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Video: Das Provisorium "Blaue Brücke" nimmt Form an
Lokales 1 2 Min. 11.02.2014

Video: Das Provisorium "Blaue Brücke" nimmt Form an

Lokales 1 2 Min. 11.02.2014

Video: Das Provisorium "Blaue Brücke" nimmt Form an

Brückenbau der feinsten Art: Am Dienstag wurde die erste Phase des Brückenschlags erfolgreich abgeschlossen. Es werden noch fünf weitere Felder folgen.

(NH) - Um 8 Uhr früh begannen am Dienstagmorgen die ersten großen Arbeiten für die provisorische Brücke über das Petrusstal in Luxemburg-Stadt. Diese Brücke soll während der Sanierungsarbeiten am Pont Adolphe den Stadtkern mit dem Plateau Bourbon sowie dem städtischen Bahnhofsviertel verbinden.

Aufgrund des guten Wetters und des schwachen Windes begannen die Arbeiten früher als ursprünglich geplant. Zuerst musste der erste stählerne Stützpfeiler für die Brücke aufgebaut werden. Mit Hilfe eines großen Krans, der bis zu 400 Tonnen heben kann, wurde der untere Teil des Pfeilers im Hang fixiert.

Anschließend wurde der obere Teil mit äußerster Präzision auf den unteren gesetzt und festgeschraubt. Zahlreiche Schaulustige hatten sich eingefunden, um diesem Spektakel beizuwohnen. Zwei Stunden dauerte es, um den ersten und kleinsten Pfeiler zu setzen. Je weiter die Brücke voranschreitet, desto tiefer ist das Petrusstal und demnach größer müssen die Pfeiler sein, um die Brücke tragen zu können. „Die kniffligste Etappe wird sicherlich das Setzen der beiden Pfeiler in der Mitte, die bis in das Tal der Petruss reichen“, erklärte Marc Ries von der Straßenbauverwaltung.

38 Tonnen blauer Stahl

Nach einigen Verzögerungen wurde in einer zweiten Phase am frühen Nachmittag der horizontale Teil der Brücke gelegt. Die Längsträger wurden am Sockel in der Nähe des Pôle Nord sowie am ersten Stützpfeiler befestigt. Der Kran musste dabei die 38 Tonnen schweren blauen Träger aus Stahl in Millimeterarbeit auf dem Pfeiler platzieren.

Diese spektakuläre Aktion kann man in nächster Zukunft öfter beobachten: „Wir haben jetzt das erste Feld gesetzt. Die Brücke besteht aus einer Reihenfolge von sechs Feldern sowie fünf Pfeilern“, so Marc Ries. Die Verantwortlichen rechnen damit, dass pro Monat ein Feld fertiggestellt werden kann. Die einzelnen Bauteile für die provisorische Brücke wurden Anfang Juli mit Schwertransportern von Belgien nach Luxemburg gebracht.

86 Millionen Euro

Vor Ort, in der Avenue Marie-Thérèse, wurden sie zusammengebaut und werden nun eingesetzt. Insgesamt lässt der Staat sich diese neue Brücke ganz in Blau 23 Millionen Euro kosten. Die Renovierungsarbeiten am Pont Adolphe stehen mit 63 Millionen Euro zu Buche.

Anfang 2014 soll die neue Brücke mit zwei Fahrbahnen in Richtung Bahnhof, einer Busspur ins Stadtzentrum sowie einem Bürgersteig einsatzbereit sein. Dann kann mit den Renovierungsarbeiten am Pont Adolphe, die unter anderem ein Verstärken der Bögen sowie eine komplette Sanierung des Belags beinhalten, begonnen werden. Die Verantwortlichen hoffen, dass die traditionsreiche Brücke in drei Jahren wieder für den Verkehr geöffnet werden kann.

Bis dahin können Neugierige und Interessenten sich im „Visiting Center“ auf dem Boulevard Roosevelt über das Projekt und den Fortschritt der Arbeiten informieren. Außerdem gibt es in diesem Gebäude gegenüber vom ehemaligen Casino eine interessante Ausstellung über den Bau und die Geschichte des Pont Adolphe.


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