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Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser
Lokales 13.02.2017 Aus unserem online-Archiv
Projekt "Naturschutz-Fleesch"

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Galloway-Rinder sind äußerst robust, neigen aber bei extensiver Haltung zu parasitären Erkrankungen.
Projekt "Naturschutz-Fleesch"

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Galloway-Rinder sind äußerst robust, neigen aber bei extensiver Haltung zu parasitären Erkrankungen.
Foto: Anouk Antony
Lokales 13.02.2017 Aus unserem online-Archiv
Projekt "Naturschutz-Fleesch"

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Cheryl CADAMURO
Cheryl CADAMURO
Rinder der Rasse Galloway und Highland Cattle stehen oftmals das ganze Jahr über auf der Weide - meistens im Rahmen des Projekts „Naturschutz Fleesch“. Dies ist aber nicht zwingend ein Zeichen von Tierquälerei, denn die Tiere sind robust. Allerdings gibt es ein paar Voraussetzungen.

(che) - Erst im November 2016 wurden sechs Galloway-Rinder, die im Rahmen des Labels „Naturschutz Fleesch“ extensiv gehalten wurden, auf einer Weide in Mensdorf tot aufgefunden, drei weitere Tiere starben kurz nach dem Auffinden. Der Grund: starker Parasitenbefall. Die Halter hatten die Tiere sich selbst überlassen. Tierquälerei also.

Robust, aber pflegebedürftig

Doch wie sieht die artgerechte Haltung dieser Tiere aus – und welche Kontrollmaßnahmen werden seitens der Regierung durchgeführt, um die Tiere zu schützen und die Qualität des Labels „Naturschutz Fleesch“ zu sichern?

Landwirtschaftsminister Fernand Etgen gibt Erklärungen zu der parlamentarischen Anfrage der CSV-Abgeordneten Françoise Hetto-Gaasch: „Rinder der Rasse Galloway und Highlander sind überaus robust und können sich jeglichen Wetterbedingungen anpassen. Allerdings gibt es, im Rahmen des Labels ,Naturschutz Fleesch’ sowie den Biodiversitätsauflagen, unterschiedliche Kontrollmaßnahmen.“

Im Rahmen des Projekts „Naturschutz-Fleesch“ müssen die Halter, deren Vertrag 15 Jahre andauert, die Tiere regelmäßig entwurmen lassen, denn die ganzjährige Weidenhaltung macht die Galloway-Rinder anfällig für parasitäre Erkrankungen.

Die Landwirte müssen zudem einen Vertrag mit einem Tierarzt ihrer Wahl abschließen, der die epidemiologische Überwachung der Tiere durchführt und jährlich einen Bericht schreibt. Stellt das Veterinäramt mittels dieses Berichts fest, dass die Auflagen nicht eingehalten werden, erfolgt eine veterinärmedizinische Inspektion vor Ort. Nach dem Vorfeld in Mensdorf sollen diese Überwachungsmaßnahmen nun verstärkt durchgeführt werden.

Das Veterinäramt sieht für 2017 mehrere Vor-Ort-Kontrollen vor. Die Tiere werden somit einmal pro Jahr vom zuständigen Tierarzt, von der Naturverwaltung und vom Veterinäramt besichtigt werden. Die Naturverwaltung und das Landwirtschaftsministerium kontrollieren indes laut Etgen die Einhaltung der Biodiversitäts-Auflagen.

Doch nicht nur Kontrollmaßnahmen, auch Präventionsmaßnahmen sollen die artgerechte Haltung der Tiere fördern.

Harte Strafen

So werden die Landwirte, die ihre Tiere extensiv halten wollen, bereits vor dem Projekt-Beitritt, von Mitarbeitern der Naturschutzverwaltung beraten – und vor allem auf die Schwierigkeiten, die eine solche Haltung mit sich bringen kann, vorbereitet.

Halten die Bauern sich nicht an die Auflagen, folgen Strafen: Bis zu einem Ausschluss vom Label „Naturschutz-Fleesch“ oder Streichungen der Zuschüsse können die Missachtung der unterschiedlichen Auflagen von Biodiversitäts-Gesetz, vom „Naturschutz Fleesch“ – Projekt und vom Veterinäramt nach sich ziehen, so Fernand Etgen abschließend.


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