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Verschmutzung der Sauer: Löschschaum aufgelöst
Lokales 5 4 Min. 02.10.2019 Aus unserem online-Archiv

Verschmutzung der Sauer: Löschschaum aufgelöst

Mit einer Ölsperre werden die Löschschaummengen abgefangen.

Verschmutzung der Sauer: Löschschaum aufgelöst

Mit einer Ölsperre werden die Löschschaummengen abgefangen.
Foto: Chris Karaba
Lokales 5 4 Min. 02.10.2019 Aus unserem online-Archiv

Verschmutzung der Sauer: Löschschaum aufgelöst

Trotz Notmaßnahmen floss am Dienstag beim Brandeinsatz in der Echternacher Industriezone Löschwasser in die Sauer. Schuld ist ein fehlender Schieber.

(asc) - Einen Tag nach dem Großbrand in den Werkshallen des Flugzeugteileherstellers Euro-Composites im Industriegebiet von Echternach sind die Folgen der Umweltverschmutzung durch ausgelaufenes Löschwasser auf der Sauer noch deutlich zu sehen. "Obschon der größte Teil des weißen Löschschaumteppichs, der sich am Dienstagabend auf der Wasseroberfläche ausgebreitet hatte, sich in der Zwischenzeit nach und nach auflöst", betont Luc Zwank, beigeordneter Direktor der Administration de la gestion de l'eau gegenüber dem "Luxemburger Wort".

Wie sich die Verschmutzung auf die Flussbiologie auswirken wird, sei zurzeit noch nicht absehbar. "Zurzeit kennen wir noch nicht die genauen Inhaltsstoffe des Löschwassers", sagt Luc Zwank. Verschiedene Substanzen des Löschschaums könnten eine potentiell endokrine Wirkung im Wasser haben und die Sedimentschicht und die Flussbiologie anreichern. Nun müssten die am Dienstagabend von Mitarbeitern des Wasserwirtschaftsamtes im Fluss entnommenen Proben in Laboren des Wasserwirtschaftsamts hierzulande sowie in ausländischen Laboratorien analysiert werden. "Sobald diese Resultate vorliegen, wird auf Basis des Umwelthaftungsgesetzes ein ministerieller Erlass verfasst", so Luc Zwank. 

Firma wird Behörden detaillierten Bericht vorlegen müssen

Danach müsse die Firma Euro-Composites den Behörden einen Bericht abliefern, in dem genau vermerkt ist, bei welchen Auflagen es am Dienstag Probleme gegeben hat und welche Maßnahmen gegriffen haben, erklärt Luc Zwank. Aufgrund dieses Berichts, der Laboranalysen und eventuell einer Unterredung auf dem Firmengelände zwischen Vertretern der Behörden und des Unternehmens könnten später gegebenenfalls dann Nachbesserungen beschlossen werden, erklärt Luc Zwank.


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Zu der Umweltverschmutzung der Sauer konnte es allerdings erst kommen, weil ein Teil des Löschwassers mit dem -schaum, den Lösungsmitteln und dem Phenolharz ungebremst durch den Regenwasserkanal in die Sauer fließen konnte. "Zurzeit wird ein Regenüberlaufbecken (RÜB) auf dem Firmengelände  gebaut. Wären diese Arbeiten abgeschlossen und der Regenkanal mit den Sicherheitsschiebern, die den Abfluss von Löschwasser in die Sauer hätten verhindern können, an das RÜB angeschlossen gewesen, dann hätten die gesamten Löschwassermengen im neuen Becken aufgefangen werden können", unterstreicht Luc Zwank. 

Regenkanal noch nicht an Auffangbecken angeschlossen

Dies bestätigt auch Cédric Gantzer, der Sprecher des Corps grand-ducal d'incendie et de secours (CGDIS). Er sagt: "Weil es sich bei der Firma um einen Industriestandort handelt, haben wir nachdem kurz nach Mittag bei uns der Feueralarm ausgelöst worden war, zusätzlich zu den Löschtrupps Mitarbeiter unserer chemisch-biologischen Spezialeinheit NRBC (nucléaire, radioactif, biologique et chimique) vor Ort geschickt." Zeitgleich zu dem Löscheinsatz hätten die Rettungskräfte in dem noch nicht fertiggestellten RÜB vor den Öffnungen des Regenwasserkanals sogenannte Bigbags angebracht, um zu  verhindern, dass die gesamten Löschwassermengen in den Fluss gelangen. Wegen der enormen Löschwasserquantitäten, des fehlenden Schiebers und des noch ausstehenden Anschlusses des Regenkanals an das Auffangbecken habe der Abfluss in den Fluss letztendlich aber nicht ganz verhindert werden können, so Cédric Gantzer. 

CGDIS-Löscheinsatz dauerte bis Mitternacht

Bis Mitternacht am Dienstagabend waren Feuerwehreinheiten unter anderem aus der Region mit den Löscharbeiten vor Ort beschäftigt. Dabei kamen auch Mitarbeiter des GRIMP (Groupe de reconnaissance et d'intervention en milieu périlleux) in den Einsatz, um Teile des Daches abzusichern und letzte Löscharbeiten zu erledigen. Anschließend seien die CGDIS-Truppen dann von der Betriebsfeuerwehr abgelöst worden, informiert der CGDIS-Sprecher weiter.

Das Feuer auf dem Firmengelände in Echternach war bereits der zweite Großbrand in einer Industriezone innerhalb weniger Wochen. Erst Anfang August hatten Feuerwehreinheiten zu einem Feuer auf dem Kronospan-Gelände in Sassenheim ausrücken müssen. Damals war auch schon Löschwasser in den  Fluss Korn geflossen.  

Arbeitsgruppe wird Brände in Industriegebieten analysieren

Aufgrund dieses ersten Vorfalls sei schon beschlossen worden, dass eine Arbeitsgruppe mit Vertretern des Wasserwirtschaftsamtes, des für die Industriezonen zuständigen Wirtschaftsministeriums und des CGDIS gebildet werden soll. "Dieses Gremium wird die beiden Brände analysieren und unter anderem prüfen, welche materiellen Nachbesserungen vorgenommen werden müssen, um zu verhindern, dass es künftig zu ähnlichen Vorfällen kommt", gibt Luc Zwank abschließend bekannt.  




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