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Vermisste Studentin Tanja Gräff: "Befremdliche Aussagen des Ex-Kollegen"
Lokales 2 Min. 09.02.2015 Aus unserem online-Archiv

Vermisste Studentin Tanja Gräff: "Befremdliche Aussagen des Ex-Kollegen"

Die damals 21-jährige Studentin Tanja Gräff wurde auf dem Sommerfest der FH Trier zum letzten Mal gesehen.

Vermisste Studentin Tanja Gräff: "Befremdliche Aussagen des Ex-Kollegen"

Die damals 21-jährige Studentin Tanja Gräff wurde auf dem Sommerfest der FH Trier zum letzten Mal gesehen.
Foto: Polizei Trier
Lokales 2 Min. 09.02.2015 Aus unserem online-Archiv

Vermisste Studentin Tanja Gräff: "Befremdliche Aussagen des Ex-Kollegen"

Ein ehemaliger Polizist, der im Vermisstenfall Tanja Gräff der Polizei Versäumnisse vorgeworfen hat, gerät nun selbst ins Kreuzfeuer der Kritik. Die Polizei prüft dienstrechtliche Konsequenzen.

(vb) - Ein ehemaliger Polizist, der im Vermisstenfall Tanja Gräff der Polizei Versäumnisse vorgeworfen hat, gerät nun selbst ins Kreuzfeuer der Kritik. Die Polizei prüft dienstrechtliche Konsequenzen für den pensionierten Beamten.

Vor einer Woche hatte Günter Deschunty erklärt, die Sonderkommission Tanja Gräff habe mehrere Spuren nicht gründlich genug verfolgt. Er selbst sei in seiner Arbeit blockiert worden, als er einen verdächtigen jungen Mann mit einem auffälligen Spitzbart ermittelt habe. Damit gab der Polizist im Ruhestand der Mutter von Tanja Gräff Recht, die der Trierer Polizei ebenfalls unzureichende Ermittlungen vorgeworfen hat.

Die Staatsanwaltschaft Trier weist die Kritik von Günter Deschunty zurück und spricht von "haltlosen Vorwürfen". Polizeisprecher Uwe Konz sagte im Gespräch mit dem Luxemburger Wort, die Aussagen des Ex-Polizisten seien "anmaßend und abwegig". "Alle Spuren, die wir hatten, sind abgearbeitet", stellt Konz klar. "Es ist befremdlich, dass es da jemanden geben soll, der die Ermittlungen bremst."

Für seine klaren Worte, die der pensionierte Polizist Deschunty in einem Leserbrief veröffentlichte, muss er jetzt mit Konsequenzen rechnen. "Wir prüfen, ob Herr Deschunty gegen dienstrechtliche Pflichten verstoßen hat", heißt es von der Polizei.

"Befremdliche Reaktion"

In Trier ist der Fall seit einer Woche Stadtgespräch. Die Kommentare aus der Bevölkerung ließen folglich nicht lange auf sich warten. Leserbriefe im "Trierischen Volksfreund" halten die Reaktion der Polizei für bedenklich. Die Polizeispitze wolle den kritischen Polizisten "mundtot" machen, dies ohne die Vorwürfe auch nur im Ansatz zu entkräften, heißt es.

In einem Leserbrief meldet sich ein weiterer ehemaliger Kriminalpolizist zu Wort. "Mir ist nicht ein einziger Fall bekannt, in dem die Ermittler der Mordkommission schludrig gearbeitet hätten. Auch im Fall Tanja Gräff wurden relevante Spuren bis zum Exzess ausgewertet und bearbeitet", schreibt er.

Die Studentin Tanja Gräff war bei einem Sommerfest 2007 spurlos verschwunden und ist vermutlich Opfer eines Verbrechens geworden. Die "Sonderkommission FH" mit zwei Dutzend Beamten verfolgte eine Vielzahl von Spuren. Heute, mehr als sieben Jahre später, arbeiten noch immer zwei erfahrene Mitarbeiter der Kriminalpolizei an dem Fall. Nach wie vor ist für Hinweise auf den Täter eine Belohnung von 30 000 Euro ausgesetzt.

Weiterer Bericht: Ex-Polizist: Wir waren Tanja Gräffs Mörder auf der Spur


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