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Versuchte Vergewaltigung: 30 Monate Haft gefordert
Lokales 2 Min. 19.05.2020

Versuchte Vergewaltigung: 30 Monate Haft gefordert

Das Urteil ergeht am 18. Juni.

Versuchte Vergewaltigung: 30 Monate Haft gefordert

Das Urteil ergeht am 18. Juni.
Foto: Guy Jallay
Lokales 2 Min. 19.05.2020

Versuchte Vergewaltigung: 30 Monate Haft gefordert

Im März 2016 wird eine Jugendliche von einem Mann unsittlich berührt. Nun musste sich ein Mann vor Gericht verantworten - obwohl er seine Verwicklung in die Tat abstreitet.

(SH) - Bei einem Spielplatz in Differdingen wird ein 16-jähriges Mädchen am frühen Abend des 20. März 2016 von einem Mann sexuell belästigt. Deshalb musste sich nun der 49-jährige Bescet L. vor Gericht verantworten. Er streitet allerdings jegliche Vorwürfe ab. Er kenne das Mädchen nicht und es müsse sich demnach um eine Verwechslung handeln, so die Aussage des Beschuldigten.

Ihm wird vorgeworfen, das Mädchen im Intimbereich angefasst zu haben. Zudem soll er seine Hand unter die Kleidung der Jugendlichen geführt und versucht haben, sie mit einem Finger zu penetrieren – und somit aus juristischer Sicht zu vergewaltigen. Dies soll ihm den Aussagen der jungen Frau zufolge jedoch nicht gelungen sein.

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft sieht dennoch nicht nur den Tatbestand der unsittlichen Berührung gegeben, sondern auch jenen der versuchten Vergewaltigung. Für ihn gibt es zudem kaum Zweifel daran, dass es sich bei dem Angeklagten um den mutmaßlichen Täter handelt. Demnach forderte er eine Haftstrafe von 30 Monaten, die aufgrund von Vorstrafen wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz nicht zur Bewährung ausgesetzt werden kann.

Drei Begegnungen

Auch die junge Frau hatte im Zeugenstand daran festgehalten, dass es sich bei dem Angeklagten um den Angreifer handelt. Dem Mann war sie nämlich nicht nur dieses eine Mal begegnet. Vielmehr war er ihr vor dem 20. März 2016 bereits mehrmals aufgefallen. So hatte sie ihn zunächst bemerkt, als sie sich gemeinsam mit ihrer Cousine an einer Bushaltestelle aufhielt und er sie anstarrte und sich dann an den Beinen rieb. Bereits bei diesem ersten Vorfall hatten die beiden jungen Frauen ein ungutes Gefühl.

Einige Zeit später fiel dem mutmaßlichen Opfer der Mann dann erneut auf. Diesmal war er mit dem Fahrrad unterwegs und verfolgte das Mädchen bis zu dessen Tante, indem er „komische Bewegungen mit dem Mund und der Zunge“ machte. Auch die Tante, die den Mann anschließend zur Rede stellte, erkannte ihn nun vor Gericht wieder.


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Als das Mädchen den Mann im März 2016 dann am Differdinger Bahnhof, wo es ganz alleine auf einen Zug wartete, erneut bemerkte, bekam es Angst und beschloss, die Flucht zu ergreifen. „Ich wollte mich verstecken“, so die junge Frau, der man auch vier Jahre nach dem Vorfall noch ansieht, wie nah ihr das Erlebte geht. Der Mann hatte allerdings ihre Verfolgung aufgenommen – bis zum Spielplatz.

Glaubwürdiges Opfer

Von den Vorkommnissen erzählte das Mädchen zunächst niemandem etwas. Erst zwei Wochen später vertraute sich die junge Frau ihrer Cousine an, dann ihrer Mutter. Anzeige zu erstellen, machte für sie zunächst keinen Sinn, da sie die Identität des Mannes nicht kannte. Als sie den Mann kurze Zeit später dann aber während einer Autofahrt mit ihrer Mutter erblickte, wurde auch die Polizei über den Vorfall in Kenntnis gesetzt.

Dass die Aussagen des mutmaßlichen Opfers wohl auf einem wahren Erlebnis basieren, bestätigte ein psychologischer Gutachter vor Gericht. Er könne allerdings nicht sagen, ob es tatsächlich zu einer Penetration – und somit juristisch zu einer Vergewaltigung – gekommen sei.

Die Richter der Kriminalkammer geben ihr Urteil am 18. Juni bekannt.  


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