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"Vergeben und verzeihen": Wegweiser zum 24. Sonntag im Jahreskreis
Lokales 16.09.2017 Aus unserem online-Archiv

"Vergeben und verzeihen": Wegweiser zum 24. Sonntag im Jahreskreis

Auf jeden Fall sind nachher beide Seiten von ihrer Last befreit, von der Last des zu Unrecht Getanen und der Last des Nachtragens.

"Vergeben und verzeihen": Wegweiser zum 24. Sonntag im Jahreskreis

Auf jeden Fall sind nachher beide Seiten von ihrer Last befreit, von der Last des zu Unrecht Getanen und der Last des Nachtragens.
Lokales 16.09.2017 Aus unserem online-Archiv

"Vergeben und verzeihen": Wegweiser zum 24. Sonntag im Jahreskreis

Gott fragt nicht, wie oft er mir schon vergeben hat, das könnte ich ja dann mit meinen Mitmenschen auch mal ausprobieren, bemerkt Mireille Sigal in ihrem Wegweiser.

„Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt?“ wird Jesus von Petrus gefragt.

Mir kommt bei dieser Frage spontan eine Idee in den Kopf: Was hätte Petrus wohl gesagt, wenn Jesus ihm eine Gegenfrage gestellt hätte: „Wie ist es denn mit Dir? Wie oft willst Du denn, dass Dein Bruder Dir vergibt, wenn Du Dich gegen ihn versündigt hast?“.

Petrus hätte dann bestimmt gestutzt und gemeint: „Ja was, immer natürlich!“. Verständlich, denn die meisten von uns fühlen sich ja auch erleichtert, wenn ihnen die eigenen Verfehlungen nicht auf ewige Zeiten nachgetragen und immer wieder vorgehalten werden.

Wenn es darum geht, auf Gottes Vergebung, seine Gnade und Barmherzigkeit zu hoffen, denkt wohl kaum einer daran, dass Gott da Grenzen setzten könnte. Aber zwischenmenschlich gesehen -  das ist gar nicht so einfach.

Was soll man alles ertragen und was vergeben, und wann ist eine Grenze erreicht? Soll man nur vergeben, wenn es dem anderen auch Leid tut, oder immer, und in jedem Fall? Soll man es dem anderen sagen, dass man ihm vergibt, oder diese Info lieber für sich behalten?

Im Vaterunser beten wir: „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“. Gott fragt nicht, wie oft er mir schon vergeben hat -  das könnte ich ja dann mit meinen Mitmenschen auch mal ausprobieren. Auf jeden Fall sind nachher beide Seiten von ihrer Last befreit, von der Last des zu Unrecht Getanen und der Last des Nachtragens.


Mireille Sigal, Pastoralreferentin der Pfarrei Luxembourg Notre-Dame

- Alle "Wegweiser"-Texte finden Sie in unserem Dossier.