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Versuchter Totschlag an Zöllner: 15 Jahre Haft für Hauptangeklagten
Der Unfall ereignete sich in der Nacht zum 18. Oktober 2013.

Versuchter Totschlag an Zöllner: 15 Jahre Haft für Hauptangeklagten

Foto: Tania Feller / LW-Archiv
Der Unfall ereignete sich in der Nacht zum 18. Oktober 2013.
Lokales 31.10.2016

Versuchter Totschlag an Zöllner: 15 Jahre Haft für Hauptangeklagten

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Weil er im Oktober 2013 versucht hatte, einen Zollbeamten während einer Kontrolle an der Aire de Capellen zu überfahren, wurde Jérémy L. am Montag zu einer 15-jährigen Haftstrafe verurteilt.

(SH) - Wegen versuchten Totschlags wurde Jérémy L. am Montag zu einer 15-jährigen Haftstrafe verurteilt. Zudem wurde ein zweijähriges Fahrverbot gegen ihn verhängt. Der Franzose hatte bei einer Kontrolle an der Aire de Capellen in der Nacht vom 17. auf den 18. Oktober 2013 einen Zollbeamten überfahren. Dieser hatte den Unfall nur knapp überlebt.

Während der Verhandlung hatten die Ermittler betont, dass sich die Spurensuche als schwierig herausgestellt hatte, insbesondere, da der Unfallwagen erst gut eine Woche nach dem Zwischenfall komplett ausgebrannt aufgefunden worden war.

Angeklagter: "Keine Absicht"

Zudem gestalteten sich die Aussagen der Kollegen des Zollbeamten sowie der Angeklagten als recht unterschiedlich.

Die Zollbeamten, die an der Kontrolle beteiligt waren, sagten während der Ermittlungen und vor Gericht aus, dass sich ihr Kollege in einer Einbuchtung befunden habe. Jérémy L. sei absichtlich nach rechts, wo sich der Zollbeamte befand, gefahren.

Der Angeklagte gab zu, dass er der Kontrolle entkommen wolle. Er habe den Zöllner jedoch nicht absichtlich angefahren. "In dem Moment, in dem ich beschleunigt hatte, war die Straße vor mir frei", so Jérémy L. während der Verhandlung. Seinen Aussagen zufolge musste sich der Zollbeamte in der Einbuchtung hinter einem Stein oder einem Baum versteckt haben. Er habe nicht gesehen, dass ein Mensch auf das Auto zukam. "Ich habe den Zollbeamten erst gesehen, als er sich vor mir befand und ausholte, um die Nagelsperre zu werfen. Hätte er sich nicht bewegt, hätte ich ihn wohl nicht gesehen." Als der Fahrer das spätere Opfer sah, habe es sich auf der Straße vor dem Auto gefunden.

Freispruch für den Beifahrer

Für die Vertreterin der Staatsanwaltschaft gab es keine Zweifel am versuchten Totschlag. Der Angeklagte habe den Zöllner mit seiner reflektierenden Weste sehen und bremsen müsse, so ihre Aussage. Sie hatte eine 20-jährige Haftstrafe gegen Jérémy L. gefordert.

Vor Gericht verantworten musste sich auch Souleyan S., Beifahrer von Jérémy L. in der Tatnacht. Er war wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt, wurde jedoch freigesprochen.

Die Berufungsfrist beträgt 40 Tage.

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