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Vergewaltigung einer 14-Jährigen: Zwölf Jahre Haft für älteren Bruder gefordert
Lokales 2 Min. 24.10.2017

Vergewaltigung einer 14-Jährigen: Zwölf Jahre Haft für älteren Bruder gefordert

Das Urteil ergeht am 16. November.

Vergewaltigung einer 14-Jährigen: Zwölf Jahre Haft für älteren Bruder gefordert

Das Urteil ergeht am 16. November.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 2 Min. 24.10.2017

Vergewaltigung einer 14-Jährigen: Zwölf Jahre Haft für älteren Bruder gefordert

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Im Prozess um die mutmaßliche Vergewaltigung eines 14-jährigen Mädchens gab es am Dienstag eine weitere überraschende Wendung.

(str) - Im Prozess um die mutmaßliche Vergewaltigung eines 14-jährigen Mädchens gab es am Dienstag eine weitere überraschende Wendung: Der Anwalt des Opfers plädierte nämlich auf Vergewaltigung, obwohl seine Mandantin erst vergangene Woche diesen Tatbestand unvermittelt abgestritten hatte.

Sie hatte nämlich entgegen aller ihrer vorangegangenen Aussagen plötzlich erklärt, dass es in jener Nacht im August 2016 zwar zu unerwünschten sexuellen Handlungen durch ihren 21-jährigen Halbbruder gekommen war, nicht aber zu einer Penetration.

Allerdings hatte sich vergangene Woche im Prozess auch gezeigt, dass der Bruder kurz vor Prozessbeginn und aus dem Gefängnis mit seiner Schwester telefoniert hatte. Die Möglichkeit, dass er dadurch versucht haben könnte, das Opfer zu beeinflussen, steht im Raum.

Vor und nach dem Sinneswandel

Der Anwalt der Opfers erklärte nun am Dienstag, er habe nach der Verhandlung von vergangener Woche das Gespräch mit seiner Mandantin gesucht. Diese sei offensichtlich schwer traumatisiert und habe lediglich mit Ja oder gar nicht auf seine Fragen geantwortet. Die Frage jedoch, ob er nun zum Prozessabschluss auf Vergewaltigung plädieren solle, habe sie trotz ihres vorherigen Widerrufs bejaht.

Der Verteidiger des Beschuldigten betonte indes, dass die „Instruction à la barre“, also das was im Gerichtssaal gesagt wurde, nicht außer Acht gelassen werden dürfe. Und hier habe das Opfer eine Penetration klar verneint. Die unsittlichen Berührungen habe der Angeklagte zugegeben und Drohungen habe es keine gegeben.

Statt fünf, bis zu 15 Jahre Haft

Der Unterschied zwischen dem geringeren Strafbestand des Missbrauchs und der Vergewaltigung ist gravierend. Der im Gesetz als „Attentat à la pudeur“ bezeichnete Tatbestand wird nämlich, wenn er an einem Kind von unter 16 Jahren erfolgt, mit einer Haftstrafe von bis zu fünf Jahren bestraft. Kommt es zu einer Penetration, dann werden daraus zwölf bis 15 Jahre Haft.

Wie die Vertreterin der Staatsanwaltschaft am Dienstag hervorhob, sei dieser Fall besonders schwerwiegend, da es sich beim Täter um den älteren Bruder, demnach um eine Vertrauensperson, gehandelt habe. Außerdem habe er dem Opfer gedroht, er würde das gleiche mit der Mutter und der besten Freundin tun.

„Opfer hatte Angst”

Die Anklägerin führte zudem aus, sie sei der Meinung, dass das Opfer Angst gehabt habe, vor Gericht die Wahrheit zu sagen und nur deshalb ihre zuvor durchweg konstanten Aussagen widerrufen habe.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft forderte deshalb eine Haftstrafe von zwölf Jahren mit einem möglichen Strafaufschub, der aber daran geknüpft sein müsse, dass sich der Beschuldigte einer psychiatrischen Behandlung unterziehe. Das Urteil der Kriminalkammer ergeht am 16. November.


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