ein Konzert. Bilanz laut Szenario: 500 Verletzte und 100 Todesopfer.

Knapp 2000 Personen waren am Samstag an einer großangelegten Anti-Terror-Übung in Luxemburgs größter Veranstaltungsarena in Esch-Belval beteiligt. Sieben Monate lang hatten die Behörden sich auf eine Übung nach dem Vorbild des Bataclan-Anschlags vom 13. November 2015 vorbereitet. Am Einsatz beteiligt waren mehrere hundert Polizei- und Rettungskräfte - von denen etwa ein Drittel aus dem Ausland angefordert worden waren.

Dieses fand im Rahmen der Übung am Samstag auch tatsächlich statt. So trat gegen 10.30 Uhr ein DJ vor einer großen Menschenmenge auf. Von den Feiernden im Innern der Rockhal wohl noch unbemerkt, tauchten dann gegen 11 Uhr fünf Gestalten vor dem Gebäude auf. Eine von ihnen sprengte sich noch auf dem Parvis der Konzerthalle in einer Menschengruppe mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft. Vier weitere Personen schossen mit Schnellfeuergewehren um sich. Und drangen dann in die Rockhal ein.

Was ab diesem Zeitpunkt geschah, war dem Lauf der Dinge überlassen. Bei Polizei- und Rettungsdiensten gehen Notrufe ein. Die beteiligten Statisten verhielten sich so, wie es ihnen im Vorfeld als Unverletzte oder auch Schwerverletzte vorgegeben worden war. 

Es ging bei der operativen Übung aber nicht nur um das Szenario in der Rockhal. Auch die Abläufe bei der weiteren Versorgung der Verletzten - vorrangig im Escher Centre hospitalier Emile Mayrisch - sollte unter Realbedingungen auf dem Prüfstand stehen. Hier galt es nämlich nicht nur die teils sehr schwer verletzten Opfer zu empfangen, sondern auch die notwendigen Kapazitäten zu schaffen und den Normalbetrieb aufrechtzuerhalten.

Das galt im Übrigen auch während der Übung. Alle Polizei-, Rettungs- und sonstigen Einsatzkräfte waren gesondert und teils freiwillig für die Übung eingeteilt worden. Wäre es während der Übung zu einem Ernstfall gekommen, wäre diese sofort mit dem Code "No play, no play, no play" abgebrochen worden.

Weitere großangelegte Übungen dürfte es auch in Zukunft geben, hieß es von den verantwortlichen Planern des Haut-Commissariat à la Protection nationale. Angaben zu den möglichen Szenarien machten sie aber nicht. 

Am Sonntagabend wird das "Luxemburger Wort" im Storytelling-Format mit Videos und weiteren Fotos im Detail über die Vigilnat-Terrorübung berichten.


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