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Videos und Fotos von der Feier: Festakt in der Philharmonie
Lokales 37 2 5 Min. 23.06.2016

Videos und Fotos von der Feier: Festakt in der Philharmonie

Bei bester Laune: Xavier Bettel, Großherzogin Maria Teresa und Großherzog Henri.

Videos und Fotos von der Feier: Festakt in der Philharmonie

Bei bester Laune: Xavier Bettel, Großherzogin Maria Teresa und Großherzog Henri.
Foto: Chris Karaba
Lokales 37 2 5 Min. 23.06.2016

Videos und Fotos von der Feier: Festakt in der Philharmonie

Wie 2015 findet der zivile Festakt zum Nationalfeiertag auch dieses Jahr in der Philharmonie statt. Mit dabei: die großherzogliche Familie, Mitglieder der Regierung und viele prominente Gäste. Videos und viele Bilder zur Feier finden Sie hier.

(mz / DS) - Der Nationalfeiertag startete am Donnerstag mit der offiziellen Zeremonie in der Philharmonie. Neben der großherzoglichen Familie und der Regierung, den Angeordneten und der Magistratur nahmen auch viele prominente Gäste an der Feier teil. Auch viele Bürger hatten den Weg in das Konzertgebäude gefunden.

Wie in den beiden letzten Jahren wurden auch dieses Mal wieder verdienstvolle Mitbürger ausgezeichnet. Der Direktor des "Luxembourg Center for Systems Biomedicine", Rudolf Balling, wurde für seine Verdienste um die Forschung von Großherzog Henri zum "Commandeur" im "Ordre de Mérite" ernannt.

Einsatz für die Flüchtlinge

Mit Michel Scholer und Amandine Rafael wurden zwei Jugendliche stellvertretend für den Einsatz der vielen Freiwilligen beim Empfang und der Betreuung der Flüchtlinge geehrt. Die beiden Studenten hatten im September spontan eine Sammelaktion initiiert, bei der am Ende mehr als 40 Tonnen Kleider und andere Bedarfsartikel zusammen gekommen waren. Beide erhielten die "Médaille en vermeil" des "Ordre de la Couronne de Chêne".

Jean-Marc Gales ist in der Automobilindustrie kein Unbekannter. Er arbeitete u. a. für Daimler, Generalmotors, Volkswagen, Citroën und Peugeot. Nun habe er sich einen Kindheitstraum erfüllt, so Premierminister Bettel in seiner kurzen Laudatio: Gales steht seit zwei Jahren an der Spitze der Traditionsmarke Lotus. Für seine Verdiente wurde er zum "Commandeur" im "Ordre de Mérite" ernannt.

Gast Waltzing und Angelique Kidjo sorgten mit dem OPL für den musikalischen Rahmen.
Gast Waltzing und Angelique Kidjo sorgten mit dem OPL für den musikalischen Rahmen.
Foto: Chris Karaba

Mit ganz besonderen Applaus wurden Angélique Kidjo und Gast Waltzing bedacht. Die beiden Künstler hatten am 15. Januar in Los Angeles für ihr gemeinsames Album, das sie mit dem OPL eingespielt hatten, einen Grammy erhalten. Die afrikanische Sängerin wurde zum "Officier de l'Ordre de Mérite" ernannt, Gast Walzing zum "Commandeur de l'Ordre de la Couronne de Chêne. Angélique Kidjo bedankte sich übrigens bei Großherzog Henri mit einem Küsschen, und erntete mit dieser Geste prompt Applaus.

Der Auftritt von Kidjo und Waltzing zusammen mit dem OPL war auch einer der Höhepunkte im musikalischen Programm bei dem zivilen Festakt.

Die Reden von Großherzog Henri, Premier Xavier Bettel und Parlamentspräsident Mars Di Bartolomeo standen ganz im Zeichen der Solidarität und des Zusammenhalts, auch Europa wurde von allen drei Rednern thematisiert. 

"Déi Réfugiéen, dat asse nete gutt!"

Parlamentspräsident Mars Di Bartolomeo begann seine Rede mit einer Anekdote: Vor wenigen Tagen habe ihm ein Mann zugerufen: "Hey! Här Di Bartolomeo, déi Réfugiéen, dat asse nete gutt!" Daraufhin habe er den Mann gefragt, wo er denn herkomme und warum er nach Luxemburg gekommen sei. Er komme aus Italien und sei ins Großherzogtum gekommen, um zu arbeiten. Dann sei er ja auch Migrant, gab der Parlamentspräsident darauf hin zu bedenken.  "Ok, ech hu verstan", so der Mann und verabschiedete sich mit einem freundlichen "Ciao".

Gauthier Destenay, Xavier Bettel, und das großherzogliche Paar zeigten sich begeistert von den musikalischen Einlagen.
Gauthier Destenay, Xavier Bettel, und das großherzogliche Paar zeigten sich begeistert von den musikalischen Einlagen.
Foto: Chris Karaba

Damit hatte Di Bartolomeo die Migrationsdebatte als Leitfaden seiner Rede vorgegeben. Er erinnerte daran, dass viele Menschen in Luxemburg - ihn eingeschlossen - eben einen solchen Migrationshintergrund haben. Migration sei damit sowohl ein wichtiger Teil der luxemburgischen Vergangenheit als auch der Gegenwart.

Di Bartolomeo appellierte in seiner Ansprache an die Solidarität der Luxemburger - aber auch an die Solidarität der Europäer. Heutzutage gerate Europa häufig in die Kritik, man dürfe aber nicht vergessen, wofür Europa überhaupt steht. Man dürfe nicht nur das Negative sehen. Und auch in Zeiten von Terror und Angst müssen die Menschen in Europa und auch in Luxemburg an Demokratie und Solidarität festhalten. 

"Wir haben die Pflicht, uns um andere zu kümmern"

Xavier Bettel während seiner Rede.
Xavier Bettel während seiner Rede.
Foto: Chris Karaba

Als erster Redner hatte Premier Xavier Bettel zuvor darauf verwiesen,  dass es Luxemburg gut geht und dass die Luxemburger stolz auf das Land sein können. Man dürfe aber nicht vergessen, dass es auch Menschen innerhalb der Gesellschaft gibt, die nicht von diesem Wohlstand profitieren.

Der  Premier appellierte an die Solidarität der Luxemburger: "Wir haben als Gesellschaft, und jeder von uns hat als Mensch auch die Möglichkeit  - und vielleicht sogar die Pflicht - sich um diejenigen zu kümmern, denen es weniger gut geht." Viele Mitbürger hätten in letzter Zeit bewiesen, dass sie helfen und für andere da sein wollen.

Die Flüchtlingskrise sei eine Konsequenz von Konflikten auf der Welt - und sie sei eine Realität. Man dürfe aber nicht vergessen, dass nicht die Menschen, die ihr Land verlassen, daran Schuld sind. Luxemburg hätte die Herausforderungen, die mit der Flüchtlingskrise einhergehen bis jetzt gut gemeistert.

Blick nach Großbritannien gerichtet

Großherzog Henri stellte Europa in den Mittelpunkt seiner Rede. Er erinnerte daran, dass das Brexit-Referendum nicht nur über das Schicksal Großbritanniens entscheidet, sondern auch Auswirkungen auf Europa haben wird: "Wir müssen uns bewusst sein, dass sich eine Schlucht aufgetan hat zwischen den Erwartungen der Menschen und der Art und Weise, wie Europa funktioniert."

Großherzog Henri: "Fakt ist, dass unser Land dem europäischen Gedanken enorm viel zu verdanken hat."
Großherzog Henri: "Fakt ist, dass unser Land dem europäischen Gedanken enorm viel zu verdanken hat."
Foto: Chris Karaba

Das Gefühl, das Luxemburg mit Europa verbindet, dürfe man aber nicht aus den Augen verlieren. Seine offene, multikulturelle und tolerante Gesellschaft verdanke das Großherzogtum eben diesem europäischen Projekt, das sich seit der 50er Jahren entwickelt hat. "Fakt ist, dass unser Land dem europäischen Gedanken enorm viel zu verdanken hat, und deshalb müssen wir ihm treu bleiben".

Vom Solidaritätsgefühl der Luxemburger im vergangenen Jahr zeigte sich der Großherzog sehr beeindruckt. Und auch über Luxemburg als Innovationszentrum zeigte er sich stolz. Hier hob das Staatsoberhaupt die Uni Belval mit ihren Forschungszentren und den vielen kreativen Studenten hervor. Er sei glücklich, "dass wir weiterhin fähig sind, Luxemburg auf die Zukunft vorzubereiten, ohne unsere Wurzeln zu vergessen".

Der zivile Festakt endete mit einem Empfang in der Eingangshalle der Philharmonie. Dann folgten die 21 Salutschüsse zu Ehren des Großherzogs.

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