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Vermisstenfall Tanja Gräff: Was ist bloß passiert?
Lokales 3 Min. 07.06.2012 Aus unserem online-Archiv

Vermisstenfall Tanja Gräff: Was ist bloß passiert?

Tanja Gräff wird seit dem 7. Juni 2007 vermisst.

Vermisstenfall Tanja Gräff: Was ist bloß passiert?

Tanja Gräff wird seit dem 7. Juni 2007 vermisst.
Foto: Polizei
Lokales 3 Min. 07.06.2012 Aus unserem online-Archiv

Vermisstenfall Tanja Gräff: Was ist bloß passiert?

Seit genau fünf Jahren wird die junge Studentin Tanja Gräff aus Korlingen vermisst. Zuletzt wurde sie am 7. Juni 2007 auf einem Sommerfest der Trierer Fachhochschule gesehen. Ihr Verschwinden bleibt bis heute ungeklärt. Dabei hat die Polizei nie die Hoffnung aufgegeben, den Fall doch noch lösen zu können.

(hay) - Seit genau fünf Jahren wird die junge Studentin Tanja Gräff aus Korlingen vermisst. Zuletzt wurde sie am 7. Juni 2007 auf einem Sommerfest der Trierer Fachhochschule gesehen. Ihr Verschwinden bleibt bis heute ungeklärt. Dabei hat die Polizei nie die Hoffnung aufgegeben, den Fall doch noch lösen zu können.

„Alles in allem sind wir rund 3000 Hinweisen und Spuren nachgegangen,“, erklärt Monika Peters, Pressesprecherin von der Trierer Polizei. Eine „heiße Spur“ habe sich aber nie ergeben. „Wir wissen weder, wann genau Tanja Gräff verschwand, noch was mit ihr oder ihren Kleidern geschehen ist oder auch wie sie von der FH-Party weggekommen ist. Es gibt keinen Tatort und wir haben keine Vorstellung davon, was genau passiert ist.“

Trotzalledem wurden die Akten nie geschlossen, weil die Polizei von einem Kapitalverbrechen ausgeht. „Wir hoffen noch immer, in dem Fall weiter zu kommen“, sagt Peters und verweist auf den Fall Lolita Brieger, deren Schicksal nach Jahrzehnten noch aufgeklärt werden konnte.

Suchaktionen - Zeugenbefragungen - Fernsehauftritte

Im Fall „Tanja Gräff“ wurde jedenfalls nichts unversucht gelassen, den Verbleib der jungen Frau aufzuklären. Freunde der Vermissten starteten eigene Suchmaßnahmen. Sie richteten eine Internetseite ein, verteilten Handzettel und traten in Talk-Shows auf. Selbst in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ wurde der Vermisstenfall aufgegriffen – zwei Mal sogar.

Und die Polizei? Die leitete umfangreiche Suchaktionen ein, befragte Zeugen, durchkämmte Wälder und suchte Gewässer ab, darunter auch den Stausee von Esch/Sauer. Die genaue Anzahl an Einsatzstunden oder Ermittlern, die sich mit dem Fall beschäftigt haben, lässt sich rückblickend nicht genau beziffern. Es ist aber sicher, dass das Kräfteaufgebot sehr groß war. Am Anfang wurde eine Sonderkommission gebildet, danach eine etwas kleinere Ermittlungskommission, gefolgt von einer Ermittlungsgruppe, die noch einmal sämtliche Spuren überprüfte. „In dieser Hinsicht ist das für uns schon ein einzigartiger Fall“, so Peters.

7. Juni 2007: Die letzten Lebenszeichen

  • Um 20.30 Uhr fährt Waltraud Gräff ihre Tochter Tanja zum Sommerfest der Fachhochschule.
  • Um kurz vor 4 Uhr am Donnerstagmorgen wird Tanja zum letzten Mal auf dem Fest gesehen. Einer ihrer Freunde sieht Tanja um diese Uhrzeit in Begleitung einer männlichen, bis heute unbekannten Person. Dieser Fremde habe dem Freund in einem schroffen Ton zu verstehen gegeben, Tanja in Ruhe zu lassen.
  • Zwischen 5.20 und 5.30 Uhr macht ein vom Veranstalter als Helfer eingesetzter Mann eine eventuell wichtige Beobachtung: Während er einen umgeworfenen Bauzaun an der Zufahrtsstraße zum Waldstadion demontiert, hört er eine sehr schlanke junge Frau mit roten Haaren zu ihrem Begleiter sagen: “Pack mich nicht an” und etwas später: “…ich will nur noch heim”.

  • In unmittelbarer Nähe sitzen im Gebüsch etwa fünf junge Leute, die beinahe von dem Bauzaun getroffen werden, den der Helfer in die Böschung schmeißt. Zwei junge Männer kommen aus dem Gebüsch gelaufen und sprechen mit der aufgeregten, jungen Frau. Diese Zeugen haben sich trotz mehrmaliger Aufrufe der Trierer Polizei bis heute nicht gemeldet. Damit bleibt ungeklärt, ob es sich bei der aufgeregten jungen Frau um Tanja Gräff handelte.

  • Wichtig könnte in diesem Zusammenhang eine weitere Beobachtung sein: Ein Zeuge sagte aus, dass der Mann, gegen den sich die junge Frau verbal zur Wehr gesetzt hatte, in einem blauen Peugeot mit einem gelben (vermutlich luxemburgischen) Kennzeichen weg fuhr. Die Polizei schließt hierbei nicht aus, dass sich die oben erwähnte junge Frau auch in dem Wagen befand.


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