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Verkehrssünder vor Gericht: Alkoholfahrten, keine Papiere, Unfälle
Lokales 4 Min. 15.02.2018

Verkehrssünder vor Gericht: Alkoholfahrten, keine Papiere, Unfälle

Wer betrunken Auto fährt, muss mit einem Gerichtsverfahren rechnen.

Verkehrssünder vor Gericht: Alkoholfahrten, keine Papiere, Unfälle

Wer betrunken Auto fährt, muss mit einem Gerichtsverfahren rechnen.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 4 Min. 15.02.2018

Verkehrssünder vor Gericht: Alkoholfahrten, keine Papiere, Unfälle

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Ob Alkohol am Steuer, ungültige Papiere oder Fahrerflucht: Fast tagtäglich befassen sich die Luxemburger Gerichte mit Verkehrsdelikten. Einige Beispiele.

(SH) - Das Auto ist des Luxemburgers liebstes Kind. Doch nicht nur in der Faschingszeit verhalten sich viele Verkehrsteilnehmer regelwidrig. Oft müssen sich die Gerichte anschließend mit den Verstößen gegen die Verkehrsordnung beschäftigen. Die Strafen gehen von Geldbußen bis hin zu Führerscheinentzügen. Haftstrafen sind ebenfalls vom Gesetz vorgesehen.

Genau darauf wurde ein 48-jähriger Mann, von Beruf Fahrer, von den Richtern hingewiesen. Er musste sich nämlich bereits zum vierten Mal wegen eines Verkehrsdeliktes vor Gericht verantworten. Am 18. November vergangenen Jahres hatte er sich hinter das Steuer gesetzt, obwohl er zu viel Alkohol getrunken hatte und weder im Besitz eines gültigen Führerscheines noch einer Versicherung war.

„Wenn man die Versicherung nicht zahlt, hat man keine. Aber Sie waren ohnehin nicht mehr im Besitz eines Führerscheines, weil sie keine Punkte mehr hatten“, erklärte der Richter dem Angeklagten und fügte hinzu: „Wenn man betrunken ist, darf man nicht mehr fahren.“ Das Gesetz sehe für seine Verstöße bis zu drei Jahre Haft vor. Dies nehme der Beschuldigte jedoch wohl nicht sehr ernst. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft forderte ein Fahrverbot von insgesamt 54 Monaten sowie eine angemessene Geldstrafe, wies den Angeklagten jedoch darauf hin, dass er beim nächsten Vergehen eine Haftstrafe beantragen würde.

Alkohol zur Ablenkung

Mehr Nachsehen hatte die Staatsanwaltschaft mit einem Mann, der am 28. November 2017 gegen 18 Uhr in Contern mit 2,17 Promille erwischt wurde. Er muss mit einem Fahrverbot von 16 Monaten auf Bewährung sowie einer Geldstrafe rechnen. „Wenn die Richter meiner Forderung nachgehen, passiert Ihnen dieses Mal nicht viel. Sollten Sie jedoch noch einmal hier stehen, wird viel passieren“, so der Vertreter der Staatsanwaltschaft.

Der 30-jährige Fahrer hatte sich bisher nichts zuschulden kommen lassen. An besagtem Tag hatte er sich jedoch nach der Arbeit an einer Tankstelle zwei Sandwiches, Wasser sowie eine Flasche Alkohol besorgt. Auf dem Nachhauseweg hielt er an, rauchte ein Zigarillo und trank „zwei bis drei Gläser Whiskey“. Er habe nicht nach Hause gewollt, weil er die familiäre Situation dort nicht mehr aushalte, erklärte er. „Es ist einfach passiert. Ich gebe zu, dass es keinen Sinn hatte. Und es tut mir auch unendlich leid.“ Der Vertreter der Staatsanwaltschaft entgegnete: „Es ist kein Problem, wenn man sich von seinen Problemen ablenken will. Allerdings sollte man dann von seinem Wagen wegbleiben.“

In die Absperrung der Baustelle

Familiäre Probleme nannte auch ein Mann, der zwei Tage später auf dem Nachhauseweg nach einem feuchtfröhlichen Abend mit fast zwei Promille gegen die Absperrung einer Baustelle gerannt war, als Grund für seinen Ausrutscher. Eigentlich hätte er gefahren werden sollen, dann hätte er jedoch die falsche Entscheidung getroffen und sich hinters Steuer gesetzt. Nun muss er mit einem 20-monatigen Fahrverbot auf Bewährung und einer Geldstrafe rechnen.

Betrunken morgens um 10

Weit weniger Einsicht zeigte ein 72-jähriger Mann, der am 23. August 2016, gegen 10 Uhr, auf dem Parkplatz eines Supermarktes in Niederanven einen abgestellten Wagen beschädigt haben soll. Er hatte gleich nach dem Vorfall abgestritten, das andere Fahrzeug berührt zu haben und blieb auch vor Gericht bei dieser Version – sein Fahrzeug hätte ihn schließlich warnen müssen, wenn er beim Einparken zu nahe an einen anderen Wagen herangefahren wäre.

Da die geschädigte Fahrerin bei dem Mann einen Alkoholgeruch bemerkt hatte, hatte sie die Polizei gerufen. Diese hatte den Mann kurz nach dem Unfall bei sich zu Hause angetroffen – mit 1,58 Promille. Ein Alkoholwert, der auf zwei Bier à 6,5 Prozent zurückzuführen wäre, die er nach der Fahrt zu Hause getrunken hätte. Der Mann muss dennoch mit 15 Monaten Fahrverbot auf Bewährung und einer Geldstrafe rechnen.

Drei Unfälle, dreimal Fahrerflucht

Unter Alkoholeinfluss hatte ein weiterer Mann am Abend des 15. Dezember 2015 in Esch/Alzette gleich drei Unfälle verursacht – und jeweils Fahrerflucht begangen. „Ich habe ihm einenRicard ausgeschenkt, dann nichts mehr“, wies der Betreiber jener Gaststätte, die der Beschuldigte besucht hatte, auf dessen alkoholisierten Zustand hin. Er habe ihm angeboten, ihn nach Hause zu fahren, dies habe der Mann jedoch nicht angenommen.

Auch am Folgetag zeigte der Angeklagte wenig Einsicht. Denn war zunächst im Einverständnis mit einem der Geschädigten ein Unfallbericht angefertigt worden, so zerriss er diesen später – und muss nun ein dreijähriges Fahrverbot und eine Geldstrafe befürchten.

Keine Papiere, aber eine Reparatur

Im Guten regeln wollte ein Fahrer unterdessen am 23. Januar vergangenen Jahres einen Auffahrunfall auf der A4 in Richtung Hollerich. Da der Unfallfahrer nicht im Besitz einer Versicherung war, bot er jenem Mann, dessen Wagen er beschädigt hatte, an, dass dieser ihn doch in einer Werkstatt reparieren lassen solle und er für den Schaden aufkomme – was er auch tat.

Die Polizei wurde jedoch zur Garage gerufen und stellte dort fest, dass nicht nur die Versicherung, sondern auch die Kontrollbescheinigung abgelaufen waren. Der Unfallfahrer muss nun mit einem 18-monatigen Fahrverbotund einer Geldstrafe rechnen, der Fahrzeughalter mit einer Buße und einem 16-monatigen Fahrverbot.

Die Urteile ergehen am 2. und 5. März.

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