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Viel Verständnis und Toleranz
Lokales 4 2 Min. 02.12.2015 Aus unserem online-Archiv
Informationsversammlung in Junglinster

Viel Verständnis und Toleranz

Das Containerdorf in Junglinster soll zwei Wohnblöcke mit insgesamt 150 Wohneinheiten beherbergen.
Informationsversammlung in Junglinster

Viel Verständnis und Toleranz

Das Containerdorf in Junglinster soll zwei Wohnblöcke mit insgesamt 150 Wohneinheiten beherbergen.
Nachhaltigkeitsministerium
Lokales 4 2 Min. 02.12.2015 Aus unserem online-Archiv
Informationsversammlung in Junglinster

Viel Verständnis und Toleranz

Rund 100 Menschen sind zur Informationsversammlung über das geplante Containerdorf für Flüchtlinge in Junglinster gekommen. Die Bürger stellten zum Teil kritische Fragen, zeigten jedoch viel Toleranz und Verständnis für das Projekt.

(if) - Rund 100 Menschen sind am Dienstagabend im "Centre polyvalent Gaston Stein" in Junglinster zusammengekommen, um sich über die Pläne der Regierung zum Bau eines Containerdorfes für Flüchtlinge zu informieren. Das Projekt soll auf dem Staatsterrain hinter dem "Lënster Lycée" realisiert werden.

Im Rahmen der Vorbereitung des sogenannten "Plan d'occupation du sol" (POS) informierten Familien- und Integrationsministerin Corinne Cahen, Infrastrukturminister François Bausch, Bildungsminister Claude Meisch sowie andere Vertreter von den zuständigen Ministerien und vom Olai („Office luxembourgeois de l'accueil et de l'intégration) das Publikum über den Stand des Projektes.

Das Interesse der Menschen fiel  im Vergleich zur ersten Informationsversammlung in Junglinster Mitte Oktober eher bescheiden aus. Rund 600 Stühle wurden im Saal aufgestellt; die meisten davon blieben jedoch leer. Die Bürger stellten zum Teil kritische Fragen, doch insgesamt zeigten sie viel Toleranz und Verständnis für das Projekt.

Während manche Anwesenden sich gefragt haben, warum das geplante Containerdorf ausgerechnet hinter einem Lyzeum gebaut werden soll, stellte sich für Tania (46) und Massimo (25)  aus Junglinster diese Frage gar nicht: " Es ist wichtig, dass die Regierung mehr für diese Leute macht. Wir als Bürger sollen das Interesse zeigen, dass wir bereit sind, diesen Menschen zu helfen." Chantal (46) aus Beidweiler kam zur Versammlung aus "reinem Interesse": " Ich wollte wissen, wie das hier alles läuft. Ich finde, das Projekt der Unterkunft ist eine gute Sache."

Insgesamt 150 Wohneinheiten 

Bis zu 300 Flüchtlinge sollen im geplanten Containerdorf in Junglinster ein Dach über dem Kopf bekommen - "provisorisch", wie die Minister in der Versammlung mehrmals unterstrichen. Im absoluten Notfall und nach Beschluss des Ministerrates kann die Kapazität der Aufnahmeeinrichtung auf 600 Betten erhöht werden. Geplant sind zwei Wohnblöcke mit insgesamt 150 Wohneinheiten.

Eine Wohneinheit, die nach den Plänen der Regierung ungefähr 13 Quadratmeter groß sein soll, ist für zwei Personen ausgerichtet. Außerdem sind in jedem Stockwerk mehrere Aufenthaltsräume, Kochnischen sowie gemeinsame Sanitäranlagen und Duschen geplant.

Die Verwaltung mit dem Empfang sowie ein Saal, wo Essen für Flüchtlinge serviert wird, und Klassenräume sollen in einem gesonderten Gebäude nebenan untergebracht werden. Ein Sportplatz im Außenbereich ist ebenfalls in Planung.

Asylbewerber sollen in der Unterkunft so lange bleiben, bis sie ein Flüchtlingsstatut bekommen und zum weiteren Wohnen auf die Gemeinden im ganzen Land verteilt werden.

Der "Plan d'occupation du sol" (POS) kann in der Gemeinde Junglinster noch bis zum 23. Dezember von den Bürgern eingesehen werden. Bis zum 6. Januar 2016 können Bewohner ebenfalls ihre Reklamationen, Beobachtungen oder Anregungen zum geplanten Projekt beim Schöffenrat einreichen.








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