Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Versuchter Totschlag in Esch: 18 Jahre Haft gefordert
Lokales 15.01.2019

Versuchter Totschlag in Esch: 18 Jahre Haft gefordert

Das Urteil ergeht am 5. Februar.

Versuchter Totschlag in Esch: 18 Jahre Haft gefordert

Das Urteil ergeht am 5. Februar.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 15.01.2019

Versuchter Totschlag in Esch: 18 Jahre Haft gefordert

Weil er im Mai vergangenen Jahres in Esch/Alzette eine Frau gewürgt und vergewaltigt haben soll, riskiert ein 39 Jahre alter Mann nun eine 18-jährige Freiheitsstrafe.

(SH) - Eine 18-jährige Freiheitsstrafe forderte der Vertreter der Staatsanwaltschaft am Dienstag gegen einen 39 Jahre alten Mann, der sich wegen versuchten Totschlags und Vergewaltigung vor Gericht verantworten musste. Er sprach von einem schweren Angriff auf das Opfer, der „hart zu bestrafen“ sei.

Dem Vernehmen nach soll der Angeklagte einer obdachlosen Frau in der Nacht vom 6. auf den 7. Mai 2018 in Esch/Alzette eine Übernachtungsmöglichkeit angeboten haben, sie dann aber sexuell missbraucht und gewürgt haben – so lange, bis die Frau ohnmächtig wurde. „Das Opfer glaubte an eine Geste der Menschlichkeit, wog sich in Sicherheit und erlebte dann eine böse Überraschung“, erklärte der Vertreter der Staatsanwaltschaft.


Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt.
Gewürgt und misshandelt
Weil er eine Frau sexuell missbraucht und gewürgt haben soll, muss sich derzeit ein 39-jähriger Mann vor Gericht verantworten. Die Anklage lautet auf Vergewaltigung und versuchter Totschlag.

In seinen Augen seien sowohl der versuchte Totschlag als auch die Vergewaltigung und der Angriff auf die Schamhaftigkeit zurückzubehalten. Der Beschuldigte habe die Frau an intimen Stellen ihres Körpers berührt. Obwohl das Opfer klar zum Ausdruck gebracht hatte, dass es nicht mit Geschlechtsverkehr einverstanden war, sei es dennoch zu solchem gekommen.

Das Würgen stelle unterdessen einen Akt dar, dessen „eindeutiges Ziel es ist, den Tod hervorzurufen“. Dass der Mann schlussendlich von seinem Vorhaben absah, erkläre sich wohl nur dadurch, dass sich das Opfer zur Wehr setzte.

Opfer und Täter schweigen

Die Richter der Kriminalkammer werden ihr Urteil am 5. Februar bekannt geben. Erschwerend für sie ist in diesem Fall, dass sie weder auf Aussagen des Angeklagten, noch des Opfers als vereidigte Zeugin zurückgreifen können.

Der Beschuldigte hatte von Anfang an erklärt, sich wegen übermäßigen Alkoholkonsums an nichts erinnern zu können. Vor Gericht blieb er dabei und überließ seinem Anwalt das Wort. Dieser versuchte, das Opfer als unglaubwürdig darzustellen, sprach gar von einvernehmlichen Geschlechtsverkehr und Praktiken mit Würgen, für den die Frau bezahlt werden sollte.

Abstreiten konnte das Opfer dies nicht. Die Frau war nicht zum Termin erschienen, forderte allerdings über eine Anwältin als Nebenklägerin Schadenersatz in Höhe von 15.000 Euro.

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Wegen Sex mit 14-Jähriger angeklagt
Ein Mann geht eine Beziehung mit einem minderjährigen Mädchen ein und hat Geschlechtsverkehr mit ihm. Nun droht dem Mann eine siebenjährige Haftstrafe.
Gericht, Tribunal, Prozess, Gerichtsprozesse, Prozesse, Palais de Justice, Proces, Foto: Lex Kleren/Luxemburger Wort
Gewürgt und misshandelt
Weil er eine Frau sexuell missbraucht und gewürgt haben soll, muss sich derzeit ein 39-jähriger Mann vor Gericht verantworten. Die Anklage lautet auf Vergewaltigung und versuchter Totschlag.
Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt.
Ex-Pfarrer vor Gericht: Freispruch trotz Vergewaltigung
Im Prozess gegen den Ex-Pfarrer von Belair waren die Richter zwar der Meinung, dass eine Vergewaltigung stattgefunden hat, da die Tat aber auf 2008 zurückgeht, mussten sie sich auf ein älteres Gesetz berufen – und sprachen den Angeklagten frei.