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Verbraucherschutz: Schluss mit Kilometerschwindel bei Gebrauchtwagen
Manipulierte Kilometerstände bei Gebrauchtwagen sind keine Seltenheit.

Verbraucherschutz: Schluss mit Kilometerschwindel bei Gebrauchtwagen

Foto: LW-Archiv
Manipulierte Kilometerstände bei Gebrauchtwagen sind keine Seltenheit.
Lokales 22.06.2016

Verbraucherschutz: Schluss mit Kilometerschwindel bei Gebrauchtwagen

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Die Verbraucherschützer der ULC wollen strengere Richtlinien um den Kilometerstandsbetrug bei Gebrauchtwagen zu verhindern.

(jag) - Es ist ein sehr ärgerliches Phänomen: Der in gutem Zustand gekaufte Gebrauchtwagen entpuppt sich plötzlich als altersschwache und defektanfällige Blechkutsche. Ursache: der Kilometerstand ist vom Händler manipuliert worden. Solche technisch wenig aufwändigen Manipulationen sind zwar nicht die Regel, sie kommen laut Verbraucherschutz ULC aber auch nicht selten vor. So sei erwiesen, dass bei einer gewissen Anzahl der verkauften Gebrauchtwagen der Kilometerstand zum Teil erheblich zurückgedreht wurde.

Einen genauen Prozentsatz kann man wegen der hohen Dunkelziffer zwar nicht nennen, laut einer Studie soll der wirtschaftliche Schaden, der durch Reparaturen entsteht, sich aber zehn bis 12 Millionen Euro beziffern. Zu den Reparaturschäden gesellen sich aber auch Gefahren durch abgenutzte Bremsen. Kilometermanipulationen werden dabei laut UCL sowohl beim Privatkauf als auch bei Händlern beobachtet.

Um dies zu verhindern, verlangen die Verbraucherschützer ein Modell ähnlich dem belgischen Car-Pass System. Bei jedem Eingriff am Wagen vom Öl- bis zum Reifenwechsel wird der Kilometerstand in einer Datenbank erfasst. Dies macht Betrug zumindest schwieriger. An den Transportminister richtet die ULC den Aufruf, eine Gesetzesvorlage in diesem Sinne auszuarbeiten. 

     


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