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Verjüngungskur für Flüchtlingsheim "Centre Héliar"
Das Centre Héliar hoch oben über der Sauer ist von der Straße aus kaum zu erkennen.

Verjüngungskur für Flüchtlingsheim "Centre Héliar"

Foto: Guy Jallay
Das Centre Héliar hoch oben über der Sauer ist von der Straße aus kaum zu erkennen.
Lokales 2 Min. 09.08.2018

Verjüngungskur für Flüchtlingsheim "Centre Héliar"

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Drei Jahre lang bringen die Arbeiter das in die Jahre gekommene Flüchtlingsheim auf einen zeitgemäßen Stand. Das alles spielt sich hinter verschlossenen Türen ab.

Gut versteckt und von der Landstraße von Echternach nach Vianden kaum zu erkennen, sieht das ehemalige Sanatorium Institut Héliar in Weilerbach einer Verjüngungskur entgegen.

Seit dem Jahr 2000 wird das stattliche Anwesen auf dem Gemeindegebiet von Berdorf als Flüchtlingsheim genutzt. Rufe und Kinderlachen sind jedoch seit Anfang des Jahres auf dem Hügel über der Sauer nicht mehr zu hören, seit die zuletzt 61 Flüchtlinge auf andere Standorte verteilt wurden.

In den vergangenen Jahren war das Heim aber gut belegt und die mehr als 200 Plätze zuerst von allein stehenden Männern und dann hauptsächlich von Familien genutzt. Rund 90 Kinder wohnten im nun Centre Héliar genannten Komplex und gingen auch dort zur Schule. Vier Klassensäle standen für den Unterricht zur Verfügung.

Wenn das Centre Héliar ausgebaut und renoviert ist, bekommen vor allem die Schulkinder mehr Platz. Zwei Gebäude sind für den Unterricht vorgesehen, außerdem wird ein weiterer Raum zu einer Maison relais ausgebaut, heißt es auf Nachfrage vom Amt für öffentliche Bauten.

Platz für 212 Flüchtlinge

Eine neue Strategie verfolgt das Ministerium zudem bei der Verpflegung der Flüchtlinge. Während sie früher ausschließlich in der großen Kantine verköstigt wurden, sollen in Zukunft auf den Etagen zusätzlich Kochstellen in der Nähe der Zimmer entstehen. „Es ist eine größere Anzahl von kleineren Küchen geplant, damit die Bewohner sich selber Essen zubereiten können“, sagt Charlotte Sauer, die zuständige Architektin bei der Administration des bâtiments publics. Hintergrund ist offenbar, dass es mit einer zentralen Verpflegung schwierig ist, die verschiedenen kulturell und religiös beeinflussten Ernährungsgewohnheiten zu berücksichtigen.


Die Schranke bleibt zu
Wenn die Presse über Flüchtlingsheime berichtet, ist Fingerspitzengefühl gefragt. Das Thema ganz totzuschweigen, kann aber keine Alternative sein.

So richtig losgehen wird es mit dem Ausbau des Heims erst im November, wenn die Rohbauarbeiten beginnen. Bis jetzt ist das Heim, laut Architektin, entrümpelt worden, und eine Asbestsanierung wurde durchgeführt. Vor dem Sommer liefen lediglich kleinere Vorbereitungsarbeiten. Anfang 2021 soll das Heim fertig sein.

Zur geplanten Nutzung des Heims war von der Flüchtlingsbehörde OLAI auf wiederholte Nachfrage keine Auskunft zu bekommen. Auch eine Besichtigung des leer stehenden Heims lehnte das OLAI ab (siehe Kommentar).

Fast fertig ist das ehemalige Hotel Schumacher unterhalb des Centre Héliar, das der Staat gekauft hat und dem OLAI zur Verfügung stellt. Demnächst sollen hier 70 Flüchtlinge wohnen.


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