Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Viele Hinweise zum "Pannenüberfall"
Lokales 3 Min. 01.02.2018 Aus unserem online-Archiv
"Aktenzeichen XY"

Viele Hinweise zum "Pannenüberfall"

Mit diesem Phantombild fahndete die Kripo aus Trier nach den Tätern.
"Aktenzeichen XY"

Viele Hinweise zum "Pannenüberfall"

Mit diesem Phantombild fahndete die Kripo aus Trier nach den Tätern.
Foto: Kripo Trier
Lokales 3 Min. 01.02.2018 Aus unserem online-Archiv
"Aktenzeichen XY"

Viele Hinweise zum "Pannenüberfall"

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Im März 2017 hatten zwei Täter zwischen Ehnen und Lenningen eine Panne vorgetäuscht und einen Motorradfahrer ausgeraubt. Am Mittwoch befasste sich die Sendung "Aktenzeichen XY" mit dem Fall. Zahlreiche Hinweise gingen bei der Polizei ein.

(SH/tom) - Am 18. März vergangenen Jahres hatten zwei Täter zwischen Ehnen und Lenningen eine Panne vorgetäuscht. Ein Motorradfahrer hielt an, wurde dann jedoch bewusstlos geschlagen und ausgeraubt. Nur wenige Wochen später erfolgte nach gleichem Modus Operandi ein Überfall im deutschen Grenzgebiet bei Wincheringen.

Mit einem Phantombild fahndeten Polizei aus Luxemburg und Deutschland nach den Tätern, aller Wahrscheinlichkeit nach einem französischsprachigen Pärchen. Jedoch ohne Erfolg.

Am Mittwoch wurde in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ unter anderem dieser Fall vorgestellt. Beide Überfälle in Ehnen und Wincheringen (D) waren, mit Schauspielern nachgestellt, in einem Kurzfilm zu sehen. Im Studio zu Gast waren im Anschluss Sven Schuster von der Polizeidienststelle Grevenmacher und Jörg Zimmer von der Kripo Trier.

Dem Aufruf, Hinweise an die Polizei weiterzugeben, sind bis Donnerstag 11 Uhr mehrere Personen nachgekommen. So wurden von den Luxemburger Beamten rund 30 Anrufe entgegengenommen. Die Informationen werden nun überprüft.

"Bei uns sind 23 Hinweise betreffend diesen Fall eingegangen", so Uwe Konz, Leiter der Pressestelle der Trierer Polizei. "Die Hinweise werden derzeit überprüft. Ob es eine heiße Spur gibt, kann ich demnach noch nicht sagen."

Noch am Mittwochabend haben sich laut der "Aktenzeichen"-Redaktion bereits mehrere Anrufer gemeldet, die eine Frau mit einer Taschenlampe gesehen haben. Sie entsprach der Beschreibung und versuchte, Autos zum Anhalten zu bewegen. 

Äußerst brutale Vorgehensweise

Sven Schuster unterstrich in der Sendung nochmals die Brutalität, mit der die Täter zu Werke gingen - der Motorradhelm des Luxemburger Überfallopfers habe nach dem Schlag durch den männlichen Täter einen 15 Zentimeter langen Riss aufgewiesen. "Ohne den Helm wäre der Schlag tödlich gewesen", ist sich Schuster sicher. Die Gefahr sei noch nicht gebannt, das Pärchen sei schließlich noch nicht gefasst, so der Polizist aus Grevenmacher. 

Sein Kollege aus Trier erinnerte an wichtige Verhaltensregeln, sollten Autofahrer in eine ähnliche Situation geraten: Eigensicherung gehe vor, man solle in jedem Fall die Polizei rufen, bevor man das eigene Auto verlässt. Andere Autofahrer zur Hilfe auffordern sei hilfreich.

Sven Schuster rief Autofahrer, die im fraglichen Zeitraum in der Grenzregion an der Mosel ein ähnliches Szenario gesehen haben, dazu auf, sich zu melden: "Das wären wichtige Zeugen für uns."

Die Fallepisode endete mit einer aktualisierten Personenbeschreibung: Der männliche Täter sei etwa 1,75 groß, um die 30 Jahre alt, normale Figur, kurze schwarze Haare, gepflegter Bart. Er war mit einer ockerfarbenen Jeans, einer hellen Jacke und hellen Schuhen aus weichem Leder bekleidet. 

Die Frau wird mittlerweile als älter beschrieben als in der Berichterstattung kurz nach dem Fall. Sie sei etwa 30 Jahre alt, etwa 1,60 Meter groß und habe schwarze Haare, die aber wahrscheinlich gefärbt seien - eines der Opfer konnte sich an einen hellen Ansatz erinnern. Sie trug zur Tatzeit eine auffällige schwarze Sportjacke mit der Aufschrift "Bench"im Kinnbereich. 

Sie sprach Französisch, es sei aber davon auszugehen, dass sie nicht aus Frankreich stamme, so Jörg Zimmer von der Kripo Trier. Vermutlich seien beide Osteuropäer. 

Das Fahrzeug, mit dem die beiden Täter die Panne vortäuschten, soll ein weißer Peugeot 206 Kombi, älteres Baujahr, mit französischen Kennzeichen sein.  

Hinweise erbittet die Polizei unter 0049-651-9779-2480 (Trier) oder 00352-4997-7500 (Grevenmacher).

Für Hinweise, die zu einer Aufklärung des Falles führen, ist eine Belohnung von 2.000 Euro ausgesetzt. 

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Wenn die Notlage ein Hinterhalt ist
Wenn die Nachricht von Überfällen mit vorgetäuschter Notlage die Runde macht, dann kann das Autofahrer verunsichern. Doch helfen soll man immer. Gegen die Tricks der Räuber gibt es aber effiziente Vorsichtsmaßnahmen.
Eine Panne an einer abgelegenen und unübersichtlichen Stelle? Nach den drei Überfällen in der Region dürften einige Menschen eher geneigt sein, zu zögern, anstatt sofort zu helfen.
Brutaler Überfall an der Mosel
Nach der gleichen Masche wie vor sechs Wochen an der Luxemburger Mosel ist ein Autofahrer auf der deutschen Seite überfallen worden. Eine junge Frau hatte eine Panne vorgetäuscht, ihr Partner raubte das Opfer aus.
Die Polizei sucht nach Zeugen, die Hinweise auf den Überfall geben können.