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Vergewaltigungsprozess: Zweimal neun Jahre Haft gefordert
Lokales 2 Min. 08.03.2019 Aus unserem online-Archiv

Vergewaltigungsprozess: Zweimal neun Jahre Haft gefordert

Vergewaltigungsprozess: Zweimal neun Jahre Haft gefordert

Foto: Gerry Huberty
Lokales 2 Min. 08.03.2019 Aus unserem online-Archiv

Vergewaltigungsprozess: Zweimal neun Jahre Haft gefordert

Zwei junge Männer sollen im Oktober 2016 eine wehrlose 17-Jährige vergewaltigt, zwei weitere eine Hilfeleistung unterlassen haben. Nun forderte die Staatsanwaltschaft Haftstrafen.

(str) - Das Opfer war in einem Zustand, in dem es ihm nicht möglich war, Zustimmung für sexuelle Handlungen zu geben“, betonte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft zum Abschluss des Prozesses gegen vier junge Männer: Zwei von ihnen wirft sie vor, den wehrlosen Zustand des 17-jährigen Mädchens ausgenutzt zu haben, um Geschlechtsverkehr mit ihr zu haben, zwei weiteren, unterlassene Hilfeleistung.

Gefährlicher Blackout

„Es war den Anklagten durchaus bewusst, in welchem Zustand das Mädchen war“, führte die Anklägerin aus. „Sie nutzten das aus.“ Der Minderjährigen waren dem Anschein nach zuvor in einem Club in der hauptstädtischen Rue Dicks KO-Tropfen verabreicht worden. Ohne jegliche Erinnerungen fand sie sich dann morgens in einem desolaten Zustand in einer fremden Wohnung wieder.


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„Sie war der Auffassung, dass ihr Bekannter, Pit C., sie nach Hause fahren würde, doch das war nie der Plan“, so die Anklägerin. Er habe seinen Kumpeln angekündigt, er bringe ihnen ein stark betrunkenes Mädchen, bei dem sie ihre Chance probieren könnten. Carlos A., der an dem Abend Geburtstag feierte, habe Pit C. die 17-Jährige zudem als Geschenk präsentiert.

Zurückrudern im Gerichtssaal

Das geht aus den Aussagen des wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagten Eric V. beim Untersuchungsrichter hervor. Doch Eric V. widerrief all dies nun im Prozess vor der Kriminalkammer.

Darüber hinaus gibt es weitere Aussagen von Zeugen zum Zustand des Mädchens und andere Elemente im Dossier, welche die Annahme einer Vergewaltigung stützen.


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Die Aussagen des Opfers, das von den Verteidigern im Prozess vehement in Misskredit gezogen wurde, seien als einzige konstant und kohärent gewesen, hob die Anklägerin hervor. Die Beschuldigten hingegen hätten zuerst alles bestritten und sich dann stets an den aktuellen Erkenntnisstand angepasst.

Vier Haftstrafen beantragt

Für Redy B. und für Carlos A., die angaben, nacheinander einvernehmlichen Sex mit dem Mädchen gehabt zu haben, forderte sie eine Haftstrafe von neun Jahren.

Für Eric V. und Pit C. sei zudem ganz klar gewesen, dass das Mädchen in einer Notlage war. „Doch sie blieben in der Küche und aßen Spaghetti“, betonte die Anklägerin. Für Pit C. forderte sie viereinhalb Jahre Haft , für Eric V. drei Jahre.

Sowohl für Eric V. als auch für Carlos A widersetze sie sich aufgrund fehlender Vorstrafen nicht einem teilweisen Strafaufschub. Das Urteil ergeht am 4. April. ⋌str


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