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Viele "Sitzenbleiber" trüben die Bildungs-Bilanz
Lokales 2 Min. 11.09.2012 Aus unserem online-Archiv

Viele "Sitzenbleiber" trüben die Bildungs-Bilanz

Nur 45 Prozent der Schüler schaffen ihren Abschluss pünktlich.

Viele "Sitzenbleiber" trüben die Bildungs-Bilanz

Nur 45 Prozent der Schüler schaffen ihren Abschluss pünktlich.
Foto: Guy Jallay
Lokales 2 Min. 11.09.2012 Aus unserem online-Archiv

Viele "Sitzenbleiber" trüben die Bildungs-Bilanz

In Luxemburg werden die Lehrer so gut bezahlt wie in keinem anderen Industrieland. Bei den Leistungen der Schüler ist das Großherzogtum jedoch nur Mittelmaß. Der aktuelle Bildungsbericht der OECD bemängelt, dass vergleichsweise wenige Schüler ihren Sekundarabschluss in der vorgegebenen Zeit schaffen.

(vb) – In Luxemburg werden die Lehrer so gut bezahlt wie in keinem anderen Industrieland. Bei den Leistungen der Schüler ist das Großherzogtum jedoch nur Mittelmaß. Der aktuelle Bildungsbericht der OECD bemängelt, dass vergleichsweise wenige Schüler ihren Sekundarabschluss in der vorgegebenen Zeit schaffen.

Nur 45 Prozent der Luxemburger Schüler schaffen ihr Première- oder 13e-Examen im regulären Zeitraum, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Bericht. Damit liegt Luxemburg auf dem vorletzten Platz, nur in Island fallen noch mehr Schüler durch oder scheiden schon vorher aus. In Ländern wie Südkorea oder Japan schaffen nahezu alle Schüler ihren Abschluss pünktlich.

Das Luxemburger Erziehungsministerium erklärt die niedrige Erfolgsquote mit der in Luxemburg häufigen Praxis des "Sitzenbleibens". Rechnet man zur Regelschulzeit noch zwei Jahre hinzu, so schaffen 74 Prozent der Schüler den angestrebten Abschluss – obwohl auch dies im internationalen Vergleich kein rühmlicher Wert ist.

Eine weitere Feststellung der OECD: In Luxemburg geht viel Unterrichtszeit für Fremdsprachen drauf. Zwischen einem Fünftel und einem Viertel ihrer Zeit verbringen die Schüler mit dem Spracherwerb. Darin liegt Luxemburg weit über allen anderen untersuchten Schulsystemen.

Großzügige Lehrer-Gehälter

Lob gab es für die kleinen Klassen im Großherzogtum. Im Durchschnitt sitzen nur 15 Schüler im Klassenraum der Grundschulen – so wenig wie in sonst keinem anderen OECD-Land. In der Sekundarstufe beträgt die Klassengröße durchschnittlich 19 Schüler – ebenfalls ein guter Wert.

Die OECD hat auch die Gehälter im Bildungssektor untersucht. Mit weitem Abstand liegen die Luxemburger Lehrer an der Spitze der Gehaltstabelle. Sie können sich über Jahresgehälter von über 110000 Dollar (87 000 Euro) freuen. Ihre Kollegen in Deutschland – wo Lehrer ebenfalls vergleichsweise viel verdienen – bekommen nur 66 000 Dollar (52 000 Euro) im Jahr. 

Überalterung der Lehrerschaft

Ein großes Problem stellt in vielen europäischen Ländern die Überalterung der Lehrerschaft dar. So sind in vielen Ländern 40 Prozent der Lehrkräfte über 50 Jahre alt und müssen in absehbarer Zeit durch jüngere Kollegen ersetzt werden. In Deutschland stellt diese Altersgruppe gar 50 Prozent dar. In Luxemburg sind die Lehrer vergleichsweise jung - die Gruppe über 50 Jahren macht hierzulande nur ein Viertel aus.