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Verhängnisvolle Snapchats

Verhängnisvolle Snapchats

Foto: AFP
Lokales 14.12.2018

Verhängnisvolle Snapchats

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Einmal 21.300 Euro, ein anderes Mal 13.100 Euro: Die Zahlungsanweisungen per Snapchat vermitteln im Prozess um einen aus Thailand gesteuerten Drogenhandel einen kleinen Eindruck zu den verkauften Mengen von Marihuana.

„Ich hatte es der Untersuchungsrichterin versprochen“, erklärte jener Mann, der beschuldigt wird, über Snapchat und aus Thailand Drogenhandel in Luxemburg koordiniert zu haben, seine überraschende Rückkehr nach Europa. Und so klickten aufgrund eines internationalen Haftbefehls gleich bei seiner Ankunft am Brüsseler Flughafen Zaventem die Handschellen.

Zum Leidwesen der Ermittler kam Michel H. allerdings ohne Mobiltelefon und ohne Gepäck, das ausgewertet hätte werden können, aus Thailand zurück. Denn ein Großteil der Beweise und Indizien in diesem Prozess um den Handel mit Dutzenden Kilogramm Marihuana und möglicherweise auch anderen Drogen, stammt aus den Snapchat-Kurzmitteilungen, die Michel H. mit seinen mutmaßlichen Laufburschen, sprich Drogenkurieren Yan B. und Ronny M. austauschte.

2.627 Snapchat-Botschaften

Mehr als 2.600 Mitteilungen hatte das FBI nach einem Rechtshilfeersuchen aus Luxemburg beim US-amerikanischen Firmensitz des Instant-Messaging-Diensts Snapchat sichergestellt. Allerdings bestand ein Großteil aus leeren Textzeilen – möglicherweise aufgrund eines technischen Fehlers beim FBI.


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Belastend sind hingegen Bilddateien, welche die drei Beschuldigten versendeten. Denn, wie es scheint, benutzten die Angeklagten Screenshots, um entscheidende Informationen auszutauschen. So etwa Termine mit Zulieferern aus den Niederlanden und Zahlungsanweisungen.

„21.300 Euro für die Holländer“

Diese Bilder von Textbotschaften gaben den Ermittlern dann auch deutliche Hinweise zum Ausmaß des Drogenhandels des Trios. So waren den Bilddateien beispielsweise Zahlungsanweisungen in Höhe von mehr als 20.000 Euro an „die Holländer“ zu entnehmen.

Der leitende Ermittler schloss aus der Auswertung der Daten und den Ermittlungen auf einen umfangreichen Drogenhandel auf internationaler Ebene mit einer klaren Organisationsstruktur. Zudem hätte die Bande auch nachweislich mit anderen Drogen, etwa Amphetaminen und Kokain, gehandelt.

Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt und voraussichtlich auch abgeschlossen.


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