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Versuchter Totschlag an Zollbeamtem: Verdächtiger wieder auf freiem Fuß
Fahndungsfoto Täter versuchter Totschlag Aire de Capellen Foto: Polizei

Versuchter Totschlag an Zollbeamtem: Verdächtiger wieder auf freiem Fuß

Polizei
Fahndungsfoto Täter versuchter Totschlag Aire de Capellen Foto: Polizei
Lokales 2 Min. 18.05.2014

Versuchter Totschlag an Zollbeamtem: Verdächtiger wieder auf freiem Fuß

Jener Mann, der im Herbst 2013 bei einer Kontrolle auf der Aire de Capellen einen Zollbeamten mit seinem Auto angefahren und lebensgefährlich verletzt hatte, ist wieder auf freiem Fuß. 

(gs) - Jener Mann, der im Herbst vergangenen Jahres bei einer Kontrolle auf der Aire de Capellen einen Zollbeamten mit seinem Auto angefahren und lebensgefährlich verletzt hatte, ist wieder auf freiem Fuß. Dies berichtete RTL am Wochenende.

Jérémy L. hatte sich Ende Oktober 2013, etwas mehr als eine Woche nach dem Vorfall auf der Aire de Capellen der französischen Polizei gestellt. Seitdem saß er während sechs Monaten in Schrassig in Untersuchungshaft und wurde nun in die Freiheit entlassen. Eine konkrete Begründung für die vorzeitige Entlassung aus der U-Haft war am Wochenende nicht in Erfahrung zu bringen. Dabei verwundert dieser Umstand schon, hat der Franzose doch bereits eine Vorstrafe wegen einer Gewalttat. Nach einem außerordentlich brutalen Homejacking im Jahre 2011 saß er bereits zwei Jahre in Haft.

Sein Anwalt begrüßt die Haftentlassung seines Mandanten gegenüber ausländischen Medien. In den vergangenen Monaten hatte der Rechtsbeistand denn auch bei zwei Anläufen die Entlassung aus der Untersuchungshaft gefordert. Anwalt wie Beschuldigter beharren weiter darauf, dass der Vorfall auf der Aire de Capellen ein Unfall gewesen sei, der Verdächtige den Zöllner übersehen und demnach nicht absichtlich angefahren habe. Dass Jérémy habe flüchten wollen, gibt er aber zu. Als Erklärung hatte sein Anwalt stets angeführt, sein Mandant habe keinen Führerschein bei sich geführt.

Drama auf der Raststätte

Rückblick: Es war eigentliche eine Routineüberprüfung, die zum Drama ausartete: Bei der Fahrzeugkontrolle an der Aire de Capellen in der Nacht zum 18. Oktober 2013 hatten zwei Zollbeamte versucht, den Wagen mit französischem Kennzeichen zu stoppen. Doch der Fahrer gab Vollgas. Als ein dritter Zöllner versuchte, eine Nagelsperre auszuziehen, riss der Fahrer das Steuer herum und erfasste den Zollbeamten mit voller Wucht. Das lebensgefährlich verletzte Opfer ließen die Täter liegen. Es gelang ihnen zunächst zu fliehen.

Als die Polizei in der Folge Fahndungsfotos veröffentlichte, die von einer Überwachungskamera an der Aire de Capellen aufgenommen wurden, konnten beide Männer schnell identifiziert werden. Zunächst klickten beim Beifahrer die Handschellen. Wenige Tage hielt denn auch der Fahrer, Jérémy L., dem Druck der Öffentlichkeit nicht länger stand und stellte sich den Behörden im französischen Bar-le-Duc.

Nun wartet er demnach in Freiheit auf seinen Prozess vor einer Kriminalkammer in Luxemburg. Dort dürften die Vorwürfe auf versuchten Totschlag, Rebellion mit Waffengewalt, Fahrerflucht und unterlassene Hilfeleistung lauten.